Rhades Frauen werfen den Rettungsanker

Die Landesliga-Frauen des SSV Rhade haben den direkten Durchmarsch von der Westfalen- in die Bezirksliga in letzter Minute noch einmal abgewendet. Der 3:1-Sieg im Schicksalsspiel gegen den FC Oeding war am Sonntag allerdings nichts für schwache Nerven.

RHADE

von Von Andreas Leistner

, 14.06.2015, 21:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Nach dem Schlusspfiff herrschte im Rhader Lager allgemeine Erleichterung. Torfrau Alex Bollenberg und Miriam Müssner lagen sich als erste in den Armen.

Nach dem Schlusspfiff herrschte im Rhader Lager allgemeine Erleichterung. Torfrau Alex Bollenberg und Miriam Müssner lagen sich als erste in den Armen.

Frauen-Landesliga 3 SSV Rhade - FC Oeding 3:1 (2:1)

Beiden Vereinen war klar, dass der Verlierer der Partie absteigen würde. An Widerstand des SVE Heessen gegen Schlusslicht Riesenbeck glaubte nämlich niemand. Dann aber machte auch noch die Kunde die Runde, dass Heessen beim Tabellenletzten nur mit acht Spielerinnen angetreten war... Schon zur Pause hieß es dort 3:0 für Riesenbeck − Rhade und Oeding mussten den Abstieg unter sich ausmachen.

Die technisch versiertere Mannschaft stellten dabei die Gastgeberinnen. Oeding suchte sein Heil fast ausschließlich in langen Bällen, hatte damit gegen die alles andere als sattelfeste Rhader Hintermannschaft durchaus Erfolgserlebnisse.

Zunächst aber jubelte der SSV. Miriam Müssner jagte ein Freistoß-Geschenk des Schiedsrichters aus 22 Metern zum 1:0 in den Winkel des Oedinger Tores (12.). Die Freude währte allerdings nur sechs Minuten, dann fand einer der Oedinger Zufallspässe doch einmal eine Abnehmerin und Sandra Plate schoss Oeding zum 1:1 (18.). Für ihre Mannschaft hätte das zum Klassenerhalt gereicht.

Rhade musste also kommen, agierte aber zu umständlich und mit zu vielen technischen Fehlern, um wirklich Gefahr zu entwickeln. Ein abgeblockter Schoss von Julia Bolle nach einer Ecke war bis kurz vor der Pause die einzige Chance der Gastgeberinnen, da zeigte Bolle, wie man auch ohne viel zu laufen ein Tor schießt: In der 45. Minute jagte sie den Ball fast vom Strafraumeck aufs Oedinger Tor. Oedings Torfrau streckte sich vergeblich, der Ball wurde lang und länger und schlug schließlich zum 2:1 im langen Eck ein.

Führung verdient

In der zweiten Halbzeit verdiente sich Rhade diese Führung dann auch. Oedings Mittel waren schlichtweg zu begrenzt, doch der SSV blieb sich in Sachen Offensivspiel zunächst ebenfalls treu: umständlich, ungenau, ungefährlich. Die einzige wirklich gelungene Kombination führte schließlich prompt − aber spät − zur Entscheidung. Vanessa Emming schickte Julia Bolle auf Rechts, die hielt ein einziges Mal nicht einfach drauf, sondern suchte eine Mitspielerin und fand sie in der eingewechselten Silvana Portius am zweiten Pfosten. 3:1 (87.) − der Rest war Zeit runterspielen und schließlich jubeln.

SSV: Bollenberg; Lechtenberg, Thiemann (80. Giese), Heisterklaus, Emming, Nienhaus, Jansen (49. Michaelis), Müssner, Strauch (65. Portius), Bolle, Terstegen.

Tore: 1:0 Müssner (12.); 1:1 Plate (18.); 2:1 Bolle (45.); 3:1 Portius (87.).

Gelb-rote Karte: Bolle (Rhade, 90. Ballwegschlagen).

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