Robert Glombik fing sich ein Ei nach dem anderen: Dafür gab es den schwarzen Handschuh

hzFußball: Verrückte Preise

Ob in Wulfen, Rhade oder Deuten. Überall vergeben Dorstens Fußballer Strafpreise. Der eine trägt ein Kostüm als Tunnelkönig, der andere bekommt für seine große Klappe die Retourkutsche.

von Niklas Berkel

Dorsten

, 29.05.2019, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

15 Punkte habe ich euch mindestens schon gerettet.“ Diese Aussage wurde dem Autor dieses Textes im Januar 2018 zum Verhängnis. War er in der Fußball-Kreisliga-B zur Winterpause noch davon überzeugt, ein sicherer Rückhalt seines Teams zu sein, häuften sich in der Rückrunde die Patzer. Der verdiente Lohn: der schwarze Schuh und der schwarze Handschuh.

Die Reserve von RW Deuten vergibt die beiden Preise am Ende einer jeden Saison. Titelträger wird der schlechteste Spieler und Torwart der vorangegangenen Spielzeit – oder besser gesagt: unglücklichste Spieler und Torwart. In diesem Jahr konnte der Autor dieses Textes beide Preise abgeben. Neue Titelträger sind Stürmer Melvin „di Santo“ Ziese als unglücklichster Spieler und Trainer Robert Glombik als Torwart.

Spitzname erinnert an ehemaligen Stürmer des FC Schalke

Seinen Spitznamen bekam Ziese aufgrund seiner unzähligen vergebenen Torchancen in der abgelaufenen Saison, er soll an den ehemaligen Stürmer des FC Schalke 04, Franco Di Santo, erinnern. Auch wenn sich der Jungspund gemacht hat – vielleicht traf er auch wegen seines Preises an den letzten beiden Spieltagen insgesamt viermal. Gefühlt waren es seine erste Saisontore. Glombik „verdiente“ sich den schwarzen Handschuh dafür mit seinen „herausragenden“ Leistungen im Training im Tor. Wahrscheinlich gewann sein Titelvorgänger nur deshalb die interne Trainingsspiel-Wertung und den damit verbundenen Überraschungspreis, weil Glombik sich ein Ei nach dem anderen fing.

Robert Glombik fing sich ein Ei nach dem anderen: Dafür gab es den schwarzen Handschuh

Der obligatorische erste Schluck aus dem Schuh, den einst der erste Titelträger Felix Kerkmann trug, gehört dem neuen Titelträger. © Andreas Leistner

Wir haben nachgefragt, welche verrückten Preise sonst so bei Dorstens Kreisligisten vergeben werden.

Der am häufigsten vergebene Titel ist dabei der des „Tunnelkönigs“. Ob in Wulfen, in Lembeck, in Rhade oder in Deuten. Überall zählen die Mannschaften die Tunnel ihrer Spieler im obligatorischen Schweinchenspiel vor dem Training mit. Der Gewinner – oder je nach Sichtweise Verlierer – muss entweder eine Runde für die Mannschaft ausgeben (BW Wulfen) oder bekommt auf der Mannschaftsfahrt für einen Tag ein Kostüm, das er tragen muss. Ob im Borat-Anzug am Strand, als Cheerleeder in Hamburg oder als Teufelin in Amsterdam – die Augen der umstehenden Passanten und Urlauber sind einem sicher.

In Rhade gibt es gleich zwei Kostüme

Die Spieler bei der B-Kreisliga-Elf des SSV Rhade trifft es da wohl noch am härtesten: denn hier gibt es gleich zwei Kostüme zu „gewinnen“. In Rhade trifft es nicht nur den Tunnelkönig, sondern auch den Strafenkönig. Also den, der in der Saison die meisten Strafen sammelt. „Das Geheimnis, was für Kostüme die beiden tragen müssen, wird erst am Bahnhof zur Fahrt hin gelüftet“, sagt Rhades Trainer Martin Trockel, „dann wird sofort hineingeschlüpft.“ Augenzwinkernd fügt er hinzu: „Angenehm ist das für die Spieler nie.“

Wer hält Sonntags die Fahne hoch?

Ein in Wulfen weiterhin angesagter Preis ist die „Stanifahne“. Benannt ist sie nach Wulfens Torjäger Stanislav Ziegler. „Stani kam zwei, dreimal mit einer Fahne zum Spiel“, sagt Wulfens Trainer Daniel Schikora. „Nichts wildes, aber wir kamen da auf die Idee, etwas dagegen unternehmen zu müssen.“ So muss derjenige die Mannschaft an einem Abend bewirten, bei dem sonntags zuvor eine Alkoholfahne festgestellt wurde. „Dann gibt es Freitagabends nach dem Training Pizza oder Hot Dogs oder sowas in der Art“, sagt Schikora.

Doch was für verrückte Preise habt ihr? Ob Fußball-, Handball-, Tennis- oder Basketball-Team: Schickt uns Eure Bilder an sportredaktion.dorsten@mdhl.de!

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