So schafft Kim Welter den Spagat zwischen dem SV Schermbeck und dem BVH Dorsten

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Kim Welter war am vergangenen Donnerstag in einer Zwickmühle. Er wollte sogar für den BVH jubeln – obwohl er beim SVS auf der Bank saß.

von Niklas Berkel

Holsterhausen, Schermbeck

, 01.09.2019, 04:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kim Welter nicht beim BVH Dorsten auf dem Platz? Gar nicht dran zu denken. Auch für ihn selber ist es noch ungewohnt. „Als Sammy Katnik aufs Tor schoss und Tim Krückemeier gut hielt, musste ich leicht zucken. Da wollte ich schon jubeln“, sagt Welter lachend. Dabei saß er auf der Bank des Gegners vom BVH Dorsten am vergangenen Donnerstag, als die Holsterhausener im Kreispokal den SV Schermbeck empfingen.

Denn der 40-jährige Fußballer ist nicht mehr nur beim A-Kreisligisten auf dem Platz zu finden. Mittlerweile ist er auch Physiotherapeut beim Oberligisten SV Schermbeck. „Das war schon sehr komisch, auf der anderen Seite zu sitzen“, sagt das BVH-Urgestein. „Es hat mich gefreut, dass der BVH so gut mithielt. Damit hatte ich nicht gerechnet.“ Mit einer guten Leistung zogen sich die Holsterhausener beim 0:4 beachtlich aus der Affäre.

Beim SVS alle Hände voll zu tun

Seine neue Aufgabe beim SVS bringt eine Menge Arbeit mit sich. Ein- bis zweimal wöchentlich trainiert Welter noch beim BVH in der Kreisliga-Mannschaft mit. „Wenn er es schafft“, sagt Welters Trainer Arek Knura. Ansonsten ist es mit seinem anderen Trainer, Thomas Falkowski vom SVS, abgesprochen, dass Welter bei Bedarf beim Training des SV Schermbeck die verletzten Spieler betreut. Denn davon gibt es im Moment einige. „Wir haben bei uns im Physio-Team derzeit viel zu tun aufgrund der ganzen Verletzten beim SVS“, sagt Welter. „Aber es wäre ja auch langweilig, wenn gar nichts zu tun wäre.“

So schafft Kim Welter den Spagat zwischen dem SV Schermbeck und dem BVH Dorsten

Beim BVH Dorsten gehört Kim Welter (l.) noch immer zu den Stützen der ersten Mannschaft. © Ralf Pieper

Andersherum kann es auch mal sein, dass Welter sonntags nicht mit dem SVS in der Oberliga mitfährt. Nämlich dann, wenn der BVH Personalnot hat. So wie am vergangenen Donnerstag. Doch auf dem Platz stand Welter trotz Anfrage seines Kreisliga-Trainers Knura nicht. „Das wäre nicht gut gewesen“, sagt der 40-Jährige. „Thomas Falkowski hat mich zwar auch nochmal gefragt, ob ich spielen wolle, aber das wollte ich nicht“, sagt er. Ansonsten stünde er immer zur Verfügung, wenn Not am Mann ist.

“Eigentlich wollte ich schon aufhören“

„Eigentlich wollte ich nach der vergangenen Saison aufhören“, sagt Welter. Er wolle der Jugend den Platz nicht wegnehmen. „Ihnen gehört beim BVH die Zukunft“, sagt der 40-Jährige. Auch wenn er vielleicht noch besser sei als der ein oder andere 20-Jährige, „bringt sie ja das nicht weiter, wenn sie auf der Bank sitzen und ich spiele“. Doch sein Trainer Knura überredete ihn für eine weitere Saison.

Denn Knura sieht Welter als wertvollen Teil seiner Mannschaft an. „Mit seiner Erfahrung kann er jedem helfen.“ Was der Vorteil eines älteren Spielers gegenüber eines jüngeren ist?

„Der ältere Spieler weiß in vielen Spielsituationen bereits, wie er zu handeln hat“, sagt der BVH-Trainer. „Die Jungen sind oft zu stürmisch.“ „Und außerdem macht es mir noch viel Spaß, auf dem Platz zu stehen“, sagt Welter. Doch nächtes Jahr soll dann endgültig Schluss sein.

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