SV Hardt muss nun auch auf Stroetzel verzichten

hzFussball

Der SV Schermbeck hat in der Oberliga einen Punkt vom FC Güetsrloh entfernt. Doch die wichtigste Nachricht des Wochenendes kommt vom SV Dorsten-Hardt.

von Ralf Weihrauch, Armin Dille, Niklas Berkel

Schermbeck, Dorsten

, 13.10.2019, 18:58 Uhr / Lesedauer: 4 min

Oberliga Westfalen

FC Gütersloh - SV Schermbeck

0:0

Aufgrund der momentanen Personalsituation wollte Trainer Thomas Falkowski nicht klagen, dass er im dritten Punktspiel in Folge kein Tor bejubeln konnte: „Hinter mir auf der Tribüne saßen neun Spieler, die verletzt oder gesperrt waren. Da fehlen einem in der zweiten Hälfte nun mal die Möglichkeiten, von der Auswechselbank etwas zu bewegen oder neue Impulse zu setzen.“

Erfreulich war aber einmal mehr die Leistung in der Defensive. Falkowski lobte die mannschaftliche Geschlossenheit und sah in der ersten Halbzeit nicht eine nennenswerte Möglichkeit für den FC Gütersloh.

Stattdessen hätten die Schermbecker vor über 600 Zuschauern einige Male in Führung gehen können. Dominik Hanemann beendete einen Konter mit einem Schuss ganz knapp neben das Tor (25.), und wenig später scheiterte Marek Klimczok am FC-Schlussmann Jarno Peters.

Nach dem Seitenwechsel hatten die Gütersloher doch mehr vom Spiel als der SV Schermbeck. Nach einer guten Stunde war SVS-Keeper Cedric Drobe gegen Eric Yahkem gefordert und parierte dessen Schuss mit einer Glanzparade. Im direkten Gegenzug stand Dominik Milaszewski frei vor dem Tor der Gastgeber, fand aber in Jarno Peters seinen Meister. Auch Marek Klimczok hätte die Gäste in der Schlussviertelstunde in Führung bringen können. Die letzten Möglichkeiten hatte Gütersloh, doch es blieb beim 0:0. Ein Punkt, der sich in der momentanen Schermbecker Situation sehr gut anfühlt.

SVS: Drobe, Klimczok, Zugcic, Hanemann, Kevin Rudolph, Milaszewski, Hodzic, Steinrötter, Patrick Rudolph, Niewerth, Göbel.

Tore: Fehlanzeige.

Landesliga 4

SV Hardt - Westf. Kinderhaus

1:5 (0:3)

Vor dem Spiel gegen Kinderhaus musste der SV Dorsten-Hardt am Donnerstag einen Schock verkraften. Trainer Martin Stroetzel war mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert und noch am selben Tag operiert worden.

Der Hardter Vorsitzende Michael Richter konnte am Sonntag auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilen, dass Stroetzel die Intensivstation inzwischen verlassen habe und er mit dem Trainer auch schon telefoniert habe. „Martin ist ja nicht unterzukriegen“, erklärte Richter hoffnungsvoll.

Co-Trainer Tunahan Terzi, der den erkrankten Stroetzel am Sonntag an der Linie vertrat, erkannte nach dem Spiel neidlos an: „Das war nichts von uns, Kinderhaus war klar besser.“ So nahmen die Gäste vom Start weg das Heft in die Hand. Nach einem ersten frühen Warnschuss (7.) ließ der Hardter Keeper Stefan Schröder nach einer Ecke den Ball fallen, die Hardter Abwehr bekam das Leder nicht weg und SC-Stürmer Rui Petro Guimares traf aus dem Gewühl zur 1:0-Führung der Gäste (10.).

Eine weitere Riesenchance der Gäste nach Zuordnungsproblemen in der Hardter Abwehr schloss sich an (15.), bevor Westfalias Jakob Schlatt seinen Gegenspieler aussteigen ließ und aus acht Metern zum 2:0 für die Gäste traf – Schröder war chancenlos (16.). Den ersten Hardter Torschuss gab Johannes Liesenklas in Minute 25 ab, verfehlte aber knapp.

Fragwürdiger Elfmeter zum 3:0

Und die Gäste aus Münster machten weiter Druck und erspielten sich Möglichkeiten. Nach dem ersten gescheiten Hardter Angriff über links flankte Hendrik Brokamp nach innen, Liesenklas erwischte aber den Ball bei seinem Kopfball nicht richtig (27.). Klasse bereinigte Timo Haarmann dann eine gefährliche Drei-gegen-Eins-Situation (34.). Bei einem normalen Zweikampf im Hardter Strafraum fiel Tim Wellers‘ Gegenspieler um und der Unparteiische deutete auf den Punkt – ein mehr als schmeichelhafter Elfmeter. Der (angeblich) gefoulte Janik Bohnen ließ sich die Chance nicht entgehen und traf zum 3:0-Halbzeitstand für Kinderhaus (38.).

Zwei echte Glanzparaden zeigte dann Schröder nach dem Seitenwechsel (60.), bevor erneut Bohnen kaum behelligt aus spitzem Winkel zum 4:0 für die Gäste traf (71.). Nach dem Lattenaufsetzer von Wellers verkürzte Daniel Moritz im Nachsetzen zum 1:4 aus Hardter Sicht (76.). Und nach einem wirklich tollen Spielzug mit Flanke von rechts markierte Westfalias Mike Liszka per Kopf den 5:1-Entstand für den SC.

Hardt: Schröder; Wellers, Buda, Haarmann, Lensing, Jansen (73. Heitbreder), Atris, Bromkamp, Moritz, Brefort, Liesenklas (61. Beisenbusch).

Tore: 0:1 (10.) Guimares, 0:2 (16.) Schlatt, 0:3 (38./Foulelfmeter) Bohnen, 0:4 (71.) Bohnen, 1:4 (76.) Moritz, 1:5 (88.) Liszka.

RW Deuten - Werner SC

3:0 (0:0)

„Das war ein ganz schwieriges Spiel“, zog Deutens Trainer Frank Frye sein Fazit. Auch wenn seine Deutener deutlich gegen den Tabellenführer aus Werne gewannen, war der Sieg am Ende doch glücklich. „Denn irgendwie war das ein komisches Spiel“, sagte Frye.

In der ersten Halbzeit hatten die Gastgeber − wie zu erwarten war − mehr Ballbesitz. Werne definiert sich mehr über eine kompakte Defensive und schnelles Umschalten. Das 3-4-3-System der Gäste war für Deuten ungewohnt, Frye reagierte allerdings mit einem cleveren taktischen Kniff. Die beiden Deutener Außenstürmer liefen die Halbverteidiger der Werner Dreierkette so an, dass die Außenspieler im Deckungsschatten der Stürmer standen. Werne blieb häufig nur der lange Ball.

Aber nach vorne hin hatte Deuten dafür fast gar keine Akzente setzen können. Viel Mittelfeldgestocher verhinderte den letzten Pass. Die größte Chance der ersten Halbzeit hatte Wernes Stürmer Jannis Vertgewall, er schoss nach einer Flanke weit über das Tor (7.).

Erstes Traumtor wurde nicht gegeben

Nach der Halbzeit wurden die Gäste dann aber stärker. Deuten hatte kaum dominante Phasen. Werne ging durch ein Traumvolley sogar in Führung, der Treffer zählte aufgrund einer Abseitsstellung nicht. Und als Deutens Keeper Marvin Radüchel dann Wernes Nummer 9 Jussef Saado von den Beinen holte, wunderten sich viele, dass der Elfmeterpfiff ausblieb.

Doch nun wurde Deuten wieder stärker. Allen voran: der defensive Mittelfeldspieler Thomas Swiatkowski. Erst traf er sehenswert aus knapp 20 Metern zum 1:0 (68.), dann bereitete er mit einer sehenswerten Einzelleistung und einem schönen Diagonalball das 2:0 durch Arthur Fell (76.) vor. Und als Fell drei Minuten später den Doppelpack schnürte, war das Spiel entschieden. Und die Deutener Fans sangen fröhlich: „Einer geht noch, einer geht noch rein.“ Weil aber Fell und Noetzel noch beste Chancen ausließen, die Defensive aber nichts zuließ, blieb es beim 3:0.

RWD: Radüchel; E. Fell (81. Werner), Hubert, T. Goeke, J. Goeke, Swiatkowski, Arifaj (75. Nolte), Noetzel, Fabisiak (87. Vengels), Frasheri(72. Polhuis) A. Fell

Tore: 1:0 Swiatkowski (68.), 2:0, 3:0 A. Fell (76., 79.)

Lesen Sie jetzt