Sleiman Salha und dieCorona- Quarantäne

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Mittlerweile zehn Corona-Fälle sorgen beim SV Schermbeck für Stillstand. Was macht Trainer Sleiman Salha am Sonntag, wenn der Rest der Liga in die Saison startet?

Schermbeck

, 05.09.2020, 06:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was macht einer, der von sich selbst sagt, er sei fußballverrückt, wenn er nicht auf den Platz darf? Trainer Sleiman Salha steht beim SV Schermbeck wie alle anderen Mitglieder des Oberliga-Kaders seit vergangenen Sonntag unter Quarantäne. Der 32-Jährige hat noch Glück gehabt: Er gehört nicht zu den mittlerweile zehn Personen, deren Corona-Test positiv ausfiel. Aber bis kommenden Mittwoch muss er zuhause bleiben.

Mit dem Arbeitgeber gab es keine Probleme. „Einmal werden das ja auch die meisten Arbeitgeber akzeptieren“, sagt Salha, „da werden sie sagen: ,Kann halt passieren‘. Aber was ist, wenn es zwei-, dreimal passiert? Wir haben bei uns viele Berufstätige und wenig Studenten im Kader. Da würde das dann zu einem echten Problem. Und die Grippezeit kommt ja erst noch.“

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Homeoffice kann Sleiman Salha in seiner Quarantänezeit nicht machen. Aber über Langeweile kann er sich nicht beklagen. „Ich vertreibe mir die Zeit mit Fußball und Kindern“, erzählt er.

Letztere halten den Papa mächtig auf Trab, besonders wenn Mama nicht da ist. Aber Salha genießt es auch, sich einmal intensiver als sonst mit dem Nachwuchs und dessen Erziehung zu beschäftigen: „Die Kinder aktiv miterziehen ist gerade eine meiner zwei Hauptbeschäftigungen.“ Die andere? „Fußball gucken.“ Und zwar alles.

Von Europa bis Kreisliga

Die europäischen Spitzenteams interessieren den Fußballverrückten (Salha über Salha) genauso wie die Vorbereitungsspiele der Oberliga-Konkurrenz: „Da kann man ja im Internet vieles sehen.“ Doch auch die Spiele der heimischen Vereine interessieren den SVS-Coach, der ja im vergangenen Jahr selbst noch beim SVS II in der Kreisliga A an der Seitenlinie stand: „Das verfolge ich alles.“

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Mit einem Heimtrainingsprogramm für die Spieler hatte der SV Schermbeck zunächst noch gewartet. „Mein Co. Christopher Pache wird aber etwas Entsprechendes erarbeiten, damit die Spieler, die in Quarantäne sind, per Video-Stream etwas machen können.“

Die anderen hofft Sleiman Salha am kommenden Mittwoch wieder auf dem Platz begrüßen zu können: „Es müssten so 15 sein.“ Immerhin. Ob sie allerdings für die Partie des zweiten Spieltags gegen Sprockhövel trainieren, erscheint höchst fraglich. Die Heimpremiere des SVS ist für den 13. September angesetzt. Bis zum 14. stehen aber noch mindestens drei Schermbecker Spieler unter Quarantäne. Das würde für eine Spielabsage reichen.

Acht „Schermbecker“ Fälle im Kreis Borken

Die Dynamik, die schon ein einzelner Covid-19-Fall entwickeln kann, spiegelt sich am Beispiel des SV Schermbeck eindrücklich wider.

So hat das zunächst am 30. August vom SVS informierte Kreisgesundheitsamt Wesel die ermittelten Kontaktpersonen, die im Kreis Borken leben, dem Kreisgesundheitsamt Borken mitgeteilt. Von dort wurden dann bei diesen Personen unverzüglich Tests veranlasst und sie gleichzeitig unter Quarantäne gestellt. Zudem liefen weitere Umfeldermittlungen an.

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Dabei haben sich bis Freitag acht bestätigte Infektionsfälle ergeben: eine Person in Reken, zwei Personen in Borken und fünf in Raesfeld. Dabei handelt es sich um insgesamt drei Mannschaftsangehörige, die wiederum Familienangehörige infiziert haben.

Sie alle und weitere Kontaktpersonen befinden sich in behördlich angeordneter Quarantäne. Die Ermittlungen hinsichtlich möglicher weiterer Kontaktpersonen halten an.

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