SV Schermbeck verliert die Generalprobe – RW Deuten litt unter „grenzwertigen Bedingungen“

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Das Testspiel-Wochenende lässt sich mit einem Wort zusammenfassen: heiß. In fünf Spielen konnten Dorstens überkreisliche Teams lediglich einen Sieg einfahren.

Deuten, Schermbeck, Hardt

, 09.08.2020, 20:05 Uhr / Lesedauer: 4 min

Lediglich RW Deuten konnte ein Spiel am Wochenende gewinnen. Der SV Schermbeck musste sich bei seiner Generalprobe für das Westfalen-Pokal-Halbfinale vor leeren Rängen geschlagen geben. Der SV Hardt kam am Samstag unter die Räder.

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SV Schermbeck

Die Generalprobe für das Westalenpokal-Halbfinale hat der SV Fußball-Oberligist Schermbeck zwar nicht grundsätzlich in den Sand gesetzt, doch das 1:2 gegen den Westfalenligisten TuS Hordel hat doch noch ein paar Schwächen aufgezeigt.

Testspiele

SVS - DJK TuS Hordel

1:2 (1:0)

SVS-Trainer Sleiman Salha wollte die Niederlage nicht überbewerten: „Bei den Wetterbedingungen war es kaum möglich, die Spannung eines Pflichtspiels aufzubauen. Da war das Zusehen auf der Bank schon anstrengend.“

Im Vergleich zu den ersten Testspielen hat der Coach seine alten Erkenntnisse bestätigt gesehen: „Wir hatten deutlich mehr Ballbesitz als Hordel.“ Auch die Passquote stimmte positiv, wenngleich zwei Fehlpässe im zweiten Durchgang für die Niederlage sorgten.

Sturm hängt in der Luft

Wie nicht anders zu erwarten, wirkte sich die sengende Hitze auf das Tempo aus. Auf einer sehr sicheren Abwehr heraus versuchten die Platzherren Chancen zu generieren, allerdings mit wenig Erfolg. Je näher die Schermbecker dem Bochumer Tor kamen, desto mehr geriet das Spiel ins Stocken. Für Salha keine Überraschung: „Wir haben den Schwerpunkt bislang auf eine sichere Defensive gesetzt. Die Angriffsvarianten kommen erst jetzt an die Reihe.“

Da war es kein Wunder, dass die Führung für den Oberligisten durch eine Standardsituation fiel. Kilian Niewerth setzte in der 16. Minute einen Freistoß ins linke Eck. Ansonsten hingen die Spitzen Michael Smykacz und Bernad Gllogjani meist in der Luft, selbst wenn sie immer wieder durch den sehr starken Dominik Hannemann unterstützt wurden.

Neuzugang Fatmir Ferati braucht noch Zeit

Die zweite Halbzeit ähnelte sehr der ersten. Bilal Özkara war zwar ein belebendes Element, trug aber auch nur wenig zur Effizienz der Offensive bei. Nach einer guten Stunde kam auch der Neuzugang Fatmir Ferati zu seinen ersten Minuten im Schermbecker Trikot. Salha sagte: „Er braucht noch ein paar Wochen, um richtig fit zu werden.“ Dennoch fiel der Neuzugang schon durch eine sehr gute Ballbehandlung auf.

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Die Gegentreffer machten deutlich, wie dramatisch sich Fehler in einer Dreierkette auswirken können. In der 78. Minute spielte Kevin Mule-Ewald den Ball in den Fuß von Peter Elbers. Dieser überwand den noch an der Strafraumgrenze stehenden SVS-Keeper Cedric Drobe mit einem Heber fast von der Mittellinie.

„Wir werden nun eine Woche regenerativ trainieren“

Auch beim 1:2 war es Ballverlust im Mittelfeld, der den Hordeler Konter und das 1:2 durch Simon Hendel einleitete (85.). In den Schlussminuten brachten die Schermbecker nicht mehr die Kraft auf, noch einen erfolgreichen Angriff zu spielen.

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Trainer Salha war trotz der Niederlage nicht geknickt: „Wir werden nun eine Woche lang regenerativ trainieren. Für das Halbfinale gegen Hagen hat die heutige Begegnung überhaupt keine Aussagekraft.“

RW Deuten

Der Fußball-Westfalenligist RW Deuten hätte sich ein besseres Wochenende für sein Trainingslager an der heimischen Anlage aussuchen können. Bei 35 Grad in der Sonne quälte sich das Team Samstag und Sonntag in mehreren Trainingseinheiten und zwei Spielen. Das Trainer-Duo um Markus Falkenstein und Marek Swiatkowski war allerdings sehr zufrieden.

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RW Deuten - VfL Rhede

3:1 (2:1)

Morgens eine Laufeinheit durch Deuten, mittags die erste Trainingseinheit am Ball und nachmittags dann noch mal 90 Minuten. Bei 35 Grad setzte sich der Westfalenliga-Aufsteiger zum Ziel, die Willenskraft zu schulen. Was auch zur vollen Zufriedenheit des Deutener Trainer-Duos gelang. „Unter grenzwertigen Bedingungen haben die Spieler an zwei sehr intensiven Tagen alles rausgehauen“, sagte Markus Falkenstein. „Sowohl im Training, als auch im Spiel haben alle Spieler super mitgezogen und alles gegeben.“

„Waren die klar bessere Mannschaft“

Zum Trainingslager gesellte sich zudem ein Sieg und eine Niederlage. Gegen den ehemaligen Deutener Erfolgstrainer Frank Frye und dessen neuen Verein VfL Rhede setzte sich RW Deuten verdient mit 3:1 durch. „Wir waren klar die bessere Mannschaft“, lobte Falkenstein.

Zwar lag Deuten bereits nach zwei Minuten durch einen Treffer von Marvin Bölting hinten, doch danach übernahmen die Gastgeber das Kommando. Die Neuzugänge Hendrik Löbler (13.) und Dennis Drepper (32.) drehten die Partie noch vor der Pause. Nils Fabisiak erzielte den Endstand (48.).

RW Deuten - SpVgg Vreden

0:1 (0:1)

Auch im zweiten Spiel, am Sonntag, gegen den Oberligaaufsteiger SpVgg Vreden musste sich RW Deuten in der Hitze quälen. Am Ende stand eine knappe 0:1-Niederlage. „Die bessere Mannschaft hat damit aber nicht gewonnen“, sagte Falkenstein. Deuten hatte mehr und klarere Torchancen als der Gegner. „Mit der Leistung waren wir deshalb mehr als zufrieden“, so der Trainer.

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Nach 20 Minuten brachte Nicolas Ostenkötter den Oberligisten in Führung. Danach hatten die Gastgeber mehrmals die Chance, auszugleichen, verpassten aber den Torerfolg. Alles in allem war das Trainer-Duo der Rot-Weißen aber zufrieden mit dem Wochenende - trotz der Niederlage zum Abschluss. „Das war für uns ein rundum gelungenes Wochenende“, freute sich Falkenstein.

SV Hardt

Eine klare Niederlage und ein Unentschieden schlugen am Test-Wochenende für die Landesliga-Fußballer des SV Dorsten-Hardt zu Buche. Über einen Treffer seines Teams sagte Trainer Martin Stoetzel, dass er ihn auch selber gemacht hätte.

SV Hardt - DJK SF Lowick

1:4 (0:1)

Der Hardter Trainer Martin Stroetzel resümierte nach der deutlichen Pleite gegen den klassentieferen Bezirksligisten: „In der esten Halbzeit haben wir das ganz gut gemacht, aber bei Ballbesitz zu wenig Ertrag raus bekommen.“ Auf eine ganze Reihe Stammkräfte musste der Hardter Trainer verzichten, der seinen A-Jugendlichen die Chance bot, sich zu präsentieren. Zu wenig klappte jedoch im Spiel nach vorn.

Zwei Gäste spielten Katz und Maus mit dem SV Hardt

Die Gäste setzten dagegen pfeilschnelle Konter. Und in Minute 22 spielten zwei SF-Akteure im Hardter Strafraum mit der Abwehr Katz‘ und Maus und Jovan Obradovic ließ Keeper Stefan Schröder bei seinem Treffer zur 1:0-Halbzeitführung keine Chance.

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Nach einem Foul im gegnerischen Strafraum an Ismet Kaynak verwandelte Muhamet-Ata Attris den berechtigten Elfmeter zum 1:1-Ausgleich (51.). Nach der vergebenen Riesenchance von Kaynak (52.) erwischte DJK-Akteur David Rehms einen langen Ball und traf zum 2:1, Schröder wurde auf dem falschen Fuß erwischt (55.). Mit einem Treffer ins lange Eck erhöhten die Gäste nach einem erneuten Konter durch Marco Kämmler auf 3:1 (58.). Und den Schlusspunkt zum 4:1-Endstand für Lowick setzte Linus Hülskamp per berechtigtem Elfmeter nach Foul von Tim Heitbreder (79.). Schröder verhinderte noch mit einer klasse Reaktion einen höheren Rückstand.

FC Marl - SV Hardt

1:1 (0:1)

Nach dem 1:4 gegen Lowick am Samstag machte es der Landesligist einen Tag später beim FC Marl besser. Gegen den Bezirksligisten ging das Team von Trainer Martin Stroetzel nach 40 Minuten mit 1:0 in Führung. Nach einer Balleroberung im Mittelfeld kombinierten sich die Dorstener über außen in Richtung Tor. Ein scharfer Pass in die Mitte erreichte Hendrik Bromkamp, der das Leder zur Gästeführung über die Linie drückte.

„Den hätte ich auch noch gemacht“

„Den hätte ich auch noch gemacht“, scherzte Trainer Stroetzel nach dem Spiel. Es gelang den Dorstenern allerdings nicht, diese Führung auch über die Zeit zu bringen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit beging der Landesligist einen folgenschweren Fehler im Aufbauspiel, den Marls Lukas Baf mit dem Ausgleichstreffer bestrafte.

„Insgesamt war das ein ordentlicher Test. Marl hat eine gute Truppe, da waren wir schon richtig gefordert“, lobte Martin Stroetzel den Gegner. Sein Team musste in den letzten Tagen schließlich richtig ackern: „Wir haben an diesem Wochenende zwei Testspiele gespielt. Einige Spieler mussten aufgrund von Ausfällen zwei mal spielen. Das ist bei dieser Hitze natürlich brutal“, so der Coach.

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