SVS-Trainer macht alternativen Vorschlag, die Saison zu beenden

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Die Fußballer haben endlich Gewissheit: 2020 werden keine Ligaspiele mehr stattfinden. Die Frage ist aber weiterhin, wie es dann im neuen Jahr weitergeht.

von Ralf Weihrauch

Dorsten

, 21.11.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die westfälischen Fußball-Vereine haben nun Gewissheit, dass sie in diesem Jahr keine Spiele mehr bestreiten werden. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat den Spielbetrieb bis Ende Dezember ausgesetzt. Die Trainer der heimischen höherklassigen Mannschaften sind froh, dass sie nun wissen, woran sie sind.

Sleiman Salha, der Trainer des Oberligisten SV Schermbeck, ist froh: „Es war kein Zustand, dass wir immer kurz pausieren müssen, und dann wieder in die Punktspiele gehen.“ Der SVS hatte gleich zweimal das Pech, zwei Wochen ohne Punktspiel zu sein. Salha bereut es jetzt, dass er sein Team so schnell wieder in die Meisterschaft geschickt hat.

„Wir hatten 14 Tage Pause und sind dann ins Ennepetal-Spiel gegangen, und auch vor dem Rhynern-Spiel durften wir nicht trainieren“, so der Trainer. Das sei leichtfertig gewesen, „doch wir wollten im Sinne des Verbandes handeln.“ Das Resultat waren schlechte Ergebnisse, die der SVS nun mit sich schleppt.

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Daran glauben, dass die Saison regulär beendet wird, kann Salha nicht. Sein Team müsste ab Mitte Januar 33 Spiele in einem halben Jahr bestreiten. Vier anderen Oberliga-Teams geht es genau so, Holzwickede hat sogar noch ein Spiel mehr auf dem Plan. Kreis- und Westfalenpokalspiele kämen noch hinzu.

Salha hat einen Vorschlag, wie die Saison beendet werden könnte

Salha fügt hinzu: „Wir müssen immer noch mit weiteren Spielausfällen rechnen. Wenn nicht wegen Corona, dann wegen schlechten Wetters.“ Daher rechnet Salha mit der Anwendung der 50-Prozent-Regel, fände aber auch einen Vorschlag aus Bremen akzeptabel: „Es könnte aber auch sein, dass wir nach der Hinrunde die Liga in zwei Hälften teilen, die um Auf- und Abstieg spielen.“

Er hat seine Mannschaft nun erst einmal in die Pause geschickt: „Es ist kaum möglich, die Intensität hoch zu halten, wenn keine Spiele in Sicht sind. Wir stellen erst wieder Pläne auf, wenn wir wissen, wie es weitergeht.“ Doch eines weiß Salha genau: „Ohne eine richtige Vorbereitung, werden wir nicht in die Meisterschaft gehen. Der Fehler passiert uns nicht noch einmal.“

Wie soll man ohne Ziel vor Augen alleine trainieren?

Auch Deutens Trainer Markus Falkenstein war nicht überrascht: „Die Entwicklungen deuteten auf eine längere Pause hin.“ Ihn bedrückt allerdings die Länge: „Es fällt schon schwer, sich zwei Monate ohne Fußball vorzustellen.“ Er hat seinen Westfalenliga-Kickern keinen Plan mit auf den Weg gegeben und setzt auf eine aktive Regeneration: „Wie soll ich einen Trainingsplan für 50 Tage im voraus aufstellen, vor allem dann, wenn man kein Ziel vor Augen hat? Wir wissen ja noch nicht, ob es im Januar wirklich weitergeht.“

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Er besteht aber darauf, dass die Mannschaften eine ordentliche Vorbereitungszeit bekommen: „14 Tage sind das mindeste. Eigentlich bräuchten wir so viel Zeit wie bei einer richtigen Saisonvorbereitung, sonst ist das Verletzungsrisiko zu hoch.“

Falkenstein fände gut, wenn sich der Verband Zeit ließe, und dann nur die Hinrunde wertet: „Es kann immer böse Überraschungen geben. Wenn wir Mitte Februar wieder begännen, hätten wir mehr Sicherheit über die Corona-Entwicklung.“

Hardter Trainer ist erleichtert

Der Hardter Trainer Martin Stroetzel ist erleichtert, dass es nun Klarheit gibt: „Für Leute, die in der Verantwortung stehen, war das keine leichte Situation. Da spreche ich für mich und auch den Vorstand. Wir mussten die Hygienemaßnahmen einhalten und auch viele Fragen der Spieler beantworten. Ich fühle, dass mir nun eine große Anspannung genommen ist.“

Seine Mannschaft geht in einem fitten Zustand in die lange Pause: „Wir haben den Spielern einen Plan bis Ende November mitgegeben. Es macht jetzt aber keinen Sinn, dauernd um den Kanal und durch die Büsche zu laufen, wenn das Ziel so weit entfernt ist.“

Situation ist dramatisch

Die Situation in der Landesliga 4 ist ohnehin dramatisch. Während die Hardter mit acht absolvierten Spielen weit vorne liegen, hat die IG Bönen-Fußball gerade einmal vier Begegnungen bestritten und müsste noch 30 Spiele nachholen.

Stroetzel weiß aus langer Erfahrung: „Selbst wenn wir im Januar spielen können, müssen wir mit wetterbedingten Ausfällen im Februar rechnen. Das ist eine ganz neue Situation für uns alle. Momentan glaube ich, dass es darauf hinausläuft, dass wir nur die Hinrunde werten.“

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