A-Jugend der BVB-Handball-Frauen: „Von der Meisterschaft zu sprechen, wäre vermessen“

Jugendhandball

Die A-Jugend der BVB-Handball-Frauen startet am Wochenende mit einer komplett neuen Mannschaft in eine ungewisse Spielzeit. Vom Meistertitel möchte der Trainer vorerst nichts wissen.

Dortmund

, 25.09.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BVB-Trainer Tobias Fenske (links) geht mit einer deutlich verjüngten Mannschaft in die neue Saison.

BVB-Trainer Tobias Fenske (links) geht mit einer deutlich verjüngten Mannschaft in die neue Saison. © Ludewig

Die Erinnerungen sind noch präsent. Keine anderthalb Jahre ist es her, da bejubelte die A-Jugend der BVB-Handball-Frauen im Juni 2019 die Deutsche Meisterschaft. Der erste Titel dieser Art. Einige Monate später haben sich die Voraussetzungen kurz vor dem Start der neuen Spielzeit gänzlich verändert - kein leichtes Unterfangen für Trainer Tobias Fenske.

„Wir haben eine komplett neue Mannschaft zusammen. Das ist aber ein Prozess, der natürlich auch so geplant und vorgesehen ist. Dennoch habe ich etwas gemischte Gefühle“, erklärt der Trainer. Viele Spielerinnen sind in den Seniorenbereich aufgestiegen und haben den Verein verlassen, junge Talente rücken nach.

Einige Spielerinnen eigentlich noch B-Jugend

Dabei setzt sich das Team in der neuen Saison vor allem aus Spielerinnen zusammen, die eigentlich noch gar nicht in der A-Jugend spielen würden. „Normalerweise würde sich der Kader jetzt aus den Jahrgängen 2002 und 2003 zusammensetzen“, so Fenske. „Wir haben aber nur eine geringe Zahl an Spielerinnen aus dieser Altersgruppe.“

Der Großteil seiner Mannschaft zähle zu den Jahrgängen 2004 und 2005 und könne somit auch noch in der B-Jugend zum Einsatz kommen. Im Jugendbereich ein bedeutsamer Unterschied. „Bei den Senioren fällt es nicht groß auf, ob eine Spielerin 26 oder 28, 29 Jahre alt ist. Bei den Juniorinnen gehen mit einem solchen Altersunterschied aber immense vor allem auch körperliche Unterschiede einher“, betont der einstige Meistertrainer.

Für die kommende Saison bedeute dies: Abwarten. Zwar habe er richtig gute Spielerinnen in seiner Mannschaft, direkt wieder den Titel als Ziel auszurufen sei allerdings vermessen. Man habe aufgrund der Altersunterschiede schon „große, körperliche Nachteile“, so Fenske. Dennoch habe man durchaus den Anspruch, jedes Spiel gewinnen zu wollen.

Es werde laut Fenske eine Übergangssaison: „Das war uns aber im Vorfeld schon klar. Man ist immer von den unterschiedlichen Jahrgängen abhängig und der 2001er-Meisterjahrgang war außergewöhnlich. Da unser Konzept aber darauf ausgelegt ist, eigene Talente zu fördern und die Jugendmannschaften nicht nur mit Spielerinnen von auswärts zu füllen, sind wir mit der aktuellen Situation vollkommen einverstanden.“

Saisonauftakt am Freitagabend

Vielmehr sei es eine spannende Aufgabe, die zwar noch jungen, aber äußerst talentierten Spielerinnen weiterzuentwickeln, damit der einen oder anderen möglicherweise in den kommenden Jahren der Sprung nach ganz oben gelingen kann.

„Ich möchte jetzt noch gar keine Namen nennen und damit Druck aufbauen, aber ich glaube schon, dass wir Spielerinnen dabei haben, die eventuell in zwei oder drei Jahren mal bei der ersten Mannschaft anklopfen können“, erklärt Fenske.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg, der die A-Juniorinnen an diesem Freitag (20 Uhr) zum Auftakt der Jugendbundesliga zunächst einmal zur HSG Bensheim/Auerbach führt. Sollte seine Mannschaft eine ordentliche Leistung abliefern, könne man durchaus mit einem Sieg in die Saison starten.

Und wer weiß, vielleicht gibt es ja doch einen weiteren goldenen Jahrgang und die Erinnerung an 2019 können aufgefrischt werden. Es bleibt allerdings ein weiter Weg.

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