Amateurfußball-Überblick: Wie haben sich Dortmunds Talente entwickelt?

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Im Dortmunder Amateurfußball gibt es eine Menge an jungen, talentierten Fußballern. Wir haben uns vor der Saison neun Stück herausgepickt und zeigen, wie sie sich bisher geschlagen haben.

Dortmund

, 03.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Neun Talente, die durchstarten könnten, hat unsere Redaktion vor dem Start der neuen Spielzeit im Dortmunder Amateurfußball ausgemacht. Wie haben sich die jungen Kicker geschlagen? Wer hat überzeugt, wer muss sich noch verbessern? Wir geben einen Überblick.

Michael-Marvin West (ASC 09 Dortmund): Was für ein bitterer Start für Michael-Marvin West, der erst in diesem Sommer aus der A-Jugend von RW Essen zum ASC 09 Dortmund stieß. Der Innenverteidiger kommt bislang nur auf zwei Saisonspiele und insgesamt 160 Spielminuten. Das hat allerdings einen Grund. West, der nach dem Ausfall seines Abwehrkollegen Mike Schäfer gesetzt schien, verletzte sich im September im Heimspiel gegen die Spielvereinigung Vreden bei einem eigenen Foulspiel schwerer. West riss sich im rechten Fuß zwei Außenbänder und ein Innenband. Zudem kassierte er in der Szene noch die Gelb-Rote Karte. „Mittlerweile ist er wieder im Lauftraining“, sagt Samir Habibovic, Sportlicher Leiter des ASC, der West als feste Größe zählt. „Er war ja sofort zwei Wochen nach dem ersten Training Stammspieler bei uns“, so Habibovic weiter.

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Luis Weiß (ASC 09 Dortmund): Auf bislang wenig Spielpraxis blickt ASC-Neuzugang Luis Weiß. Der 19-Jährige wagte im Sommer von der A-Jugend des Hombrucher SV den Sprung zu den Senioren in die Oberliga nach Aplerbeck - mit durchschnittlichem Erfolg bislang. Der Linksfuß, der im offensiven Mittelfeld beheimatet ist, kam nur auf drei Kurzeinsätze mit insgesamt 60 Spielminuten. Laut Samir Habibovic, Sportlicher Leiter des ASC, habe sich Weiß zuletzt aber durchgebissen, bis ihn eine Verletzung stoppte. „In den ersten vier Wochen war er überragend, dann ist er in ein Loch gefallen und am Ende gegen Kaan-Marienborn hatte er sich durchgebissen. Da macht er 35 Minuten ein Riesenspiel und verletzt sich dann“, so Habibovic. Der Muskelfaserriss, den sich Weiß im September zuzog, ist mittlerweile fast ausgeheilt. Weiß befand sich zuletzt wieder im Lauftraining.

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Christian Bernhard (BSV Schüren): Der Einstand am ersten Spieltag misslang. Beim 3:5 gegen den FC Iserlohn sah Christian Bernhard, Neuzugang aus der U19 des Hombrucher SV, die Rote Karte, musste zwei Spiele danach pausieren. Seither jedoch sammelt der Verteidiger eifrig Spielminuten, steht bei fünf Spielen und 445 Minuten. Meist agiert er an der Seite des erfahrenen Neuzugangs Jonas Aquistapace. „Christian hat uns positiv überrascht, obwohl wir von seinen Qualitäten ja schon wussten. Er ist zweikampfstark, aggressiv und man sieht bei ihm auch, dass die Spritzigkeit da ist. Was ihm noch fehlt, das ist die Erfahrung. Die wird aber von Spiel zu Spiel kommen“, sagt Schürens Sportlicher Leiter Mehmet Aslan über den 19-Jährigen.

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William Valenti (SV Brackel 06): Fünf Spiele und insgesamt 316 Minuten hat William Valenti für den SV Brackel in der Meisterschaft absolviert. Der offensive Außenbahnspieler, der im Sommer aus der Landesliga-A-Jugend des FC Brünninghausen nach Brackel wechselte, hat seine ersten Schritte im Seniorenfußball gemacht und hat teilweise schon überzeugen können. Trotzdem sieht sein Trainer Giovanni Schiattarella noch Verbesserungsbedarf . „Er hat einen super ersten Kontakt, ist zielstrebig. Er muss aber physisch noch draufpacken. Er ist zu schmächtig, das merkt man in der Zweikampfführung“, sieht Schiattarella auch einen Grund dafür, dass Valenti bisher noch auf sein erstes Senioren-Landesliga-Tor wartet.

Cihan Ulusoy (Kirchhörder SC): Cihan Ulusoy will Meister werden. In seinem ersten Interview mit dieser Redaktion gab der KSC-Neuzugang, der im Sommer aus der Bundesliga-A-Jugend des MSV Duisburg zum Kirchhörder SC wechselte, forsche Ziele aus. Bislang läuft es gut. Kirchhörde ist aktuell Tabellenführer der Landesliga. Daran hat auch Ulusoy Anteil, der laut Trainer Sascha Rammel „fußballerisch alles mitbringt“. Dennoch müsse Ulusoy mit seinen gerade einmal 18 Jahren noch viel lernen. „Er hat häufig gezeigt, was für ein Potenzial in ihm steckt. Seine Entwicklung hat aber noch nicht aufgehört. Er muss die Einstellung zur Liga finden, dann ist er einer der besten der Liga“, sagt Rammel. Der Mittelfeldspieler kam für den KSC in sieben Spielen zum Einsatz (574 Minuten). Ein Treffer gelang ihm aber noch nicht.

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Jan-Nils Bachmann (FC Brünninghausen): In allen acht Saisonspielen stand Jan-Nils Bachmann von Beginn an für den Westfalenligisten FC Brünninghausen auf dem Feld. „Da hätte ich auch nicht mit gerechnet“, sagt der defensive Mittelfeldspieler. „Ich habe ja gesehen, wer da in der ersten Mannschaft herumläuft.“ Bachmann kam im Sommer aus der eigenen A-Jugend. Dort kickte er in der Landesliga. Mittlerweile ist er aber auch für das Seniorenteam zu einem wichtigen Spieler gereift. „Nils spielt, weil er gute Leistungen bringt“, sagt sein Trainer Rafik Halim und fügt an: „Er spielt sehr erfrischenden Fußball, hat eine unglaublich gute Technik und spielt die richtigen Pässe im richtigen Moment. Es macht Spaß, ihm zuzuschauen.“

Hikmet Konar (Westfalia Wickede): Der erst 20-jährige Offensivflitzer Hikmet Konar schnürt seit dem Sommer seine Fußballschuhe für den BV Westfalia Wickede. Konar kam vom FC Iserlohn zu den Schwarz-Weißen und hat aktuell sieben Meisterschaftsspiele (414 Minuten) für Wickede abgespult. Ein Tor gelang dem Außenstürmer in der Meisterschaft jedoch noch nicht. Daniel Dukic, Sportlicher Leiter der Wickeder, beschreibt ihn als sehr zurückhaltenden, schüchternen und sensiblen Menschen. „Spielerisch gesehen ist er aber ein absoluter Wirbelwind. Manche möchte er aber zu viel, mutet sich im Dribbling zu viel zu“, sagt Dukic und ergänzt: „Sein größter Feind ist sein Kopf. Er muss ein dickeres Fell bekommen und Dinge auch mal an sich abprallen lassen“, so Dukic.

David Fernandes (Westfalia Wickede): David Fernandes wechselte ebenfalls im Sommer vom FC Iserlohn zu Westfalia Wickede. Der Klub verpflichtete den 20-Jährigen eigentlich als Offensivspieler, Trainer Marko Schott schulte ihn allerdings zum Linksverteidiger um, sodass Fernandes direkt hinter Hikmet Konar spielte. Sechs Meisterschaftsspiele hat Fernandes bisher bestritten, dabei 494 Spielminuten gesammelt. „Er ist sehr selbstbewusst, traut sich viele Aktionen zu und ergänzt sich mit Hikmet sehr gut“, so Dukic, der Fernandes aber empfielt: „Er braucht noch ein bisschen Kampfgewicht, muss noch ein bisschen zulegen für die Zweikampfsituationen.“

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Alexander Bernhard (Kirchhörder SC): Im Derby - kurz vor dem Sportlockdown - avancierte Alexander Bernhard zum Matchwinner. Beim SV Brackel erzielte Kirchhördes Offensivmann Alexander Bernhard einen Doppelpack - zum 2:1-Endstand. In insgesamt sieben Saisonspielen (493 Minuten) kam Bernhard auf drei Saisontreffer. KSC-Trainer Sascha Rammel findet nur lobende Worte für den 21-Jährigen. „Alex spielt die beste Saison, seitdem er bei uns ist. Man sieht bei ihm einen Riesenschritt - auch auf der körperlichen Seite. Außerdem sieht man, dass er lernwillig ist. Er ist auf einem richtigen Weg“, sagt Rammel.

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