Wenn es am Sonntag zum Westfalenliga-Derby zwischen dem BSV Schüren und Westfalia Wickede kommt, werden auch persönliche Duelle ausgetragen. Anil Konya und Eyüp Cosgun im Interview.

von Theo Hermann

Dortmund

, 08.03.2019, 17:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

In der Westfalenliga spielen zur Zeit drei Dortmunder Klubs. Jedes direkte Aufeinandertreffen verspricht unter solchen Umständen ein ganzes Stück Aufregung – dass alle drei noch um den Klassenerhalt kämpfen entspannt die Situation nicht unbedingt. In den Dortmunder Derbys zwischen dem Kirchhörder SC, dem BSV Schüren und Westfalia Wickede kennt man die Gegner gut – hin und wieder sogar besser als die eigenen Teamkameraden.

Direktes Duell zweier guter Freunde

So geht es Eyüp Cosgun und Anil Konya, Cosgun stürmt für Schüren, Konya steht in Wickede in der Innenverteidigung. Am Sonntag (15.00 Uhr, Fränkischer Friedhof 75, 44319 Dortmund) kämpfen die beiden im direkten Duell um wichtige drei Punkte, außerhalb des Fußballplatzes sind sie gute Freunde.

„Ganz klassisch“ haben die Kontrahenten sich vor zehn Jahren durch den Fußball kennengelernt, beide spielten einst für den TuS Eving-Lindenhorst. Im Interview blicken sie auf die bevorstehende Partie. Darauf, sich gegenüberzustehen, freuen sie sich beide.

Versucht ihr euch auf dem Platz gegenseitig aus dem Konzept zu bringen? Mit fiesen Sprüchen zum Beispiel?

Cosgun: „Das ist nicht meine Art, ich konzentriere mich lieber komplett auf mich selbst. Höchstens nach dem Spiel gibt es ab und zu die ein oder andere kleine Stichelei, natürlich immer nur zum Spaß.“

Konya: „Das bleibt von beiden Seiten auf sehr respektvoller Ebene, sowas macht von uns keiner. Klar kommt es zu hitzigen Diskussionen – wir sind ja immer noch Fußballer, die ein Spiel gewinnen wollen – aber nach dem Spiel gibt man sich die Hand und dann ist alles vergessen.“

Es kommt zum Zweikampf – haut ihr euch extra hart um?

Cosgun: „Das bleibt alles im fairen Rahmen. Gerade gegen Freunde ist das ja nicht so schön, sich wehzutun, da bin ich noch etwas vorsichtiger als sonst. Man kennt sich eben, respektiert sich, da geht man anders in so einen Zweikampf.“

Konya: „Ob ich jemanden kenne, macht im Zweikampf keinen Unterschied. Bei Freunden gehe ich genau so rein wie bei allen anderen, nicht härter aber auch nicht vorsichtiger.“

Hat so ein Spiel einen besonderen Stellenwert für euch?

Cosgun: „Definitiv. Man kennt viele Gesichter, gegen Freunde spielen ist immer etwas Besonderes. Man umarmt sich nach dem Spiel, tauscht sich aus, quatscht ein bisschen. So ein Spiel zu gewinnen, fühlt sich immer noch ein bisschen besser an als sonst.“

Konya: „Derbystimmung, klar. Das hat einen ganz anderen Charakter, jeder legt für so ein Spiel noch ein paar Prozentpunkte drauf. Ein Derbysieg ist schöner als andere.“

Warum kann eure Mannschaft das Spiel am Wochenende für sich entscheiden?

Cosgun: „Die aktuelle Form spricht natürlich für uns, aber Wickede steht immer noch ein paar Punkte höher. Für das Derby ist aber alles offen, das ist kein normales Spiel. Es ist vollkommen tagesformabhängig, wer da gewinnt. Wenn wir uns richtig reinhängen, sehe ich sehr gute Chancen für uns.“

Konya: „Sagen wir mal so, drei Punkte wünsche ich mir schon – ist ja klar. Aber das könnte eine knappe Angelegenheit werden, 1:1 würde ich so aus dem Bauch tippen. In unserem kleinen persönlichen Duell habe ich den Anspruch, vor allem die Zweikämpfe für mich zu entscheiden, so bei 70 Prozent wär ich ganz zufrieden. Aber gegen Eyüp wird das nicht leicht.“

Sowohl für Wickede als auch für Schüren kann man den Abstieg noch nicht ausschließen. Schaffen beide den Klassenerhalt?

Cosgun: „Ich wünsche mir wirklich, dass wir das beide schaffen. Ich denke wir alle freuen uns, wenn die Dortmunder Teams die Stadt weiter in der Westfalenliga repräsentieren dürfen. Die Qualität für den Klassenerhalt ist auf jeden Fall da, ob wir das am Ende schaffen liegt jetzt ganz an uns.

Konya: „Beide Vereine haben das Zeug dazu, ich glaube definitiv an uns und auch an die Schürener. Da sind sich glaube ich alle einig, dass man da unter den Dortmundern zusammenhält.“

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