Nach einem halben Jahr kehrt Jan-Patrick Friedrich zum ASC Dortmund zurück. Im Interview äußert er Kritik an seinem Ex-Trainer und adelt einen Regionalliga-Spieler als „das Maß aller Dinge“.

Dortmund

, 18.01.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Drei Jahre lang spielte Jan-Patrick Friedrich (23) für den ASC 09 Dortmund. In der vergangenen Saison verpasste er mit dem Oberligisten nur knapp den Aufstieg in die Regionalliga. Für ihn ging es im Sommer trotzdem eine Liga hoch - er wechselte zum TuS Haltern, der vor dem ASC auf Platz zwei gelandet war. Nun ist er wieder zurück in Dortmund und spricht im Interview über Probleme mit seinem Ex-Trainer, die verkorkste Hinrunde des ASC und darüber, wer sein schlimmster Gegenspieler in der Regionalliga war.

Herr Friedrich, wie froh sind Sie, wieder beim ASC 09 Dortmund spielen zu können?

Grundsätzlich bin ich natürlich sehr froh. Vor allem weil ich die Jungs ja schon alle kenne. Mit vielen Leuten mache ich auch neben dem Platz was. Das ist aber ein bisschen untergegangen, als ich in Haltern war. Ich bin ziemlich froh, wieder in Dortmund zu spielen.

Bei Ihrem Wechsel zum TuS Haltern nannten Sie als einen der Gründe für Ihren Weggang die „zu stressigen“ Fahrten von Dortmund zur Arbeit nach Recklinghausen und dann zum Training nach Aplerbeck. Hat sich etwas daran geändert?

Das erste Halbjahr auf der Arbeit ist verstrichen. Anfangs war es echt stressig, ich konnte nicht immer pünktlich Feierabend machen. Das hat sich nach den ersten sechs Monaten aber gelegt. Jetzt kann ich oft früher Schluss machen.

Warum sind Sie nun zum ASC in die Oberliga zurückgekehrt?

Ich habe meine Spiele in der Regionalliga gemacht. Ich bin aber ein Typ, der immer spielen möchte. Und wenn ich nicht spiele, möchte ich eine Begründung. Die Begründungen brauche ich, damit ich weiß, woran ich arbeiten kann. Mir fehlten in Haltern teilweise die persönlichen Gespräche. Zusätzlich kam eine Verletzung zum Ende der Hinrunde dazu. Ich wollte jetzt einfach wieder fit werden und den Spaß am Fußball zurückgewinnen. Daher gab es für mich auch nur eine Adresse: Aplerbeck. Ich hätte auch andere Möglichkeiten gehabt, auch weiter in der Regionalliga zu spielen.

Jetzt lesen

Beim TuS Haltern wollten Sie „möglichst viele Einsätze bekommen“. Am Ende standen Sie elf Mal auf dem Platz. Sind Sie zufrieden mit Ihrem halben Jahr in der Regionalliga?

Persönlich bin ich mit meiner Weiterentwicklung sehr zufrieden. Du spielst viel gegen Profis, die zweimal täglich trainieren. Da habe ich mich fußballerisch definitiv weiterentwickelt. Ich habe mich aber auch menschlich weiterentwickelt. Das war ein neues Umfeld mit neuen Mitspielern und Trainern, da musst du dich erst mal einfinden. In die Situation bin ich gut reingewachsen.

Wie stark unterscheidet sich der Fußball in der Oberliga von dem in der Regionalliga?

Fußballerisch extrem. In der Oberliga wird viel taktisch gespielt. In der Regionalliga sind viele technisch besser ausgebildet und in der Spritzigkeit enorm stark. Du spielst auch gegen viele Ältere, die mal höher gespielt haben.

Wer war im vergangenen halben Jahr Ihr unangenehmster Gegner?

Schlecht war natürlich keine Mannschaft. Am stärksten, sowohl spielerisch als auch taktisch, war der SV Rödinghausen. Von den Spielern war es deren Stürmer Simon Engelmann. Der war das Maß aller Dinge. Er hat eine körperliche Präsenz, ist robust und trotzdem mega schnell. Er weiß immer, was er mit dem Ball vor hat und ist eiskalt vor dem Tor. Nicht umsonst war es der Fall, dass einige Zweitligavereine um ihn buhlten.

Letzte Saison wurden Sie mit dem ASC Dritter. In dieser Saison ist bereits viel passiert, es gab zwei Trainerwechsel, die Mannschaft steht nur auf Platz 14. Auch die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft verlief enttäuschend. Wie haben Sie die ereignisreiche Hinrunde von außen erlebt?

Ich habe das natürlich weiter verfolgt und hab mich hier und da mal mit einigen ausgetauscht. Wenn es zeitlich passte, habe ich mir einige Spiele angeschaut - am Platz oder im Internet. Sie hatten eine relativ lange Durststrecke. Ich bin mir sicher, dass in der Rückrunde mehr passieren wird. Nach den ersten eineinhalb Wochen, die ich mittrainiert habe, bin ich vom neuen Trainer (Antonios Kotziampassis, Anm. d. Red.) überzeugt.

Jetzt lesen

War denn bei ihrer Unterschrift schon klar, wer Trainer sein wird?

Ich war immer mal im Austausch mit Samir Habibovic (Sportlicher Leiter, Anm. d. Red.). Ab dem Zeitpunkt, als ich gesagt habe, es funktioniert nicht in Haltern, habe ich Kontakt aufgenommen. Er hat gesagt, wir nehmen dich immer gerne. Es war aber noch nicht klar, wer kommt. Als das vollzogen wurden, hat Samir direkt Bescheid gesagt. Da habe ich mir auch keine Gedanken mehr über andere Vereine gemacht.

Was haben Sie sich für die Rückrunde in der Oberliga vorgenommen? Geht der Blick in der Tabelle nun erst mal nach unten oder doch eher nach oben?

Ich bin ein Typ, der immer das Maximum rausholen möchte. Der Blick richtet sich auf die obere Tabellenhälfte. Aber wir müssen gucken, dass wir unten die Punkte holen. Wir brauchen uns nichts vormachen. Wir haben den Druck, müssen punkten, damit wir mit unten nichts mehr zu tun haben. Alles Weitere, was dann passiert, ist Luxus. Erst mal müssen wir schauen, dass wir da unten raus kommen. Spätestens nächste Saison werden wir aber wieder oben angreifen.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt