Ausschluss von der Dortmunder Stadtmeisterschaft: Das sagen die Vereine und der Kreis

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Der Ausschluss von drei Vereinen von der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft in Dortmund schlägt hohe Wellen. Wir haben mit den drei Vereinen und dem Kreis gesprochen.

Dortmund

, 11.03.2020, 16:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Nachricht wurde am Mittwochmorgen offiziell. Der Kreisfußballausschuss hat drei Klubs aufgrund ihrerer Vergehen bei der vergangenen Hallenfußball-Stadtmeisterschaft für die kommende Veranstaltung ausgeschlossen. Weitere Vereine haben Geldstrafen zu zahlen.

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Türkspor Dortmund, der FC Wellinghofen und der VfL Hörde wurden ausgeschlossen und zusätzlich mit einer Geldstrafe von jeweils 500 Euro belegt. Wegen weniger schwerwiegender Vergehen wurden SuS Derne, der FV Scharnhorst, Sarajewo Bosna (jeweils 200 Euro), der Hörder SC (150 Euro) sowie der SV Westrich und der SC Osmanlispor (jeweils 100 Euro) mit Ordnungsgeldern belegt.

Wir haben mit den Klubs und dem Kreisfußballausschuss gesprochen:

Rolf Heidemeier (Vorsitzender FC Wellinghofen): „Vor der Gesprächsrunde mit dem Kreis war doch längst entschieden, dass wir ausgeschlossen werden. Ich finde, wir müssen jetzt für die organisatorischen Fehler büßen. Warum werden überhaupt angetrunkene Fans in die Halle gelassen? Der Ausrichter ist doch dafür zuständig, dass es auf den Rängen gesittet zugeht. Viele unserer Fans sind ehemalige Spieler unseres Klubs, die gar nicht mehr Mitglied bei uns sind. Und für die müssen wir jetzt haften? Was hätten wir als Verein denn machen können? Der Ausschluss und vor allem die 500 Euro Strafe tun uns richtig weh. Es schadet auch unserem Image. Und das alles, weil sich auf der Tribüne Fans daneben bekommen haben. Es ist ja klar, dass wir uns von denen distanzieren. Wir beraten noch, ob wir Beschwerde einlegen.“

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Rainer Blinne (Vorsitzender VfL Hörde): „Die einschneidenden Maßnahmen des Kreises kann ich nicht nachvollziehen. Es ist mal wieder eine Kollektivstrafe und das halte ich für falsch. Der Veranstalter steht einfach in der Pflicht, für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Wir können doch nicht auf jeden unserer Fans aufpassen, der sich auf der Tribüne befindet. Wir überlegen noch, ob wir Beschwerde einlegen.“

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Reza Hassani (Trainer Türkspor Dortmund): „Ich finde es einfach nur traurig, dass wir für die Tat eines Einzelnen bestraft werden. Und die Person steht in keinster Weise in Verbindung zu unserem Klub. Er ist kein Mitglied bei uns, weder aktiv noch passiv. Als der auf dem Feld war, haben ihn auch unsere Spieler gleich vom Feld geführt. Aber der komplette Verein wird jetzt bestraft, nur weil der bei uns im Block saß. Wir distanzieren uns natürlich von der Tat. Was der gemacht hat, ist eine Vollkatastrophe. Wäre der Mitglied bei uns, hätten wir ihn direkt aus dem Verein geworfen. Wir können doch nicht für jeden einzelnen Fan auf der Tribüne haften. Dann kann ich mich ja im nächsten Jahr einfach in einen gegnerischen Block setzen und auf das Feld laufen, um dem Verein zu schaden. Dem Verein und den Spielern wurde ein echtes Highlight geklaut. Ich halte den Ausschluss nicht für fair. Wir werden definitiv Beschwerde einlegen.“

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Volker Schneeloch (Kreisfußballausschuss): „Es steht explizit in der Rechts- und Verfahrensordnung, dass die Vereine für Personen und Zuschauer haften, die dem Klub optisch zuzurechnen sind. Wir haben in den drei Fällen nicht nach Augenschein entschieden, wir haben auch die uns vorhandenen Bewegtbilder ausgewertet. Wir haben so entschieden, weil wir nicht wollen, dass uns diese tolle Veranstaltung kaputtgemacht wird.“

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