"Ballerina im Ring": Christina Hammer ist wieder da

Boxen

Seit fast genau einer Woche schwebt Christina Hammer im siebten Himmel. 14 lange Monate war Dortmunds „Sportlerin des Jahres“ zu boxerischer Untätigkeit verdammt, dann lief der Vertrag mit ihrem alten Boxstall aus und ein neuer begann – und es ging gleich wieder in die Vollen.

DORTMUND

, 22.07.2016, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christina Hammer (Boxen/25): Sie hat ihren Weltmeistertitel nach Version der WBO im Mittelgewicht verteidigt, damit hält sie seit 2010 den WM-Titel! In Jena gewann die unangefochtene Nummer eins der unabhängigen Computer-Weltrangliste gegen Herausforderin Kali Reis aus den USA. Die Punktrichter werteten 3:0 (98:91, 98:91, 98:91).

Christina Hammer (Boxen/25): Sie hat ihren Weltmeistertitel nach Version der WBO im Mittelgewicht verteidigt, damit hält sie seit 2010 den WM-Titel! In Jena gewann die unangefochtene Nummer eins der unabhängigen Computer-Weltrangliste gegen Herausforderin Kali Reis aus den USA. Die Punktrichter werteten 3:0 (98:91, 98:91, 98:91).

„Eine toller Abend, ich habe es echt genossen, nach 14 Monaten zurück im Ring zu sein!!! Ich danke so vielen Menschen, die in der schweren Zeit an meiner Seite standen und an mich geglaubt haben“, jubilierte die Weltmeisterin nach ihrer Rückkehr ins Seilgeviert. In München hatte die 25-Jährige eine 41-jährige Ungarin namens Melinda Lazar vor den Fäusten. Am Ende stand ein Knockout in der sechsten Runde – und kurz darauf eine ausführliche Geschichte in der Süddeutschen Zeitung mit der schönen Überschrift „Ballerina im Ring“ und einer blumigen Beschreibung ihres Kampfstils.

"Die Boxerin, die nichts ins Schwitzen bringt"

Kleine Kostprobe gefällig? „Melinda Lazars Gesicht zeichneten tiefe Augenringe, ihr Blick wirkte trüb, es war überhaupt nicht mehr klar, ob sie das alles vor ihr noch wahrnehmen konnte. Vor ihr bewegte sich eine Gegnerin, die tänzelte, die mit der linken Faust schlug, weitertänzelte, mit der rechten Faust schlug, tänzelte und tänzelte, schlug und schlug, traf und traf."

"Und die lächelte. Und die nicht schwitzte. Zumindest ganz lange nicht. Und als sie dann doch schwitzte, ganz leicht, mit feinen Schweißperlen an der Stirn, an der Schulter, als sie also fast schon verhöhnend wenig schwitzte, da war dieser Kampf auch schon vorbei. Melinda Lazar, den Körper schon längst in eine quälende Verkrümmung verbogen, hing in den Seilen. Vor ihren trüben Augen stand Christina Hammer, die Boxerin, die nichts wirklich ins Schwitzen bringt.“

Hammer will den Titel 

Die Studentin, die auch abseits des Boxrings eine gute Figur macht und unter „Lady Hammer“ firmiert, will das Gesicht des Frauenboxens werden. Dazu braucht die Mittelgewichtlerin mit der eindrucksvollen Kampfbilanz von 19 Profikämpfen, null Niederlagen und neun K.o.´s wieder richtige Titelkämpfe. Deshalb wundert es nicht, dass die Kampfansage der vierfachen Weltmeisterin nicht lange auf sich warten ließ: „Im Herbst möchte ich um den WBC-Titel kämpfen“. Und mit dem frischen Ruhm schob sie hinterher: „Es kann nur nach oben gehen.“

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