Bauer(n)trick

Hauptrennen entscheidet sich erst auf der Ziellinie

28.05.2007, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der Ziellinie holte der 37-Jährige noch Malaya van Ruitenbeek (Team regiostrom-Senges) nach Punkten ein, spektakulärer hätte das Rennen kaum enden können. Schon recht früh, nach 14 Runden, hatten sich Bauer und van Ruitenbeek gemeinsam mit Rafael Otto, Florian Schweter, Dirk Schumann und Jan van Puyvelde vom Peloton abgesetzt und bei den Wertungen, die alle zehn Runden vorgenommen wurden, am fleißigsten gepunktet. Lediglich Florian Schweter und Dirk Schumann, der später nach einem Sturz zurückfiel, gelang es anfangs, in die Phalanx des Spitzenduos einzudringen. Doch spätestens nach der sechsten und vorletzten Wertung war klar: Bauer und van Ruitenbeek machen den Gewinner unter sich aus. Der Niederländer hatte bis dahin 21 Zähler gesammelt, Bauer zwei weniger. Alles hing also an der Zielwertung, bei der es doppelte Punkte zu holen gab. Für zusätzliche Dramatik sorgte dann die Überrundung des Feldes in der 65. Runde. Aus dem hatten sich allerdings wiederum drei Fahrer abgesetzt, was bedeutete: Es waren nur noch zwei Punkte für die restlichen Pedaleure übrig - genau die benötigte Bauer. Und die holte er sich mit einem unwiderstehlichen Schlusssprint auch. Die bessere Platzierung bei der Zieleinfahrt gab den Ausschlag für den Mann vom Team Singer. «Ich bin natürlich hochzufrieden», jubelte der Gewinner, «vor allem, weil ich als Einzelfahrer ohne Team hier angetreten bin.» Kleiner Wermutstropfen: Einige Kollegen geben Bauer die Schuld für Schumanns Sturz in der 33. Runde. «Ich wurde angezählt», sagte Bauer, der aber die Verantwortung von sich wies. Malaya van Ruitenbeek, der mit dem Silberrang vorlieb nehmen musste, gratulierte seinem Rivalen fair und räumte ein: «Das hat er schlau gemacht im Dunkeln.» Florian Schweter (Team EGN) hatte als Drittplatzierter übrigens doppelten Grund zur Freude. Er übernahm mit seinem Podestrang gleichzeitig die Führung in der Ernst-Claußmeyer-Gedenktrophäe, die in der Summe bei allen Dortmunder Straßenrennen vergeben wird. In seinem Statement dachte er zunächst an seinen Teamkollegen Dirk Schumann. «Wären wir zu zweit gewesen, wäre sogar noch mehr drin gewesen.» Schweter strahlte trotzdem übers ganze Gesicht - genau wie Sven Bauer. Ein Siegerlächeln eben. Thomas Rellmann

Lesen Sie jetzt