Bei vorzeitigem Saisonabbruch: Bekommen die Fußballvereine Geld zurück?

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Ein frühzeitiges Ende der Spielzeit wirft viele Fragen auf. Neben sportlichen rücken auch finanzielle Aspekte in den Vordergrund. So könnten Vereine auch Gelder vom Verband zurückerstattet bekommen.

Dortmund

, 17.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine Fußballsaison ist nicht nur aus sportlicher Sicht eine Herausforderung. Auch finanziell müssen die Vereine einiges einplanen und durchdenken: Gehälter, Prämien, Eintrittsgelder, Sponsoreneinnahmen und so weiter.

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Zu den festen Bestandteilen in der Saisonkalkulation zählen auch die so genannten Verbandsabgaben. Darunter fallen die Mitgliedsbeiträge, die sich an der höchstspielenden Mannschaft eines Vereins orientieren. Dazu kommen die Abgaben für die Heimspiele in der Liga und die Abgaben für die Partien im Kreis- oder Westfalenpokal. Zu guter Letzt zählen die Genehmigungsgebühren für Turniere dazu.

Michael Linke: „Rechne damit, dass wir beim Abbruch der Saison etwas zurückbekommen“

Im Falle eines vorzeitigen Saisonendes dürften die Vereine einige Gelder erstattet bekommen. Davon geht zumindest Michael Linke, Erster Vorsitzender des Oberligisten ASC 09 Dortmund aus. „Der Mitgliedsbeitrag gilt beispielsweise für die ganze Saison. Daher rechne ich damit, dass wir beim Abbruch der Saison etwas zurückbekommen.“

Der ASC hat beispielsweise folgende Kosten für die laufende Saison zu entrichten:

  • Jahresbeitrag zur Teilnahme an der Oberliga: 2660 Euro
  • Jahresbeitrag abhängig von der Anzahl der Mitglieder [ASC hat mehr als 301 Mitglieder]: 780 Euro
  • Verbandsabgabe für Heimspiele: 1700 Euro.

Bei letztgenannten wurde vor der Saison eine Pauschale von 100 Euro pro Heimspiel in der Oberliga beschlossen. „Wenn wir nicht alle 17 Heimspiele austragen, gehe ich davon aus, dass wir hier einen Teil erstattet bekommen“, meint Linke.

Landesligisten zahlen 1330 Euro pro Saison als Jahresbeitrag

Für Westfalenligisten wie den BSV Schüren, den FC Brünninghausen oder Westfalia Wickede fallen beispielsweise andere Kosten an: Hier werden 1995 Euro als Jahresbeitrag abgebucht, Vereine der Landesliga wie der Hombrucher SV oder der TuS Bövinghausen zahlen 1330 Euro.

Ein weiterer Kostenpunkt sind die Schiedsrichtergebühren. Hier haben sich nach Informationen der Ruhr Nachrichten die Vereine der Oberliga und Westfalenliga darauf geeinigt, dass die Kosten „ligenweise gepoolt“ werden, wie es in der Finanzordnung des FLVW heißt.

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Was bedeutet das? Die Vereine bezahlen die Unparteiischen nicht direkt nach dem Spiel, sondern die Clubs zahlen in einen Topf ein, aus dem dann die Schiedsrichter entlohnt werden. „Hiermit sollen die Fahrtkosten ausgeglichen werden. Sprich: Vereine, die etwas außerhalb liegen, sollen nicht benachteiligt werden, weil die Schiedsrichter weitere Wege zu den Spielen haben“, erklärt Christian Schubert aus der Presseabteilung des FLVW.

Hierbei erhofft sich Michael Linke vom ASC 09 auch eine Kostenerstattung. „Die Unparteiischen werden ja vermutlich kein Geld dafür bekommen, wenn ein Spiel ausfällt. Daher braucht der Verband nicht die gesamte Pauschale.“

FLVW: „Derzeit lässt sich nicht seriös voraussagen, ob und wie die Saison fortgeführt werden kann“

Beim FLVW hat man sich noch keine konkreten Gedanken gemacht, ob die Vereine bei einem Abbruch der Saison einen Teil der Abgaben erstattet bekommen. „Gerade Amateurvereine haben mit finanziellen Einbußen zu kämpfen. Auch hier geht es – natürlich in weitaus geringerem Maße als in den Profiligen – um Eintrittsgelder, Einnahmen durch den Verkauf von Speisen und Getränken sowie Werbeerlöse. Wir nehmen die Sorgen sehr ernst, können aber in keiner Weise absehen, wie und ob der Spielbetrieb fortgesetzt werden kann“, bittet Manfred Schnieders Vizepräsident Amateurfußball, Vereine und Öffentlichkeit um Verständnis.

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