Bereit für Claressa Shields: Christina Hammer fiebert Mega-Kampf des Frauenboxens entgegen

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Der Countdown für Christina Hammer beginnt. Nach drei Wochen Trainingslager in Seefeld und einem Zwischenstopp in Dortmund ist die Box-Weltmeisterin seit Donnerstag auf den Weg in die USA.

Dortmund

, 04.04.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Mega-Kampf des Frauenboxens steht auf der Karte: Für Christina Hammer geht es am Samstag (13. April) in Atlantic City um die Mittelgewichts-Krone gegen die US-Amerikanerin Claressa Shields. „Der Kampf kann kommen“, zeigte sich die Dortmunderin zuversichtlich, am Ende der zehn Runden als unumstrittene Weltmeisterin den Ring zu verlassen.

In Boxkreisen spricht man vom Superfight, handelt es sich doch um den lange erwarteten und mehrmals verschobenen Titelvereinigungsfight der vier großen Box-Verbände WBA-, WBC-, WBO und IBF. Hammer, die 28-jährige Mittelgewichts-Weltmeisterin der WBC und WBO, hat bislang alle ihre 24 Kämpfe gewonnen, davon elf vorzeitig. Die vier Jahre jüngere Amerikanerin ist ebenfalls noch unbesiegt, hat aber erst acht Gefechte hinter sich gebracht.

Es stimme alles, das Gewicht, die Form, die Motivation, so die 28-Jährige. Doch noch ist etwas Zeit bis zum großen Showdown am kommenden Samstag um 21 Uhr (Ortszeit). Die Boardwalk Hall in Atlantic City dürfte mit 10.500 Zuschauern ausverkauft sein. Der TV-Sender Showtime überträgt natürlich live. Das Medienecho ist enorm. Am kommenden Mittwoch steht die international besetzte Pressekonferenz in Atlantic City an. Ein verbaler Schlagabtausch inklusive bitterböser Blicke zwischen den beiden Gegnerinnen ist schon jetzt garantiert.

Hammer hat Vorbereitungen abgeschlossen

Bis dahin will Christina Hammer die Zeitverschiebung von minus sechs Stunden gemeistert, sich den neuen Trainingsbedingungen angepasst und ein kleines Apartment in der Weltstadt New York City bezogen haben. „Die Vorbereitung ist abgeschlossen, jetzt muss ich meine Form halten“, erklärte Hammer vor dem Abflug in die USA.

Und was noch viel wichtiger ist. Da die 28-jährige Dortmunderin nach einer überstandenen Darmentzündung ganz besonders auf ihre Ernährung achten muss, geht’s nicht wie gewöhnlich in ein Hotel, sondern in ein kleines Apartment.

Neben Christina Hammer sind Trainer Dimitri Kirnos und dessen Ehefrau sowie Hammers Trainingspartner Nick Morsick dabei. Gekocht wird am heimischen Herd. Eine Vorsichtsmaßnahme angesichts der Gluten-Unverträglichkeit von Christina Hammer. Erst drei Tage vor dem Kampftermin geht’s dann per Auto in das rund 200 Kilometer südlich von New York gelegene Atlantic City im Bundesstaat New Jersey.

Box-Weltmeisterein nimmt sich mediale Auszeit

Der gewollte Rückzug in das kleine Apartment in New York passt ins Konzept der Dortmunderin, die schon aus diesem Grund so gut wie nichts von den Provokationen ihrer Gegnerin mitbekommt. „Das interessiert mich alles nicht, sie kann erzählen, was sie will, ich höre einfach nicht hin“, hat sich Christina Hammer eine mediale Auszeit genommen: „Ich bin auf den Kampf fokussiert und nicht auf die Sprüche von Claressa Shields.“

Ähnlich konzentriert verlief auch das dreiwöchige Trainingslager in Seefeld in Tirol. Ein paar Interviews, der Rest war Training, Training, Training. Zusammen mit ihrem 81 Jahre alten Trainer Dimitri Kirnos hatte sie wie im Vorjahr ein Trainingslager in Seefeld in Tirol bezogen.

2018 aber nur für zwei Wochen, in diesem Jahr für drei Wochen. „Das war schon hart. Ich hatte das Gefühl, viel mehr als im Vorjahr gemacht zu haben, allein durch die Länge von drei Wochen. Außerdem lag noch viel Schnee, die Laufeinheiten waren doppelt schwer“, kommentierte die Dortmunderin den Aufenthalt in Österreich.

Drei Trainingseinheiten täglich

Der es in der Tat in sich hatte. An den ersten zehn Tagen standen drei Trainingseinheiten täglich auf dem Programm. Vor dem Frühstück ging’s nach draußen zum Intervall-Training, am Mittag folgte ein Berglauf, und am Abend kletterte die Dortmunderin in den Boxring.

„Besonders die Bergläufe im Schnee waren extrem“, erklärte Christina Hammer. Um sich mit dem speziellen amerikanischen Box-Stil vertraut zu machen, hatte die Dortmunderin für den zweiten Teil des Trainingslagers noch eine US-Nationalmannschafts-Boxerin für tägliche Sparringkämpfe einfliegen lassen.

„Sie hat mich echt gefordert. Jetzt habe ich das Gefühl, diesen Kampfstil zu kennen“, so Hammer, die ihr Gewicht systematisch von 74,5 Kilogramm vor vier Wochen auf 73,5 Kilogramm vor zwei Wochen drückte und kein Problem haben dürfte, das dann geforderte Gewichtslimit von 72,5 Kilogramm einzuhalten. Ob Shields das auch schafft? Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass die US-Olympiasiegerin noch 80 Kilogramm auf den Rippen hat.

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