Bezahlen die Vereine weiter? „Mit welcher Berechtigung sollten die Geld bekommen?“

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Der Amateur-Fußball pausiert mindestens bis Ende November. Die Vereine haben keine Einnahmen. Bezahlen sie trotzdem ihre Spieler weiter? Wir haben mit neun Verantwortlichen gesprochen.

Dortmund

, 03.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist wieder eine schwierige Situation für die Dortmunder Amateur-Fußballvereine. Der Sport pausiert aufgrund des Lockdowns - keine Zuschauereinnahmen, keine Einnahmen in den Vereinsheimen. Aber wie gehen die Klubs mit ihren Akteuren um, die Aufwandsentschädigungen oder Prämien erhalten? Manche Akteure haben sogar Verträge. Wir haben mit neun Verantwortlichen gesprochen.

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Samir Habibovic (Sportlicher Leiter ASC 09): „Wir werden uns die nächsten Tage mal mit dem Spielerrat kurzschließen. Es ist ja einfach Fakt, dass die Spieler keinen Aufwand haben. Wir wissen aber, wenn wir finanziell in Not geraten würden, dass wir uns auf unsere Mannschaft verlassen könnten. Die Jungs sind charakterlich einwandfrei. Das haben wir ja beim ersten Lockdown gesehen, als alle uns entgegengekommen ist.“

Peter Seifert (Vorsitzender BSV Schüren): „Wir als Klub machen uns keine großen Sorgen. Wir werden finanziell über die Runden kommen. Die Mannschaft weiß aber auch, dass sie kein Geld bekommt, wenn nicht gespielt wird. Sie betreibt ja auch keinen Aufwand und wir haben keine Einnahmen.“

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Ajan Dzaferoski (Vorsitzender TuS Bövinghausen): „Die Mannschaft muss Verständnis dafür haben, dass wir das Ausgehandelte in der spielfreien Zeit nicht komplett bezahlen können. Ein bisschen gibt es aber, wir schrauben nicht auf Null runter. Und die Vertragsspieler müssen wir ja weiterbezahlen.“

Daniel Dukic (Sportlicher Leiter Westfalia Wickede): „Es ist jetzt wieder eine schwierige Zeit. Das Vereinsheim ist zu, wir haben keine Zuschauereinnahmen und wir müssen gucken, wie wir unsere Sponsoren bei Laune halten. Mit der Mannschaft werden wir natürlich über das Finanzielle sprechen müssen. Wir müssen da natürlich genau schauen. Wir haben auch Studenten, die auf das Geld angewiesen sind, weil sie zum Beispiel ihre Miete bezahlen müssen. Beim ersten Lockdown hat es mit der Mannschaft aber auch top geklappt.“

Thomas Behlke (Sportlicher Leiter FC Brünninghausen): „Wir werden in Kürze mit dem Vorstand über die neue Situation sprechen und beschließen, wie es finanziell für die Mannschaft weitergeht. Im Anschluss sprechen wir mit den Spielern. Wir müssen gerechte Lösungen finden.“

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Dimitrios Kalpakidis (Sportlicher Leiter Türkspor Dortmund): „Wir werden in der kommenden Woche diskutieren, wie es mit den Aufwandsentschädigungen weitergeht. Ich weiß ehrlicherweise nicht, wie der Verein das im März geregelt hat, aber sicherlich wird man das dann ähnlich regeln. Eine Überlegung könnte sein, dass die Spieler nur noch 50 Prozent bekommen. Ich sage aber auch: Gerade wird kein Fußball gespielt, es gibt also auch keinen Aufwand. Mit welcher Berechtigung sollten die Spieler Geld bekommen? Ich denke aber, dass die Spieler einsichtig sind und man eine Regelung finden wird. Es ist ja auch eine schwierige Zeit für den Verein. Er hat gerade auch keine Einnahmen. Der Verein wird da aber sicherlich auch niemanden alleine lassen. Jemand der arbeitet, kann auf das Geld sicherlich besser verzichten, als ein Student, bei dem es sonst vielleicht eng wird, seine Wohnung zu bezahlen.“

Jörg Mielers (Sportlicher Leiter Kirchhörder SC): „Die Situation mit dem Lockdown ist für einen Sportverein natürlich ärgerlich, aber aus gesundheitlichen Gründen alternativlos. Finanziell kommen wir über die Runden, auch wenn die fehlenden Einnahmen schmerzen. Unser Vorteil ist, dass unsere Spieler keine Verträge haben. Wir werden aber mit den Jungs ordentlich sprechen und für jede Situation eine passende Lösung finden.“

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Detlev Severidt (Sportlicher Leiter Hombrucher SV): „Wir werden die nächsten Tage mit jedem einzelnen Spieler telefonieren und individuelle Lösungen finden, weil es keine Verträge bei uns gibt. Wir haben eine clevere Truppe. Deshalb bin ich mir sicher, dass wir die passenden Lösungen finden.“

Olaf Schäfer (Vorsitzender SV Brackel 06): „Bei uns gibt es keine Verträge. Wir werden mit den Spielern jetzt reden. Unsere Truppe ist charakterlich top. Deshalb denke ich, dass wir uns einigen werden. Es ist ja keine einfache Zeit für uns. Keine Einnahmen durch Zuschauer oder durch das Vereinsheim.“

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