Immer noch zufrieden? Bövinghausen-Torwart trifft die Corona-Pandemie doppelt hart

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Ricardo Seifried wechselte von Oberligist Westfalia Herne in die Westfalenliga zum TuS Bövinghausen. Jetzt belastet ihn die Corona-Krise gleich doppelt. Ist der Torwart immer noch zufrieden?

Dortmund

, 08.11.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ricardo Seifried hat sich vor einem halben Jahr zu einem Schritt entschieden, bei dem wohl viele Amateurfußballer die Stirn gerunzelt haben. Der 22-jährige Torwart wechselte von Westfalia Herne zum TuS Bövinghausen. Von der Oberliga in die Westfalenliga. Und das, obwohl Seifried mit seiner Qualität viel höher spielen könnte. Vor sechs Monaten begründete er seinen Wechsel unter anderem mit Unstimmigkeiten bei Westfalia Herne und dem Wechsel seines Freundes Maurice Temme. Aber ist Seifried auch nach einem halben Jahr und angesichts der Corona-Zwangspause immer noch zufrieden mit seiner Entscheidung?

Die Saison pausiert aktuell aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Wie sehr ärgert sie der Liga-Stopp?

Wir hatten natürlich einen richtig guten Lauf und man hat gemerkt, dass wir mittlerweile als Mannschaft richtig eingespielt sind. Aber wenn man sich mal anschaut, wie die Infektionszahlen zuletzt in die Höhe geschossen sind, ist es natürlich absolut der richtige Schritt gewesen, die Saison erstmal zu unterbrechen.

Glauben Sie, dass es noch in diesem Jahr weitergeht?

Das ist schwierig. Ich glaube, dass es angesichts der hohen Infektionszahlen erstmal nicht weitergeht. Aber wenn es dann irgendwann doch wieder losgeht, werden wir beim TuS hellwach sein.

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Die Coronavirus-Pandemie betrifft Sie nicht nur im Hinblick auf den Fußball.

Genau, meine Familie besitzt zwei Fitnessstudios in Wischlingen und Brambauer. Die mussten wir jetzt aufgrund der aktuellen Entscheidungen der Politik schon zum zweiten Mal schließen. Leider buchen viele Mitglieder deshalb aktuell ihren Beitrag zurück, viele glauben, dass wir Unterstützung vom Staat bekommen. Aber das stimmt leider nicht. Die Situation ist also gerade auch beruflich nicht leicht für mich.

Sie sind jetzt seit fast einem halben Jahr in Dortmund. Wie fällt Ihr Fazit nach sechs Monaten Bövinghausen aus? Haben Sie mit dem Wechsel aus der Oberliga alles richtig gemacht?

Ja, auf jeden Fall. Ich sehe das auch überhaupt nicht als schlimm an, dass ich von der Oberliga in die Westfalenliga gewechselt bin. Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um dann zwei nach vorne zu machen.

Den ersten von zwei Schritte nach vorne könnten Sie mit Blick auf die Tabelle vielleicht schon bald mit dem TuS Bövinghausen machen.

(lacht) Wie gesagt, es läuft im Moment richtig gut und natürlich ist es irgendwo intern unser Ziel, dass wir in die Oberliga wollen. Trotzdem muss man immer daran denken, dass wir ein Aufsteiger sind.

Viele Ihrer Weggefährten wie beispielsweise Pascal Königs (Ex-Torhüter des TuS Bövinghausen, Anm. d. Red.) sind der Überzeugung, dass sie mit Ihrer Qualität viel höher spielen könnten - was Sie ja in der Oberliga bei Westfalia Herne auch schon getan haben. Merken Sie in der Westfalenliga den Qualitätsunterschied?

Ja, den merkt man schon. Aber das beziehe ich nicht auf unsere Mannschaft. Mit den starken Spielern, die wir im Kader haben, sind wir sogar mehr als Oberliga-reif.

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