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Unfassbare Dinge spielten sich am Sonntag in Kemminghausen ab. Schläge, Tritte, Tumulte. Brambauers Vorsitzender Ahmet Elikalfa hält Kevin Großkreutz am Montag weiter für einen Schuldigen.

Dortmund

, 13.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Am Sonntag hatte Elikalfa behauptet, Großkreutz sei der Auslöser für die Tumulte gewesen, die in einem Polizeieinsatz und einer Strafanzeige mündeten. Videoaufnahmen entlasten aber den Ex-BVB-Profi. Wir haben Elikalfa am Montag noch einmal nach einer Einschätzung gefragt.

Wie würden Sie einen Tag später den Verlauf von Sonntag schildern?

Ich habe mir die Videos noch einmal angeguckt. Und die entlasten Kevin Großkreutz auf keinen Fall.

Sie haben gesagt, Kevin Großkreutz sei der Auslöser der Tumulte gewesen. Das Video zeigt aber deutlich, dass Großkreutz erst später zu den Tumulten gestoßen ist.

Das stimmt, er hat aber mit einem Spruch, dass er die Bandidos holen will, noch einmal Öl ins Feuer gegossen. Danach ging es richtig los und er wurde geschlagen.

Es gab doch schon vorher Angriffe von Spielern des FC Brambauer und deren Anhängern auf Zuschauer und gegnerische Spieler. Auch auf Kinder soll keine Rücksicht genommen worden sein, wie Zeugen berichten.

Das mit den Kindern stimmt, durch die Masse, die herangestürmt ist, waren auch Kinder beteiligt. Das geht nicht. Trotzdem bleibe ich dabei, dass Kevin Großkreutz Öl ins Feuer gegossen hat. Die Tumulte waren doch zu Ende.

Haben Sie das Wort Bandidos selbst gehört?

Dafür stand ich zu weit weg. Das hat mir aber jeder zweite unserer Spieler erzählt. Die erfinden doch kein Wort wie Bandidos. Und man darf nicht vergessen, dass sich einer unserer Spieler aufopferungsvoll auf den am Boden liegenden Kevin Großkreutz geschmissen hat, um ihn zu schützen.

...vor den eigenen Spielern und Fans.

Vor der Masse.

Welche Masse meinen Sie?

Da standen nicht nur Spieler und Fans des FC Brambauer bei den Tumulten, da waren auch Spieler aus Kemminghausen, vom SF Brackel 61 und die Zuschauer aus Kemminghausen dabei.

Aber nur Ihre Spieler und Fans sind Kevin Großkreutz angegangen. Oder meinen Sie, dass Spieler des VfL Kemminghausen oder Brackel 61 Großkreutz schlagen wollten?

Ich sage, dass unser Spieler Großkreutz vor der Masse beschützt hat.

Verurteilen Sie eigentlich die Geschehnisse von Sonntag?

Um Gottes Willen. Natürlich war das nicht okay. Aber dass man nur uns die Schuld gibt, ist nur die halbe Wahrheit.

Das Video zeigt aber, dass die körperliche Gewalt von Ihren Spielern ausging.

Weil es vorher Wortgefechte gab. Meine Spieler sind noch sehr jung und grün hinter den Ohren. Sie hätten die Kemminghauser einfach labern lassen und weghören sollen.

Ist das eine Rechtfertigung?

Eine Erklärung. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Fans, die unsere Spieler unterstützt haben, nicht Vereinsmitglieder sind. Für die können wir nichts.

Werden Sie diesen Fall intern aufarbeiten?

Ja, es ist schon eine Sitzung einberufen. Alle Verantwortlichen und Spieler der Zweiten müssen kommen. Und wer nicht kommt, hat ein Problem.

Was wird in der Sitzung besprochen?

Wir werden den Tag aufarbeiten und alle anhören. Danach entscheiden wir, wie wir weiter vorgehen. Wir haben schonmal Einspruch beim Kreis eingelegt. Vielleicht gibt es ja ein Wiederholungsspiel.

Ihre Erste Mannschaft spielt in dieser Saison unter Kreisaufsicht. Befürchten Sie jetzt harte Sanktionen vom Kreis?

Der Fall der Ersten Mannschaft von damals hat doch nichts mit diesem Fall zu tun. Damals hatte sich ein Schiedsrichter bedroht gefühlt und hat angegeben, er wurde gekniffen. Wir haben das anders gesehen, aber die Strafe angenommen. Seitdem ist nichts mehr passiert.

Werden Sie sich denn beim VfL Kemminghausen und Kevin Großkreutz entschuldigen?

Natürlich mache ich das. Aber trotzdem. Zu so einer Nummer gehören immer zwei Parteien.

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