Brünninghausens Sturmtalent Patrick Trawinski im Interview: Wir wissen, was wir können

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Patrick Trawinski ist neu beim FC Brünninghausen. Letztes Jahr in der Bezirksliga unterwegs, geht der 21-Jährige nun zwei Klassen höher auf Torejagd. Gar nicht so einfach, oder Herr Trawinski?

Dortmund

, 14.08.2019 / Lesedauer: 4 min

Den Saisonstart hätten sich Patrick Trawinski und der FC Brünninghausen sicherlich anders vorgestellt. Mit 1:2 unterlag der Fußball-Westfalenligist beim SV Hohenlimburg 1910. „Wir haben uns mehr vorgenommen“, sagte der Offensivspieler, der sich auf der linken Seite am wohlsten fühlt. „Daher sind wir natürlich enttäuscht.

Trawinski, 21 Jahre jung und in diesem Sommer vom Bezirkligisten FC Nordkirchen zum FCB gewechselt, spielte rund 60 Minuten und steuerte immerhin die Vorlage zum zwischenzeitlichen 1:1 durch Nils da Costa Pereira bei. Seinen ersten Auftritt in der Westfalenliga sieht er dennoch mit gemischen Gefühlen. Wir haben mit Sturmtalent des FCB über den Saisonstart, Druck und die Aufgabe am Sonntag (15 Uhr, Am Hombruchsfeld 71, 44225 Dortmund) gegen die Spvgg Erkenschwick gesprochen.

Herr Trawinksi, Sie haben mit dem FC Nordkirchen in den vergangenen Jahren Bezirksliga gespielt und dabei 36 Tore erzielt. Wie groß war die Umstellung auf die Westfalenliga?

Das war schon ein enormer Unterschied. Vor allem vom Tempo und vom Köperlichen her. Aber durch die Vorbereitung und das Training unter Maximilian Borchmann habe ich mich eigentlich relativ schnell an das Tempo gewöhnt. Daher bin ich im Spiel selbst auch ganz gut zurechtgekommen.

Sie standen rund eine Stunde auf dem Feld, mussten dann Platz machen für Yüksel Terzicik. Taktische Gründe? Oder mussten Sie doch der höheren Belastung Tribut zollen?

Ich habe noch nicht mit dem Trainer darüber gesprochen. K.o. war ich eigentlich nicht, daher wird es wohl taktische Gründe gehabt haben (lacht).

Beim FC Brünninghausen, gerade in der Rolle des Oberliga-Absteigers, hat man sich den Start sicherlich etwas anders vorgestellt. Wie schwierig war es am Sonntag in Hohenlimburg?

Wir haben uns natürlich mehr vorgenommen und wollten unebdingt gewinnen. Ich denke auch, dass wir das Spiel die ersten 20 Minuten gut unter Kontrolle hatten, ohne dabei wirklich zwingende Chancen herauszuspielen. Wir hatten viele tiefe Bälle dabei, die dann letztlich aber nicht zum Abschluss geführt haben. Und dann führt der erste Konter von Hohenlimburg gleich zum Gegentor. Das war bitter ...

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... aber auch noch nicht die Entscheidung, zumal ja noch 75 Minuten auf der Uhr standen...

Nils (da Costa Pereira, Anm. d. Red.) macht ja auch noch den Ausgleich. Und dann kommt diese 89. Minute, in der wir nach einem Einwurf das 1:2 kassieren. Das sind Dinge, die uns so nicht passieren dürfen. Gerade so kurz vor Schluss nicht. Als Absteiger gegen einen Aufsteiger hatten wir uns einfach viel mehr vorgenommen.

Sie haben die Vorlage zum 1:1 gegeben. Wir zufrieden sind Sie denn mit Ihrem ersten Spiel in der Westfalenliga?

Mit meiner eigenen Leistung bin ich so weit zufrieden. Ich weiß aber auch, dass ich noch mehr kann. Und klar: Ich hätte lieber drei Punkte mitgenommen als die Vorlage zu geben.

Welche Erklärung haben Sie für den Negativstart mit dem FC Brünninghausen?

Wir hatten eigentlich eine sehr gute Vorbereitung, haben nur ein Spiel verloren gegen den BSV Schüren. Es lief eigentlich alles sehr gut. Vielleicht war es eine Kopfsache, weil es eben das erste Punktspiel war, das alle unbedingt gewinnen wollten. Das hat womöglich dazu geführt, dass wir zu sicher gespielt und zu wenig das Risiko gesucht haben. Aber ich würde jetzt nicht so weit gehen, gleich eine Krise auszurufen.

Das wäre nach dem ersten Spieltag sicherlich auch übertrieben. Aber hat man die Sorge, dass es eventuell doch eine schwierige Saison in der Liga werden könnte, ein bisschen im Hinterkopf?

Absolut nicht. Wir wissen, was wir können. Das haben wir ja auch bereits in der Vorbereitung gegen höherklassige Teams gezeigt. Und wir haben ein Ziel und einen Plan. Wenn wir daran anknüpfen können und zu dieser Form zurückfinden, werden wir die Spiele auch wieder gewinnen.

Wir nehmen Sie die Stimmung in der Mannschaft wahr?

Eigentlich sehr gut. Wir haben viele, junge Spieler dazu bekommen. Da passt die Mischung aus Erfahrenen und Jungen sehr gut. Gerade fußballerisch macht es sehr viel Spaß, alle haben eine sehr hohe Qualität, und auch das Training ist gut.

Sie haben die vielen jungen Spieler angesprochen. Fehlt in solchen Situationen wie am vergangenen Sonntag beim 1:2 so kurz vor Schluss vielleicht auch die Erfahrung?

Das sagt man sicherlich gerne, und das kann auch so sein. Aber wir haben ja auch viele erfahrene Leute dabei, die bereits Oberliga gespielt haben oder teilweise noch höher. Wie ein Mert Sahin zum Beispiel, der ja schon bei Borussia war. Deshalb: Die Erfahrung ist trotz des jungen Alters bei vielen Spielern auf jeden Fall vorhanden.

Sie haben viele Mitspieler, die, wie Sie es gerade angesprochen haben, auch schon höherklassig gespielt haben. Was haben Sie denn so aus den ersten Wochen beim FC Brünninghausen mitgenommen?

Natürlich holt man sich Tipps. Unser Kapitän Florian Gondrum, der ja wie ich im Sturm unterwegs ist, versucht mir, immer wieder Ratschläge zu geben. Genauso Leon Enzmann. Das nimmt man gerne an. Und ich versuche dann, das Beste daraus zu machen.

Am Sonntag geht es jetzt gegen die Spvgg Erkenschwick. Verspürt man nach der Auftaktniederlange schon so etwas wie Druck?

Druck würde ich nicht sagen, aber natürlich ist die Ausgangssituation nach dem Spiel gegen Hohenlimburg etwas schwieriger, als wenn wir dort etwas Zählbares mitgenommen hätten. Wir wollen den Fans im ersten Heimspiel jetzt zeigen, dass wir solche Spiele dann auch gewinnen können und es vergangene Woche nur ein Ausrutscher war.

Werden Sie nach der ersten Vorlage am Sonntag nun auch das erste Tor in der Westfalenliga folgen lassen?

Das wäre natürlich schön. Aber wie schon bei meiner Vorlage gesagt: Drei Punkte wären mir lieber.

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