BSV Schüren muss weiter um den Ligaverbleib zittern

Fußball-Westfalenliga

Schüren spielt 2:2 beim FC Lennestadt - das reicht nicht zum direkten Klassenerhalt in der Westfalenliga. Die nächste Zitterpartie wartet schon auf den BSV.

Dortmund

, 27.05.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
BSV Schüren muss weiter um den Ligaverbleib zittern

Schüren-Trainer Arthur Matlik war alles andere als zufrieden mit der Leistung seiner mannschaft. © Foltynowicz

Mehr als 500 Lennestädter Fans und elf Spieler des gastgebenden FC rissen nach 93 Minuten die Arme hoch und jubelten. Das Unentschieden reichte Lennestadt zum Klassenverbleib in der Westfalenliga, da der unmittelbare Konkurrent SV Horst-Emscher mit 3:5 gegen den DSC Wanne-Eickel verlor und damit den bitteren Weg in die Landesliga antreten muss.

Der BSV Schüren sicherte sich durch den Punktgewinn die Relegation und muss nun am Himmelfahrtstag, 30. Mai, um 15 Uhr gegen den SV Mesum nachsitzen. Es gibt kein Hin- und Rückspiel, nur die eine Begegnung auf neutralem Boden. Und nur der Sieger der Begegnung darf auch in der kommenden Saison in der Westfalenliga kicken. Die Partie wird auf der Sportanlage der SG Bockum-Hövel (Römerstraße 2, 59075 Hamm) ausgetragen.

Die Leistung, die den BSV in das anstehende Relegationsspiel beförderte, bewertete Trainer Arthur Matlik nach dem Abpfiff in Lennestadt sehr kritisch: „Wir haben es zwar weiterhin in der Hand, aber bei einigen Akteuren haben ein paar Prozent gefehlt. Nach der Pause hat uns der konditionell nachlassende FCL eine Male abgekocht. Die Selbstverständlichkeit in unseren Aktionen hat gefehlt“ so der Schürener Coach.

Matliks Ansage hilft

Sein Team verschlief die Anfangsphase völlig. Sascha Samulewicz verhinderte mit einer bravourösen Parade früh den möglichen Rückstand (5.). Drei Minuten später patzte Innenverteidiger Hasan Bastürk: Lennestadt Venhar Bivolaku nahm das Geschenk dankend an und traf zur 1:0-Führung. Bereits in dieser frühen Phase des Spiels war Trainer Arthur Matlik überhaupt nicht zufrieden und mahnte lautstark ein höheres Tempo seiner Elf an.

Seine Spieler schienen ihn erhört zu haben. In der 20. Minute drang Karim Bouzerda in den Strafraum des FCL ein und wurde gefoult. Der sehr aufmerksam leitende Unparteiische Martin Pier entschied zurecht auf Strafstoß. Sotirios Stratakis ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte den Elfer souverän zum 1:1-Ausgleich.

BSV Schüren muss weiter um den Ligaverbleib zittern

Hängende Köpfe beim BSV. Ein Tor mehr in Lennestadt und Schüren hätte den direkten Klassenerhalt geschafft. © Nils Foltynowicz

In der Folgezeit hatte der BSV seine beste Phase des gesamten Spiels und erarbeitete sich einige Möglichkeiten. Ein Traumtor von Zivko Radojcic sorgte dann für die 2:1-Führung der Schürener zur Pause. Radojcic fasst sich aus knapp 30 Metern ein Herz, ein Schuss wie ein Strahl, und Lennestadts Keeper Kevin Schulte war geschlagen (40.).

Samulewicz machtlos

Nach dem Seitenwechsel zeigte auch der FCL, dass er über eine gewisse Qualität bei Schüssen aus der Distanz verfügt: Der Treffer zum 2:2-Ausgleich durch Marco Holthoff war für Schürens Torhüter Sascha Samulewicz ebenfalls nicht zu halten.

Nach einer Stunde herrschte im Lennestädter Strafraum heillose Verwirrung, aber der BSV schaffte es trotz mehrerer Versuche nicht, den Ball aus Nahdistanz über die Linie zu drücken. Den Freistoß am Fünfmeterraum schoss Stratakis dann in die auf der Linie postierten Mauer.

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20 Minuten vor dem Ende wollte der BSV durch zwei offensive Einwechselungen den Sieg und den damit verbundenen direkten Klassenerhalt erzwingen: Eyüp Cosgun und Valentin Simoes Dos Santos sollten das Siegtor für den BSV erzielen. Doch die Schürener konnten sich in den letzten Minuten keine Chance mehr erarbeiten und müssen deshalb am Donnerstag nachsitzen.

BSV: Samulewicz - Meyer, Cihan, Bastürk, Tomaschewski - Piontek, Menneke (70. Simoes Dos Santos) , Z. Radojcic, Stratakis (88. Güreser) - El Moudni (67. Cosgun), Bouzerda

Tore: 1:0 Bivolaku (8.), 1:1 Stratakis (20. Fe.), 1:2 Radojcic (40.), 2:2 Holthoff (52.)

Kommentar von Sportredakteur Thomas Schulzke:
Der BSV Schüren darf sein Glück nicht zu sehr ausreizen. Dass die Mannschaft mit dieser Leistung von Sonntag das Relegationsspiel erreicht hat, grenzt an ein Wunder. Nicht die eigene Leistung sorgte für den Sprung auf den Relegationsplatz, sondern die tadellose Einstellung des DSC Wanne-Eickel. Der Tabellenvierte legte sich am Sonntag gegen Horst-Emscher noch einmal ins Zeug und gewann mit 5:3. Nur so zog Schüren an Horst-Emscher vorbei. Aber eins ist klar. Präsentiert sich der BSV Schüren in der Relegation gegen Mesum so wie am Sonntag, ist der Abstieg gewiss.
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