BVB-Angriffstrio macht U23 froh: „Gehört mit zum Besten, was in der Regionalliga aufläuft“

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Am Freitag mit den Profis in Cottbus, am Samstag mit der U23 gegen Homberg. Drei Spieler aus der U23 zeigten am Wochenende ihr Potenzial auf zwei verschiedenen Ebenen.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 09.09.2019, 13:20 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am Samstagnachmittag war der Haustürschlüssel von Ingo Preuß verschwunden. Gerade daheim angekommen bemerkte der U23-Manager von Borussia Dortmund das, durchsuchte vergebens seine Taschen – und fuhr dann postwendend zurück zum Stadion. Auch dort fand er ihn nicht und war deshalb schon einigermaßen genervt. „Dann könnte ja jetzt jeder bei mir rein“, dachte sich Preuß, widmete sich dann aber doch der Rückschau des 3:0 (1:0)-Sieges gegen Aufsteiger VfB Homberg.

Tore und Vorlagen beim Benefizspiel

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Dieser zweite Erfolg in Serie lieferte Preuß und Trainer Mike Tullberg vielerlei wichtige und zuvorderst positive Erkenntnisse. Erkenntnisse, die das Schlüssel-Malheur für Dortmunds Kaderplaner erträglicher machten.

Da war zunächst mal die Tatsache, dass vier BVB-II-Mitglieder schon am Freitag im Benefizspiel der Dortmunder Bundesliga-Mannschaft bei Viertligist Energie Cottbus gefragt waren – und durchaus überzeugten: Emre Aydinel – bei Tullberg nur Ersatz – lieferte den Assist zum 1:0. Nach 68 Minuten wurde er von Steffen Tigges ersetzt, der zum 4:0 erhöhte und den Endstand mit einem Ballgewinn ermöglichte.

Torschütze diesmal: Chris Führich, ebenfalls U23-Mitglied. Zur zweiten Halbzeit wurde der zweifache Torschütze der Vorwoche von Lucien Favre aufs Feld geschickt, Joseph Boyamba stürmte ab der 57. Minute.

Kontakt zu den Profis

„Das, was sie gezeigt haben, war absolut in Ordnung“, resümierte Preuß – und stellte außerdem zufrieden fest, dass die Zusammenarbeit zwischen seiner U23 und der Profi-Belegschaft wieder inniger werde. Das war vor den Zeiten von Lucien Favre beim BVB nicht immer so: „Wir sind auf gutem Wege, das zu verbessern“, sagte Preuß. Für die hauseigene U19 gelte dies ebenso, auch zu der von Michael Skibbe angeleiteten Truppe sei der Kontakt verstärkt worden.

Erfreulich sei das, so Preuß. Noch erfreulicher, nämlich „überragend“ fand er indes, wie die am Vortag bei den Profis geforderten Tigges, Führich und Boyamba trotz der Flugstrapazen auch am Samstag ihren Pflichttermin erledigten, wohlgemerkt über die gesamte Spieldauer. „Ihre läuferische Leistung imponiert mir“, lobte Preuß die drei Offensivspieler, die sich alle auch noch in die Torschützenliste eintrugen.

Großes Lob für das Angriffstrio

Insbesondere den letzten Treffer, von Tigges in der Nachspielzeit „nach längerem Vollsprint“ und „völlig überlegt“ erzielt, ließ Dortmunds Manager frohlocken. „Das war schon stark.“ Und erneuerte seinen Eindruck, dass dieses Sturmtrio „zum Besten gehört, was in der Regionalliga aufläuft“. Boyamba (zwei Tore), Führich (drei) und Tigges (fünf) zeichnen nunmehr für zehn von zwölf BVB-Treffern verantwortlich. Die Abhängigkeit von diesem Trio ist unübersehbar, sowohl beim Blick auf die Zahlen als auch bei der Spielanalyse.

Diese habe Preuß gegen Homberg in Gänze „nicht so sehr gefallen“. Der VfB wurde „zu Kontern eingeladen“, wie Tullberg anmerkte. Streckenweise habe sein BVB „unsauberen Fußball“ gespielt. Torwart Eric Oelschlägel rettete beim Zwischenstand von 1:0 zweifach in höchster Not, andere Versuche des Aufsteigers verfehlten ihr angepeiltes Ziel, mal knapp, mal deutlich. Letztlich bekam die Borussia ihre Probleme in der zweiten Halbzeit besser unter Kontrolle, war effektiver – und gewann „verdient“, wie Tullberg sagte. Preuß stimmte dem zu, fand die Leistung „ingesamt solide“.

Ruprecht-Debüt

Ebenso übrigens wie das Debüt von Innenverteidiger Steven Ruprecht, der nach seiner Verpflichtung und längerer Verletzungspause erstmals seit Ende April ein Spiel bestritt. „Licht und Schatten“ sah Preuß. „Manche Situationen hat er gut geklärt. Allerdings waren auch ein paar Fehler dabei“, unter anderem sah Ruprecht wegen einer misslungenen Grätsche seine erste Gelbe Karte und verursachte einen Freistoß gefährlich nah am eigenen Tor.

„Noch bin ich nicht bei voller Leistungsfähigkeit, eher bei 90 Prozent“, meinte der 32-Jährige, der mit seiner Routine helfen soll. „Das hat er heute schon geschafft, gute Anweisungen gegeben“, sagte Boyamba – und formulierte damit eine weitere Erkenntnis des Wochenendes.

Schlüsselmoment der anderen Art

Die letzte konnte Preuß dann auch noch vermelden: Er hatte am Abend zuvor doch noch seinen Schlüssel gefunden, ihn nicht verloren oder versehentlich in den Müll geworfen, wie zuvor vermutet. „Der Schlüssel steckte von außen in der Haustür. Es ist also alles gut gegangen“, sagte Preuß. Ein Schlüsselmoment der anderen Art.

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