BVB-Frauen schenken Sieg gegen Moskau in letzter Sekunde her

BVB-Handball-Frauen

Nach der Schlusssirene machte sich nicht nur bei den 300 Zuschauern in der Helmut-Körnig-Halle am Sonntag Fassungslosigkeit breit. Ein Sieg der BVB-Handballerinnen war lange möglich.

Dortmund

, 11.10.2020, 19:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kelly Dulfer, hier hart bedrängt, steuerte vier Tore gegen Moskau bei.

Kelly Dulfer, hier hart bedrängt, steuerte vier Tore gegen Moskau bei. © Peter Ludewig

Enttäuscht und niedergeschlagen lagen Borussia Dortmunds Spielerinnen nach der 28:29 (15:11)-Niederlage auf dem Boden. Zwei Sekunden fehlten den Schwarzgelben zum Punktgewinn gegen die hocheingeschätzten russischen Hauptstädterinnen. Ausgerechnet die stark auftrumpfende BVB-Spielmacherinnen Alina Grijseels, mit 10 Toren herausragende Schützin, nahm sich zuvor bei Ballbesitz den letzten Wurf einen Tick zu früh. Die Kugel blieb in der Moskauer Abwehr hängen. Der Gegenstoß stürzte die Borussinnen ins Tal der Tränen. Es war die erst Führung für CSKA im Spiel überhaupt.

Der Gast, zwischenzeitlich mit 17:24 fast aussichtslos in Rückstand, steckte nie auf, erbrachte in der Schlussphase doch noch seinen Qualitätsnachweis, und durfte sich nicht nur über die zwei Zähler, sondern auch über den Sprung an die Tabellenspitze der Gruppe zwei freuen. Der BVB bleibt vorerst auf dem sechsten Rang, der zum Achtelfinale berechtigt, kleben. Kommenden Sonntag kann das Team seine Situation im zweiten Heimspiel in Serie gegen den Vorletzten ZRK Buducnost Podgorica aus Montenegro optimieren.

Fuhr: Haben uns nicht belohnt

Coach Andre Fuhr benötigte verständlicherweise einige Zeit, um das Erlebte zu verdauen: „Wir haben uns für eine über weite Strecken starke Leistung nicht belohnt, sicherlich ein Remis verdient gehabt. Zum Ende ist uns etwas der Sprit ausgegangen. Einige Abschlüsse kamen überhastet. Aus dem Tor fehlte etwas der Rückhalt und auch die Unparteiischen trafen einige zweifelhafte Entscheidungen gegen uns.“

Ungeachtet dessen hätte der BVB nach dem Spielverlauf trotz der final etwas fehlenden „Abgezocktheit“ nicht nur einen, sondern beide Zähler einfahren können. 50 Minuten beherrschte er Gegner und Spielgerät in zuvor kaum vermuteter Souveränität und Manier. Die noch unbezwungenen Moskauerinnen wussten anfangs gar nicht, wie ihnen geschah. Schwarzgelb legte einen fulminanten 5:1-Blitzstart, in dem neben Grijseels vor allem Kelly Dulfer die Akzente setzte, hin. Von Nachlassen keine Spur.

Vier-Tore-Führung zur Pause

Der Vorsprung wurde auf 10:3 (11.) ausgebaut. Erst da wachte der russische Traditionsklub auf, platzierte einen 5:0-Lauf, fand vermeintlich in die Partie zurück. Doch weit gefehlt. Fuhrs Frauen kontern und erspielten sich eine völlig verdiente Vier-Tore-Pausenführung. Die insgeheim erhoffte Überraschung nahm Konturen an.

Zwischenzeitlich 24:17 vorn

Und auch nach Wiederanpfiff deutete auf eine Wende des Verlaufes ganz lange Zeit überhaupt nichts hin. Moskau wurde nicht nur auf Distanz gehalten. Im Gegenteil - die Borussia lief zu Galaform auf und enteilte mehr und mehr bis auf 24:17. Die Messe schien gelesen. Auch 10 Minuten vor dem Abpfiff zeichnete sich bei 27:22 eigentlich keine Wende ab. Doch nun schlichen sich erste kleine Ungereimtheiten ein. Moskau reagierte eiskalt. Jennifer Gutierrez Bermejo sorgte mit dem 28:25 nochmals für etwas Ruhe. Dann aber nahm das Unheil seinen Lauf.

BVB: Duijndam, Roch; Grijseels (10/3), Monti Danielsson, van Zijl, Smits (6), Abdulla, Stockschläder, Gutierrez Bermejo (4), Freriks (2), Dulfer (4), Vollebregt (2), Rode, Bleckmann
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