Regionalliga West pausiert bis in den April - BVB-U23 äußert sich zu Ligaplänen und Finanznöten

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Auch die Fußball-Regionalliga-West pausiert nun wegen des Coronavirus zunächst bis in den April. BVB-U23-Manager Ingo Preuß verrät, was bei der Liga-internen Konferenz besprochen wurde.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 19.03.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmunds U23-Trainer Mike Tullberg formulierte am Dienstagabend viele nachdenkliche Worte und einen Satz zum Einrahmen. „Wenn nur ein Mensch weniger in Gefahr ist, weil wir alle nicht Fußball spielen, dann hat es sich schon gelohnt“, sagte er im Gespräch mit dieser Redaktion.

Wegen des sich immer weitflächiger verbreitenden Coronavirus, der sich leicht von Mensch zu Mensch übertragen kann, war es in der Regionalliga wie auch in den anderen deutschen Fußballligen zur Aussetzung des Spielbetriebs gekommen. Zunächst bis zum 22. März datiert, wurde sie am Mittwochnachmittag verlängert: Die Regionalliga-West pausiert nun vorerst bis zum 19. April.

Eine erwartbare Entscheidung, mit der sich der BVB-II-Fußballlehrer gut anfreunden kann. Am Vortag hatte er sich nicht vorstellen können, schon alsbald wieder auf den Platz zurückzukehren. Der Sport rücke aktuell völlig zurecht in den Hintergrund, meinte Tullberg. Und: „Es gibt so viel Wichtigeres als Fußball.“

BVB-U23-Manager Ingo Preuß: „Das ist alles Kaffeesatzleserei“

Dortmunds U23-Manager Ingo Preuß war dabei, als die Regionalliga-Klubs über die derzeitige, völlig neue Situation berieten. Eine Telefonkonferenz wurde da extra anberaumt. Die sportlichen Verantwortungsträger wollten gleichfalls ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden, trafen sich deshalb nicht persönlich.

Für Preuß eine vollkommen nachvollziehbare, richtige Handlung. Und auch mit dem aktuell gefassten Entschluss, stimmt er inhaltlich überein. Zumindest bis zum 19. April müssen Sportanlagen in NRW ohnehin geschlossen bleiben. Der Entscheid des Westdeutschen Fußballverbands ist da nur logisch.

Er schließt einerseits nichts aus - und gibt andererseits keine Garantien. Denn auf die Frage, ob diese besondere Saison überhaupt fortgesetzt werden kann, ist schlicht keine vernünftige Antwort zu geben. Zu unübersichtlich und deshalb unklar ist die Lage aktuell. „Man kann ja nichts vorhersagen, alles ist irgendwie Kaffeesatzleserei“, fasste Preuß nach der Telefonkonferenz zusammen.

Regionalliga-Saison soll sportlich zu Ende gebracht werden

Anfang April wollen sich die Klubvertreter erneut mit dem Westdeutschen Fußballverband beratschlagen. Vielleicht, das ist die Hoffnung, herrscht dann etwas mehr Durchblick. Konsens war jedenfalls, so berichtet es Preuß, „dass die Saison sportlich zu Ende gebracht werden soll, wenn es denn möglich ist.“ Im Raum stehe, die Runde 2019/2020 nach hinten zu verschieben und bestenfalls Mitte bzw. Ende Juni zu finalisieren. „Wir können nur abwarten - und schauen, ob das funktioniert“, so Preuß.

Abbruchsszenarien seien während der Telefonschalte derweil „nicht groß“ debattiert worden, sagt Dortmunds U23-Manager. Im Zweifel rückt dieser Ordnungspunkt dann erst in den nächsten Wochen hoch oben auf die Agenda. Derzeit fokussieren sich die Vereine noch einzig und allein darauf, die Spielzeit halbwegs normal zu beschließen.

Die Klubs würden sich höchstwahrscheinlich auch damit zufrieden geben, lediglich Geisterspiele zu absolvieren, falls sportliche Aktivitäten denn dann irgendwann wieder zu verantworten sein sollten. Wären nur Partien ohne Publikum möglich, würde sich niemand sperren. Das vermutet Preuß auf Basis jener Gespräche, die er mit seinen Fachkollegen geführt hat.

Auch finanzielle Lage ein Thema beim U23-Teammanger

Neben der unmittelbaren gesellschaftlichen Entwicklung rund um COVID-19 macht es Dortmunds Kaderplaner allerdings Sorgen, „dass viele Vereine in arge Geldnot kommen könnten“. Da seien Zuschauereinnahmen, die womöglich wegfielen. Und dass selbst seriöse Sponsoren wegen der Coronavirus-Pandemie überraschend in finanzielle Schieflage geraten und dem jeweiligen (womöglich kleinen) Klub kein Geld mehr überweisen könnten, sei ebenfalls nicht unrealistisch.

„Ich überlege schon“, sagt Preuß, „wie lange das alles gut gehen kann.“ Doch auch diese Überlegung wird letztlich wohl in der Sackgasse enden. Mit Prognosen ist es gegenwärtig so eine Sache.

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