BVB II verpflichtet Stürmer aus Cottbus und defensiven Spieler aus Wiedenbrück

hzFußball-Regionalliga

Während der Re-Start in der Bundesliga geschafft ist, scheint die Regionalliga-Saisonfortsetzung mit dem BVB II in weite Ferne gerückt zu sein. Dafür hat der Klub die ersten Neuzugänge.

Dortmund

, 20.05.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Tendenz in der Fußball-Regionalliga geht Richtung Abbruch. Unabhängig von dieser Frage wird schon jetzt augenfällig: Auch die Planungen für die kommende Spielzeit sind für den BVB II komplizierter als üblich. Die noch ungewisse Zukunft vom eigentlich als Coach eingeplanten Michael Skibbe ist ein Faktor. Weitaus schwerer aber wiegt das Coronavirus.

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Dortmunds U23-Manager Ingo Preuß hatte das Sommertrainingslager in Österreich und einige Testspiele bereits fix terminiert. Wegen Covid-19 mussten die Übungstage im Nachbarland aber ebenso abgesagt werden wie die vereinbarten Übungspartien. „Ich habe so etwas noch nicht erlebt“, sagt Preuß. „Wie es weitergeht, hängt von Faktoren ab, die ich nicht beeinflussen kann. Ich kann erst entscheiden, wenn wir alle wissen, wie es weitergeht.“ Sowohl auf Organisations- wie Personalfragen ist dieses Statement zu beziehen.

Denn zu Vertragsverlängerungen kam es bislang ebenfalls nicht. „Wir müssen erst einmal abwarten, ob die Saison überhaupt im September beginnen kann“, sagt Preuß. „Aktuell ist eine Vorbereitungszeit ja noch nicht in Sicht.“ Und eine Vertragsschließung demnach schwierig.

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Wie üblich wird sich der BVB von einigen Kadermitgliedern trennen, bei 14 Spielern des aktuellen U23-Aufgebots läuft der Kontrakt in diesem Sommer aus. Kandidaten für eine Verlängerung sind vor allem Ersatztorwart Jan-Pascal Reckert und Julian Schwermann. Eric Oelschlägel wird den Verein nach zwei Jahren verlassen. Dem 24-Jährigen wurde schon während der aktuell unterbrochenen Spielzeit Torwarttalent Luca Unbehaun vorgezogen.

Joseph Boyamba vor dem Abschied

Neben Oelschlägel wird Joseph Boyamba der wohl prominenteste Sommerabgang. Der diesjährige U23-Kapitän, seinerseits Außenstürmer und mit bisher 13 Scorerpunkten (10 Treffer, 3 Assist) in der internen Hitliste auf Position drei, hat einen auslaufenden Vertrag – und wird alsbald höchstwahrscheinlich den Schritt in den Profifußball vollziehen. Dem Vernehmen nach sind Dritt- als auch Zweitligisten am noch 23 Jahre jungen Angreifer interessiert. Ingo Preuß bestätigt seinen Weggang: „Für ihn müssen wir natürlich einen Ersatz finden.“

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Eine personelle Alternative hat Dortmunds U23-Kaderplaner bereits verpflichtet. Moritz Broschinski, 19-jährig und zurzeit noch in Diensten von Energie Cottbus, unterschrieb bis 2022 und soll die Offensive verstärken. Mit diesem Angreifer habe der BVB „einen entwicklungsfähigen Spieler“ verpflichten können, sagt Preuß. „Eine Menge Vereine waren hinter ihm her“ - medial wurde vom SC Paderborn und VfL Wolfsburg berichtet –, „wir waren aber sehr früh dran.“

Also erzählt Preuß, „sehr zufrieden“ zu sein mit dieser Verpflichtung. Er sieht Broschinski, den 1,88 Meter großen Stürmer, zwar zuvorderst im Zentrum. „In der Sturmmitte“ sei er „talentierter, glaube ich.“ Genauso könnte Broschinski allerdings auch über Boyambas rechte Flanke angreifen, wie er es für Cottbus in dieser Saison häufig getan hat. In der Regionalliga Nordost kam er da auf sechs Treffer und acht Vorlagen, stand 23 Mal auf dem Platz. Cottbus bemühte sich laut eigener Angabe redlich um seinen Verbleib, Broschinski will den nächsten Karriereschritt aber im schwarzgelben Trikot vollziehen.

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Nicht in vorderster Front, sondern im Bereich der Sechser- und Achter-Position soll sich ab der Runde 2020/2021 auch Aday Ercan einbringen. Der 19-Jährige kommt von Oberligist SC Wiedenbrück, „ist ein großer Kerl, technisch gut und sogar torgefährlich“, sagt Preuß, der hofft: „Vielleicht kann er in die Fußstapfen von Mory Konate treten.“ Der Mittelfeldspieler wechselte im Sommer in die erste belgische Liga zu St. Truiden, spielte von 2018 bis 2019 beim BVB II – und präsentierte sich als zweikampfstarker und gleichfalls umsichtiger Akteur im so viel bevölkerten Zentrum des Spielfeldes.

Aday Ercan ist für die Zentrale angedacht

Ercan könne womöglich so werden „wie Atakan Karazor“, wirft Preuß noch ein. Der wiederum läuft inzwischen für den VfB Stuttgart auf, wechselte 2017 vom BVB zu Holstein Kiel. Mit dem Mann aus Wiedenbrück „bekommen wir mehr Robustheit in der Defensive. Sein Trainer hat mir ausdrücklich zum Transfer gratuliert“, meint Preuß. Wie sich Ercan, der beim SC Paderborn ausgebildet wurde, im Herrenbereich schlagen wird, ist aber natürlich ungewiss. Das bleibt ebenso abzuwarten wie die weiteren Entwicklungen auf dem Transfermarkt.

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„Ich bin aktuell noch in ein paar Gesprächen, habe aber seit zwei Monaten keinen Vertrag mehr gemacht“, sagt Manager Preuß über potenzielle Neuzugänge. „Da geht es dem BVB sicherlich wie einigen anderen Vereinen.“ Wofür er noch Personal suche? „Es hängt ja auch immer davon ab, wer bleibt und wer geht“, so Preuß, der betont, mit seinen Personalplänen in Gänze schon „relativ weit“ zu sein. Ein Offensivspieler, erklärt er, stoße sicherlich noch hinzu. Wer das ist und welche U19-Spieler in die U23 befördert werden, ist allerdings noch unbekannt.

Immerhin: Die personelle Fluktuation wird wie jeden Sommer hoch sein. Zumindest darüber besteht derzeit schon Klarheit.

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