BVB-Legende verlässt Dortmund und unterschreibt bei einem A-Ligisten

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Mehr als ein Jahrzehnt war er eine feste Größe beim BVB, bestritt 317 Bundesliga-Spiele. Zuletzt stieg er in die Landesliga ab. Nächste Saison sitzt er bei einem A-Ligisten auf der Trainerbank.

Dortmund

, 24.01.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

317 Bundesliga-Partien als Spieler stehen in seiner Vita, für die deutsche Olympia-Auswahl bestritt er ebenfalls ein Spiel. Bei Borussia Dortmund ist er eine echte Legende. Auch als Trainer war er viele Jahre erfolgreich. Zuletzt stieg er aber mit einem Westfalenligisten ab. Für die kommende Saison hat er eine neue Herausforderung gefunden - in der Kreisliga A.

Es ist eine Personalie, mit der der VfB Westhofen ein echtes Ausrufezeichen setzt: Lothar Huber, in den 1970er- und 80er-Jahren Profi beim BVB und in den vergangenen Jahren ein renommierter Amateurtrainer mit Vereinen bis zur Oberliga, übernimmt zur nächsten Saison den Trainerposten beim aktuellen Tabellenneunten der Dortmunder Kreisliga A. Huber soll gemeinsam mit dem aktuellen Coach Christoph Pajdzik als gleichberechtigtes Trainergespann fungieren.

„Ich habe schnell gemerkt: Sie wollen mehr“

Aber was veranlasst einen Trainer, der bisher ausschließlich in Spielklassen ab Landesliga aufwärts tätig war, in die sportlichen Niederungen der Kreisliga A abzusteigen?

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„Wenn es ein Verein wäre, für den nicht mehr als Kreisliga A drin ist, hätte ich gesagt, das mache ich nicht. Aber in den Gesprächen mit den Verantwortlichen habe ich schnell gemerkt: Sie wollen mehr. Wollen wir mal gucken, was wir auf die Beine stellen können“, sagt Huber.

Lothar Huber: „Fußball ist mein Leben“

Dabei hatte Huber doch nach seinem Engagement beim Westfalenligisten Kirchhörder SC, bei dem er im Sommer 2019 aufgehört hat, das Ende seiner Trainerkarriere angekündigt. „Mit 67 muss ich nicht mehr dreimal die Woche plus Spiel am Sonntag auf dem Platz stehen“, hatte Huber vor acht Monaten im Interview mit den Dortmunder Ruhr Nachrichten gesagt.

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Nun aber steigt er wieder ein. „Fußball ist mein Leben, auf einmal ist man davon wieder gefangen“, sagt der 68-Jährige. Hubers Haupt-Tätigkeitsfeld als Trainer war vor seinem Engagement in Kirchhörde die TSG Sprockhövel, bei der er neun Jahre an der Seitenlinie stand und die TSG von einem Verbandsligisten zu einem gestandenen Oberligisten formte.

Gleichberechtigtes Trainergespann

Ab dem kommenden Sommer dann also VfB Westhofen - an der Seite von Christoph Pajdzik. „Es ist uns ganz wichtig zu betonen, dass die beiden gleichberechtigt arbeiten werden, es gibt keine Abstufung Chef- und Co-Trainer. Christoph freut sich darauf, mit Lothar Huber zusammenzuarbeiten und von seiner immensen Erfahrung zu profitieren“, sagt Präsident Rump.

Der Westhofener Vereinsführung in Person des Präsidenten Jürgen Rump, seines Stellvertreters Holger Lennartz und des Sportlichen Leiters Leonard Gashi war eine gehörige Portion Stolz anzumerken, als sie mit Hubers Verpflichtung an die Öffentlichkeit gingen.

BVB-Legende verlässt Dortmund und unterschreibt bei einem A-Ligisten

Die Vereinsführung des VfB Westhofen präsentiert den neuen Trainer (v.li.): Geschäfstführer Marcus Wiesehöfer, Sportlicher Leiter Leonard Gashi, die Trainer Lothar Huber und Christoph Pajdzik und Vereinspräsident Jürgen Rump. © Bernd Paulitschke

„Lothar Huber - das ist mehr als 40 Jahre pure Fußball-Erfahrung. Alle im Verein werden von ihm profitieren“, meint Leonard Gashi. Er bezeichnet Huber als „einen positiv fußball-verrückten Typen“, mit dem es in Westhofen steil nach oben gehen soll.

Zurück auf die Landkarte des Schwerter Fußballs

„Natürlich wird mit Lothar Hubers Verpflichtung eine gewisse Erwartungshaltung kommen, dessen sind wir uns bewusst. Aber dieser Erwartungshaltung stellen wir uns. Unser Ziel ist ganz klar, in die Bezirksliga aufzusteigen - auch wenn man sicherlich nicht planen kann, dass es sofort im ersten Jahr klappt. Aber wir wollen als VfB Westhofen wieder zurück auf die Landkarte des Schwerter Fußballs“, sagt Gashi. Mit Rump und Lennartz ist er sich einig: Die VfB-Führung peilt an, zumindest mittelfristig eine Führungsrolle in der heimischen Kicker-Szene zu spielen.

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Die laufende Saison, in der der VfB im Niemandsland der A-Liga zu finden ist, soll Pajdzik noch wie gehabt als Trainer zu Ende führen. Das heißt aber nicht, dass Lothar Huber nicht schon präsent sein wird in der GWG-Schwerte-Arena an der Wasserstraße.

„Natürlich werde ich mir ein Bild machen, aber nur in der Rolle eines interessierten Beobachters“, sagt er. Der Trainer-Ära Lothar Huber beim VfB Westhofen beginnt dann erst zur neuen Saison.

Lothar Hubers Trainerstationen

ab 1981: B- und A-Junioren des VfR Sölde. 1986-92: Co-Trainer BVB und Trainer BVB II. 1992/93: SpVg Beckum. 1994/95: STV Horst Emscher. 1996/97: Co-Trainer unter Pierre Littbarski in der 2. japanischen Liga. 1997: STV Horst-Emscher. 1998-2004: SC Hassel. 2004/05: Co-Trainer BVB. 2005-07: TSG Sprockhövel. 2007-08: SpVg Radevormwald. 2008-14: TSG Sprockhövel. 2016-19: Kirchhörder SC.
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