BVB-Talent Tigges: „Warum Rödinghausen oben steht und wir nicht, hat man sehen können.“

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Die BVB U23 musste gegen Rödinghausen viel Lehrgeld bezahlen - wieder einmal. Das Jugend-forscht-Motto ging dabei weiter - zwei „blutjunge“ Spieler feierten ihr Debüt.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 09.03.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Marco Hober und Steffen Tigges können gut miteinander. Auf dem Platz ist es keine Seltenheit, dass Mittelfeldspieler Hober seinen stürmenden Kollegen mit Chipbällen oder Flachpässen versorgt.

Und neben dem Platz sieht man beide häufig zusammen zum Training oder BVB-internen Treffpunkten fahren. Sie verstehen sich gut, sportlich wie privat – und lieferten separat befragt dann auch ähnliche Erklärungen für das 0:2 (0:1) beim SV Rödinghausen.

Rödinghausen gewinnt das Spiel gegen den BVB im Kopf

Unisono betonten sie, wie schlau der Tabellenführer gespielt habe. „Man hat wieder gesehen, dass Rödinghausen eine Spitzenmannschaft ist“, sagte Hober. „Die waren clever.“

Und Tigges meinte: „Warum Rödinghausen oben steht und wir nicht, hat man heute sehen können. Wir haben ordentlich gespielt“, die Leistung insgesamt sei allerdings „nicht gut genug“ gewesen, „um auch zu punkten.“ Dieses Urteil, es speiste sich aus den verschiedenen, letztlich entscheidenden Situationen der Partie.

Auch BVB-Profi Mateu Morey konnte die Niederlage nicht abwehren.

Auch BVB-Profi Mateu Morey konnte die Niederlage nicht abwehren. © Dortmunder Sportfotografie / Schulze

Beim 0:1 in der 28. Minute gelang es weder Taylan Duman noch Profi-Leihgabe Mateu Morey, eine Flanke zu verhindern; Torschütze Lars Lokotsch kam gegen Maximilian Hippe recht unbedrängt zum Kopfball. Damit passierte das, was Trainer Mike Tullberg zuvor thematisiert hatte. Wegen der Lufthoheit Rödinghausens sollte der Ball „auf dem Teppich bleiben“. Und wenn dann doch mal eine Flanke in den Strafraum fliege, „wünsche ich mir, dass man wenigstens zum Ball geht“, so Tullberg.

Rödinghausen spielt sich blitzschnell durch die BVB-Defensive

Beim 0:2 in der 64. Minute war wiederum diese Ballorientierung ein Problem. Joseph Boyamba und Marco Rente hätten sich locken lassen, analysierte Tullberg. Die sich öffnenden Räume wurden vom Spitzenreiter dann innerhalb von 11 Sekunden und über vier Stationen genutzt. Simon Engelmann traf, Dortmund war geschlagen.

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Dabei hatte die Borussia in Hälfte eins noch beste Ausgleichschancen, einmal durch Chris Führich und dann vor allem durch Duman, der am Ende einer perfekten Pressingattacke knapp verzog. In Tullberg zuckte da kurz der Jubelreflex, doch die Cleverness, Genauigkeit und Ruhe, um Profit zu erwirtschaften, besaß nur der im Mittel fünf Jahre ältere Konkurrent (Durchschnittsalter der Startelf: 26,8 zu 21,7).

Luca Unbehaun musste im BVB-Tor gegen Rödinghausen zwei Mal hinter sich greifen.

Luca Unbehaun musste im BVB-Tor gegen Rödinghausen zwei Mal hinter sich greifen. © Dortmunder Sportfotografie / Schulze

Nachher betonte der Däne, dass seine Jungspunde wieder mal viel lernen konnten „gegen solche Spieler, die schon viel erlebt haben und in der Lage sind, zum richtigen Zeitpunkt die Tore zu machen.“ Mit Alaa Bakir und Reda Khadra hatte er noch zwei U19-Spielern zum Regionalliga-Debüt verholfen – und gab anschließend zu Protokoll, „gern“ mit diesen blutjungen Spielern zu arbeiten. „Wenn sie es sich verdient haben, dürfen sie auch spielen.“

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Freilich: Diese Jugend-forscht-Idee ist Kern der U23-Philosophie. Und sich das Rookie-Dasein nicht anmerken zu lassen, also ebenso clever zu sein, wie die Etablierten bleibt für jedes Kadermitglied Ansporn wie höchste Kunst. Zuweilen ist sie unerreichbar.

BVB II: Unbehaun – Morey, Rente, Hippe, Bünning (70. Finnsson) – Duman (80. Bakir), Tunga (88. Rizzo), Hober, Führich – Boyamba (65. Khadra), Tigges

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