Christina Hammer verliert deutlich den WM-Kampf gegen Claressa Shields

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Christina Hammer verliert den Weltmeisterschafts-Kampf gegen Claressa Shields nach Punkten. Jetzt hat sie ein neues Ziel vor Augen, muss sich dafür aber noch qualifizieren.

Dortmund

, 14.04.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Christina Hammer hat den Kampf um die WM-Krone verloren. Die Dortmunderin unterlag am Samstagabend den Weltmeisterschaftskampf im Mittelgewicht gegen die US-Amerikanerin Claressa Shields einstimmig nach Punkten (92:98, 92:98, 92:98) und büßte damit ihren WBO-Titel ein. Jetzt hofft Hammer auf eine Olympiateilnahme 2020 in Tokio. „Heute war nicht mein Abend. Aber ich komme zurück“, versicherte Hammer.

Größe, Reichweite, Erfahrung, bessere Technik: All diese vermeintlichen Vorteile, die für Christina Hammer auf dem Papier standen, spielten am Samstagabend in der mit 10.500 Fans voll besetzten Boardwalk Hall in Atlantic City beim als größten Frauen-Boxkampf aller Zeiten vermarkteten Fight keine Rolle mehr. Hammer hatte fünf WM-Titel in ihrer Boxkarriere gewonnen. Shields hielt die WM-Titel von WBA und IBF. Dazu war die Amerikanerin Olympiasiegerin von 2012 und 2016. Viel mehr geht nicht, zumal das Mittelgewicht (bis 72,6 Kilogramm) so etwas wie die Königsklasse bei den Frauen ist.

Shields ändert die Taktik

Zur Überraschung von Hammer hatte die zweimalige Olympiasiegerin Claressa Shields eine andere Taktik gewählt. Anders als angenommen suchte die sieben Zentimeter kleinere Shields nicht den Nahkampf, sondern bereitete mit dem linken Jab ihre Attacken vor. Dagegen fand die bis dahin ungeschlagene Hammer kein wirkliches Rezept.

Die TV-Kommentatoren in Atlantic City sprachen von einem „one-way traffic“ im Ring. Bis auf die ersten zwei couragierten Runden und den Schlussdurchgang, als Hammer mit aller Kraft die Entscheidung suchte und Shields einmal gefährlich traf, war die 24-jährige Shields die dominierende Kämpferin. Die US-Amerikanerin brachte 112 von 387 Schlägen ins Ziel, Hammer dagegen nur 49 von 366. Shields war aggressiver, schlug härter und landete deutlich mehr Treffer, war beweglicher und wich den Schlägen von Hammer immer wieder klug aus.

Hammer ist enttäuscht

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Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.
14.04.2019
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Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© AFP
Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© AFP
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Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© AFP
Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© AFP
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Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© dpa
Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© dpa
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Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© dpa
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Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© dpa
Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© dpa
Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© dpa
Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© dpa
Christina Hammer hat den WM-Kampf gegen Claressa Shields verloren.© dpa

Hammer war sichtlich enttäuscht, musste sie doch in ihrem 25. Profikampf ihre erste Niederlage einstecken. „Ich habe nicht so reingefunden in den Kampf und konnte meinen Jab nicht wie erhofft bringen“, gestand Hammer sichtlich enttäuscht.

Dabei hatte sie sogar noch Glück. In der achten Runde musste die Dortmunderin gleich mehrere Trefferserien einstecken und war sichtlich angeschlagen. Shields trieb Hammer in die Ringecke und wollte mit aller Macht das vorzeitige Ende des Kampfes erzwingen. „Leider habe ich es nicht geschafft, sie da k.o. zu schlagen“, meinte die Vierfach-Weltmeisterin aus dem Bundesstaat Michigan, die damit alle vier wichtigen Gürtel im Mittelgewicht (WBA, IBF WBC, WBO) besitzt und sich unumstrittene Weltmeisterin nennen darf.

Hammer hat einen neuen Plan

Noch am Vorabend des Kampfes hatte Shields mächtig über ihre Gegnerin hergezogen: „Ich bin eigentlich ein bisschen sauer“, sagt Shields. „Ich werde meiner Wut heute Nacht freien Lauf lassen und sie auf meine Gegnerin lenken. Ich bin bereit zu beweisen, dass ich die beste Boxerin aller Zeiten bin. Und all den Zweiflern, die der Ansicht sind, dass ich Hammer nicht besiegen kann, weil sie zu groß, zu stark und zu erfahren ist, denen werde ich beweisen, dass ihr das alles gar nichts nützt, wenn sie mir im Ring gegenüber steht.“

Wie geht’s nun weiter. Zunächst wird Christina Hammer noch eine Woche lang in den USA bleiben. Ob ein Re-Match zustande kommt, ist noch nicht entschieden. Aber Christina Hammer hat noch eine andere Option.

Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Sie wolle dort Gold gewinnen, hatte sie im Vorfeld angekündigt. Ob sie allerdings überhaupt in Tokio antreten kann und darf, steht in den Sternen. Michael Müller, Sportdirektor des Deutschen Boxsport-Verbandes, erklärt: „Wenn Frau Hammer sich den Spielregeln unseres Verbandes unterwirft, also die Antidoping-Bedingungen der NADA, unsere Bundestrainer akzeptiert und die Olympiavorbereitung mitmacht, dann spricht nichts dagegen. Allerdings muss sie sich sportlich qualifizieren und den Nachweis erbringen, dass sie die stärkste deutsche Boxerin in der Klasse bis 75 Kilogramm ist“, so Müller.

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