Dailydaite widmet sich nach Karrierende dem Nachwuchs

Boxen

Nach dem Ende ihrer Profikarriere hat sich Boxerin Goda Dailydaite erst einmal für einige Zeit zurückgezogen. „Ich musste erst mal meinen Rhythmus finden“, sagt sie. Inzwischen hat die Dortmunderin ihren Weg gefunden, trainiert Jugendliche und gibt ihre Erfahrung an den Nachwuchs weiter.

DORTMUND

, 09.03.2016, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Drei Mal pro Woche nimmt sich Goda Dailydaite (r.) Zeit für ihre Schützlinge.

Drei Mal pro Woche nimmt sich Goda Dailydaite (r.) Zeit für ihre Schützlinge.

Es ist laut in der Sporthalle der Tremonia-Gundschule. Um die zwanzig Kinder und Jugendliche rennen und springen. „Ihr müsst schneller“, ruft Thorsten Brück. Seit anderthalb Jahren kümmert sich Goda Dailydaite gemeinsam mit ihm, ihrem ehemaligen Trainer, um den Nachwuchs beim Dortmunder Boxsport 20/50.

In ein Loch gefallen

Einer der Jungs muss sich an den Rand setzen, ihm ist die Puste ausgegangen. „Die Kondition müssen sie eigentlich selbst trainieren“, erzählt die gebürtige Litauerin. „Ich muss sie dazu motivieren. Dass sie sich manchmal Quälen müssen, um ihr Ziel zu erreichen, ist nicht leicht zu vermitteln. Durch meine Erfahrung weiß ich aber, worauf es ankommt“, erzählt die 30-Jährige, die es in ihrer Karriere bis zur Weltmeisterin im Feder- und Superfedergewicht gebracht hat.

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Zu Besuch beim Box-Training mit Goda Dailydaite

Zu Besuch beim Box-Training mit Goda Dailydaite.
09.03.2016
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Zu Besuch beim Box-Training mit Goda Dailydaite© Foto: Schütze
Zu Besuch beim Box-Training mit Goda Dailydaite© Foto: Schütze
Zu Besuch beim Box-Training mit Goda Dailydaite© Foto: Schütze
Zu Besuch beim Box-Training mit Goda Dailydaite© Foto: Schütze
Zu Besuch beim Box-Training mit Goda Dailydaite© Foto: Schütze
Zu Besuch beim Box-Training mit Goda Dailydaite© Foto: Schütze
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2013 verlor sie im Hockeypark in Mönchengladbach vor 2500 Zuschauern. Das war ihre erste Profi-Niederlage, ein Wendepunkt für Dailydaite. „Ich habe eine Pause und viel Abstand gebraucht und mich erst mal auf andere Dinge konzentriert“, erzählt sie. Nach der Entscheidung aufzuhören sei sie zunächst in ein Loch gefallen. „Ich hatte plötzlich so viel Zeit und wusste nicht, was ich damit anfangen sollte.“

Rhythmus gefunden

Früher hat sie bis zu zwölf Mal pro Woche trainiert, musste immer fit sein für ihren nächsten Auftritt im Ring. Zeit für Freunde und Unternehmungen blieben ihr nicht. Heute nimmt sie sich neben ihrem Job bei den Stadtwerken drei Mal pro Woche Zeit für ihre Schützlinge, fährt auch an den Wochenenden mit ihnen zu Wettkämpfen. „Es ist schön, dass ich das, was ich selber gelernt habe, weitergeben kann. Es ist toll, zu sehen, wie groß die Freude ist, wenn die ‚Kleinen‘ stolz eine Medaille mit nach Hause nehmen.“

Dabei wollte die gebürtige Litauerin ursprünglich gar nicht als Trainerin arbeiten. Den Sport aus ihrem Leben verbannen, konnte sie aber auch nicht. Goda Dailydaite hat mit dem jetzigen Weg ihre Balance, ihren Rhythmus gefunden. „Boxen wird immer ein Teil meines Lebens sein“, sagt die zierliche Dortmunderin und lacht.

"Kaum eine Plattform"

Ob sie selbst wieder in den Ring steigen würde? Als bekannt gegeben wurde, dass bei den Olympischen Spielen in Rio zum ersten Mal Profi-Boxer an den Start gehen werden, habe sie wieder diesen Reiz gespürt. „Dieser Kämpfer, dieses Gefühl, das steckt einfach in mir“, so Dailydaite. Aufhören werde das wohl nie.

Wären die Bedingungen für Frauen besser im Boxsport, wäre die ehrgeizige junge Frau wahrscheinlich gar nicht erst ausgestiegen. „Das Problem ist, dass es für Frauen in diesem Sport kaum eine Plattform gibt. Wir können uns nicht präsentieren, damit kein Geld verdienen.“ Irgendwann müsse man sich entscheiden.

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