Das Kemminghausen-Aus: Jetzt sprechen Kevin Großkreutz und der VfL-Vorsitzende

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Der Abschied von Reza Hassani und Kevin Großkreutz beim VfL Kemminghausen hat hohe Wellen geschlagen. Wir haben mit VfL-Vorstand Gerd Wegner und Kevin Großkreutz über die Nummer gesprochen.

Dortmund

, 18.09.2019, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst geschockt, dann fast schon gelassen: Gerd Wegner, der Fußballchef des VfL Kemminghausen, fing seinen Telefonhörer metaphorisch gesehen schnell auf, nachdem er ihm wegen Reza Hassanis Anruf aus der Hand gefallen war. Und bald nutzte der Vorsitzende sein Handy auch, um zwei Nachfolger zu berufen. „Reza hat mich am Montagabend informiert, dass er und Kevin den Verein verlassen wollen, um irgendwann mal höher zu trainieren. Erst habe ich geschluckt. Aber was soll ich machen? Dann ist das eben so.“

Gerd Wegner bewahrt kühlen Kopf

Wegner bewahrte kühlen Kopf, trommelte am Dienstagmorgen einige Weggefährten zusammen und präsentierte dann „eine interne Lösung, die für den Verein aus unserer Sicht die beste ist“. Die Spieler Alexander Stärk, Inhaber einer Trainer-B-Lizenz, und Jonas Keimer, der nach zwei Spieltagen wegen „unterschiedlicher Auffassungen bezüglich einiger Dinge im sportlichen Bereich“ das Team verlassen hatte, übernehmen.

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Beide wollen sich erst öffentlich äußern, nachdem sie mit der Mannschaft gesprochen haben. Das macht Wegner: „Das sind beide Jungs, die den Verein kennen und daher sofort übernehmen können. Sie haben Ideen und brauchen keine Eingewöhnung. Sie arbeiten gleichberechtigt.“ Der VfL sucht jetzt noch einen dritten Trainer, der während der Spiele von außen Anweisungen gibt. „Auch da dürften wir bald eine Lösung haben“, erklärt der Vorsitzende.

Großkreutz unterstützt weiter den VfL

Wegner klingt mit sich im Reinen, wenn er sagt: „Mit Reza und Kevin habe ich keine Probleme. Es ist ja nichts vorgefallen. Wenn sie mit Türkspor einen Verein haben, der ihnen Ambitionen ermöglicht, kann ich sie ja auch nicht festhalten.“ Großkreutz habe ihm im Übrigen versichert, den VfL weiter zu unterstützen.

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Der für den KFC Uerdingen spielende Profi bestätigt dies: „Kemminghausen wird immer mein Vorortverein bleiben. Ich werde den VfL weiterhin unterstützen. Ich bin im Guten gegangen, hatte aber ohnehin geplant, im Sommer aufzuhören.“ Großkreutz zu seiner neuen Aufgabe: „Mich als Trainer von Türkspor zu bezeichnen, wäre auch falsch. Ich habe viel zu wenig Zeit. Ich unterstütze Reza, wenn es die Zeit zulässt.“

Der VfL Kemminghausen hat weiter ein Trainergespann

Aber natürlich war der Vorsitzende auch ein wenig überrascht: „Reza hatte am Sonntagabend noch den Wochenplan an die Mannschaft verteilt. Darin standen auch zwei Testspiele. Das gegen den Lüner SV hat sich wohl erledigt, weil da der Trainer auch gegangen ist. Jetzt warten wir den Donnerstag ab, wenn wir mit der Mannschaft in Ruhe reden können.“

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An den Ambitionen des VfL ändert sich laut Wegner nichts: „Wir haben eine junge Mannschaft mit 21- und 22-Jährigen, da bauen wir doch keinen Druck auf.“ Der VfL hat sich durch ein 3:2 am Sonntag beim FC Roj auf den fünften Rang verbessert. Am Sonntag kommt die SG Massen zum Gretelweg. Viel wird anders sein, aber eins nicht: wieder hat ein Trainergespan die Verantwortung.

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