Der Boss aller Häuptlinge verlängert beim TuS Bövinghausen

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Der Fußball-Landesligist TuS Bövinghausen verlängert mit einem wichtigen Spieler. Er ist der Wortführer in einem Team, das nur aus Häuptlingen besteht.

Dortmund

, 29.05.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Sein erstes Jahr als Senior spielte der Boss des TuS Bövinghausen beim VfL Schwerte. Zusammen mit Muhammed Acil, dem aktuellem Torhüter von Türkspor Dortmund. Beide kamen immer zusammen mit dem Auto in die Ruhrstadt gefahren und erkämpften sich gleich einen Stammplatz. Sie trugen trotz ihres jungen Alters gleich Verantwortung. Was sie beide auch heute noch machen.

Acil bei Türkspor und Dino Dzaferoski beim TuS Bövinghausen. Dzaferoski ist die Stimme des TuS Bövinghausen. In einer Truppe von Häuptlingen ist er der Stammesboss. Auf ihn hören die Mitspieler. Auch in der kommenden Spielzeit. Denn der 28-Jährige hat seinen Vertrag beim TuS Bövinghausen verlängert.

Es war lange nicht klar, ob er überhaupt bleibt. „Ich hatte Angebote aus der Regionalliga und der Oberliga. Ich habe mir natürlich Gedanken gemacht, ob ich nochmal oben angreifen möchte“, erklärt Dino Dzaferoski. Er entschied sich aber gegen die höheren Ligen, weil er beruflich so eingespannt ist, dass er vier- oder fünfmal die Woche nicht mehr trainieren kann.

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Er will jetzt dazu beitragen, dass der Klub in der kommenden Spielzeit den Sprung in die Westfalenliga schafft. In der aktuellen Spielzeit hat es nicht geklappt. Das Team wurde auf der Überholspur bei 300 km/h von der Corona-Krise ausgebremst. Neunmal in Serie hatte der TuS Bövinghausen zuletzt gewonnen, war auf dem Weg, sich immer näher an den Tabellenführer Wacker Obercastrop heranzupirschen. Beim Abbruch lag der TuS, der in der Hinrunde viel zu viele unnötige Punkte hat liegen lassen, sieben Zähler hinter Obercastrop, hatte aber noch eine Partie in der Hinterhand.

Dino Dzaferoski bleibt beim TuS Bövinghausen.

Dino Dzaferoski bleibt beim TuS Bövinghausen. © Nils Foltynowicz

„Ich bin natürlich traurig, dass wir es nicht geschafft haben. Wir waren gerade in einem richtigen Flow und hätten meiner Meinung nach kein Spiel mehr in der Landesliga verloren. Ob es dann zum Titel gereicht hätte, weiß ich natürlich nicht“, sagt Dino Dzaferoski.

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Der 28-Jährige steht für Qualität. Der Sechser hat zum Beispiel dreimal für die Nordmazedonische U19-Nationalmannschaft gespielt. Im Seniorenbereich kickte er neben dem VfL Schwerte noch für Westfalia Herne, RW Oberhausen oder den ASC 09 Dortmund. Trotzdem war es nicht überraschend, dass Dino Dzaferoski 2019 zum damaligen Bezirksligisten TuS Bövinghausen wechselte. Er beugte sich dem hartnäckigen Werben seines Vaters Ajan Dzaferoski.

Lieber in der Bezirksliga als gar nicht

Sein Papa ist der Vorsitzende des Klubs. Da war es irgendwie klar, dass der Sohn mithelfen wird, den Verein mittelfristig in die Oberliga zu führen. „Ich habe ja damals als Kapitän Westfalia Herne im Winter verlassen und hatte keinen Klub. Deshalb habe ich mich bequatschen lassen, lieber in der Bezirksliga zu spielen als gar nicht“, sagt Dzfaroski.

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Er hat dann zusammen mit seinem Teamkollegen Dejan Petrovic angefangen, alte Weggefährten aus der Oberligazeit nach Bövinghausen zu holen. „Dejan und ich haben die Kontakte hergestellt und mein Vater hat den Rest gemacht“, sagt Dino Dzaferoski. Und so spielte er aktuell in einem Team mit vielen Freunden, die er nach Bövinghausen geholt hat. Deshalb blieb er auch in der Landesliga, um hier weiter Erfolg zu haben. Der blieb in der ersten Landesliga-Saison aber aus. „Es war ein verlorenes Jahr, denn mit dem Kader würden wir auch in der Westfalenliga eine gute Rolle spielen“, sagt Dzaferoski.

Trotz des mit etlichen Oberliga-Spielern aufgepeppten Kaders wird es für Bövinghausen aber auch in der anstehenden Saison kein Selbstläufer. Denn Konkurrent Türkspor Dortmund hat ebenfalls kräftig aufgerüstet. Beide Klubs verfolgen die gleiche Agenda. Kurzfristiger Erfolg mithilfe eines finanzkräftigen Sponsors. Die restlichen drei Dortmunder Landesligisten SV Brackel 06, Hombrucher SV und Kirchhörders SC haben wahrscheinlich zusammen den Etat, der Türkspor oder Bövinghausen alleine zur Verfügung steht.

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„Wir müssen einfach aus unseren Fehlern der vergangenen Saison lernen, dann müssen wir nicht auf andere schauen, egal, was die für Spieler geholt haben. Wenn wir ans Limit gehen, glaube ich fest daran, dass uns niemand stoppen kann“, so Dzaferoski. Der TuS-Anführer sieht Verbesserungsbedarf in der Organisation. Das Team benötige mehr Betreuer, damit es sich sonntags nur auf das Spiel konzentrieren müsse. Auch sieht er Nachholbedarf in der Fitness. Hier müsse das Team nachlegen.

Es wird eine spannende Saison mit dem zu erwartendem Zweikampf zwischen Türkspor und Bövinghausen. Und ein Team bleibt auf der Strecke, sollte der Tabellenzweite keine Aufstiegschance bekommen. Dino Dzaferoski und Muhammed Acil sind also zu Konkurrenten auf dem Platz geworden. Die Jungs, die damals mit dem 3er BMW von Dinos Opa nach Schwerte gefahren sind. Aber außerhalb des Platzes sind sie keine Konkurrenten.

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