Fast 40 Stunden An- und Abreise: Es kommen weite Fahrten zu auf den ASC 09

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Durch den nächsten neuen Oberligisten steigt die Mannschaftszahl in der höchsten westfälischen Spielklasse auf 21. Für den ASC 09 bedeutet das weite und viele Auswärtsfahrten - und mehrere Tage auf der Autobahn.

Dortmund

, 08.07.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird voller und voller in der Oberliga Westfalen. Die Fußballer des ASC 09 Dortmund haben in der kommenden Spielzeit kaum Zeit, zu verschnaufen - und wenn, dann tun sie das am besten auf der Autobahn. Dort werden sie nämlich demnächst noch mehr Zeit verbringen als ohnehin schon.

Am Montag hat der TuS Haltern seinen bereits erwarteten Rückzug aus der Oberliga bekanntgegeben. Gemeinsam mit der SG Wattenscheid 09, die ebenfalls zunächst keine Zukunft in der vierten Liga sah, ist es die zweite zurückgezogene Mannschaft, die die Oberliga auffüllt.

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Hinzu kommen mit Victoria Clarholz, der SpVgg Vreden und der SG Finenntrop/Bamenohl drei Aufsteiger. Verlassen haben die Oberliga Westfalen nur die beiden Aufsteiger SC Wiedenbrück und RW Ahlen. Aus einer ohnehin schon üppig gefüllten Liga mit 18 Mannschaften wird eine Mammut-Liga mit 21 Teams - Stand jetzt.

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Für den ASC ergeben sich damit weite und vor allem viele Fahrten. Ganze 40 Spiele damit in einer Saison, die aufgrund der Corona-Pandemie nicht pünktlich beginnen wird und zumindest teilweise unvorhersehbar bleibt.

ASC muss für das Auswärtsspiel in Paderborn 250 Kilometer reisen

Diese Redaktion hat die Stadien der Oberligisten ins Navigationsgerät eingegeben und die jeweilige Entfernung zur ASC-Heimat an der Schweizer Allee berechnen lassen. Die Fahrstrecken hin und zurück und die jeweilige Zeit, die dafür bei durchschnittlicher Verkehrslage notwendig ist, haben wir aufgelistet.

Die Auswärtsfahren des ASC 09 (Angaben beziehen sich auf Hin- und Rückweg):
  • TuS Haltern (120 Kilometer / 90 Minuten)
  • SG Wattenscheid (80 Kilometer / 70 Minuten)
  • RSV Meinerzhagen (120 Kilometer / 100 Minuten)
  • FC Eintracht Rheine (220 Kilometer / 160 Minuten)
  • SC Westfalia Rhynern (65 Kilometer / 65 Minuten)
  • Holzwickeder SC (12 Kilometer / 25 Minuten)
  • SC Paderborn U21 (250 Kilometer / 160 Minuten)
  • TuS Ennepetal (95 Kilometer / 100 Minuten)
  • FC Kaan-Marienborn (220 Kilometer / 180 Minuten)
  • SC Preußen Münster II (120 Kilometer / 90 Minuten)
  • FC Gütersloh (165 Kilometer / 120 Minuten)
  • SV Schermbeck (155 Kilometer / 105 Minuten)
  • SF Siegen (210 Kilometer / 150 Minuten)
  • TSG Sprockhövel (90 Kilometer / 85 Minuten)
  • Westfalia Herne (80 Kilometer / 60 Minuten)
  • TuS Erndtebrück (240 Kilometer / 210 Minuten)
  • Hammer SpVg (75 Kilometer / 90 Minuten)
  • Victoria Clarholz (150 Kilometer / 125 Minuten)
  • SpVgg Vreden (250 Kilometer / 180 Minuten)
  • SG Finnentrop/Bamenohl (195 Kilometer / 165 Minuten)
  • Gesamt: 2.912 Kilometer / 2.330 Minuten

Insgesamt wird das Team von Antonios Kotziampassis über 2.900 Kilometer zurücklegen müssen. Dabei werden die Aplerbecker wohl rund 2.330 Minuten - also fast 40 Stunden - mit der Anreise zu ihren Auswärtsspielen verbringen. Das sind über 1,5 ganze Tage. Durch mögliche Staus bei der Anreise zu den vielen erwarteten Englischen Wochen könnten wohl noch einige Minuten dazukommen.

Das ist erheblich mehr Zeit als in der vergangenen Saison. Ohne die drei Aufsteiger und zwei freiwilligen Absteiger, dafür aber noch mit Wiedenbrück und Ahlen, fuhr der ASC nur rund 2.370 Kilometer und knapp 1.900 Minuten.

Das ist ein Anstieg der Kilometerzahl und Minuten von jeweils über 20 Prozent. Für sechs Gastspiele muss Aplerbeck sogar über 200 Kilometer fahren. Vor allem die Auftritte in Paderborn (250 Kilometer hin und zurück), Vreden (250 Kilometer) und Erndtebrück (240 Kilometer) werden ordentlich Treibstoff verbrauchen.

Diese Fahrten standen für den ASC in der vergangenen Saison anstelle der fünf neuen Teams an:
  • RW Ahlen (100 Kilometer / 90 Minuten)
  • SC Wiedenbrück (155 Kilometer / 105 Minuten)
  • Saison 2019/2020 gesamt: 2.372 Kilometer / 1.895 Minuten
  • Saison 2020/2021 im Vergleich: +540 Kilometer / +435 Minuten

„Klar beobachtet und registriert man das“, sagt Trainer Kotziampassis einige Stunden, nachdem der Rückzug Halterns aus der Regionalliga bekannt wurde. „Wir müssen das nehmen, wie es ist, auch im Kopf. Alles andere können wir nicht beeinflussen“, sagt er.

Antonios Kotziampassis: „Das ist eine Mammutaufgabe“

Der ASC-Coach hofft allerdings inständig, dass die Distanzen bei der Erstellung des Spielplans und insbesondere bei der Ansetzung der Englischen Wochen berücksichtigt werden. An einem Mittwoch um 19 Uhr in Kaan-Marienborn spielen? Dafür könnte sich Kotziampassis kaum begeistern.

Er hofft auf seinen Saisonstart im September. Dann könne man Anfang Februar aus der Winterpause zurückkehren und bis Ende Juni die 40 Spiele absolvieren. „Das wird schon eine Mammutaufgabe“, sagt Kotziampassis.

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Von einer Aufteilung der 21 Oberligisten auf zwei Staffeln mit anschließenden Aufstiegs- und Abstiegsrunden hält er allerdings nicht. „Das wäre dann noch schwieriger alles“, sagt der 47-Jährige.

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