Der verfluchte KSC: Nach vielen Rückschlägen scheitert Kirchhörde in der Westfalenliga

hzFußball-Rückblick

2018 retteten sie sich noch kurz vor Saisonende. In diesem Jahr half nichts mehr - auch nicht Lothar Huber. Der Kirchhörder SC muss nach einer verfluchten Saison in die Landesliga.

Dortmund

, 06.06.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

In unserem Fußball-Rückblick schauen wir eine Woche lang auf alle überkreislich spielenden Teams der abgelaufenen Saison. Teil 10: Der Kirchhörder SC (Westfalenliga, Platz 16, 18 Punkte, 4 Siege, 6 Unentschieden, 20 Niederlagen).

Das Spiel der Saison:
Eine starke Leistung muss man den Jungs von Lothar Huber im März gegen Aufsteiger Meinerzhagen attestieren. Es sah tabellentechnisch schon mehr als düster aus für die Kirchhörder, jeder hatte mit einer Klatsche beim Titelanwärter gerechnet. Aber der KSC bäumte sich nochmal auf und zeigte eine klasse Moral. Auch als Torwart Oliver Roll verletzt raus muss, rückt das Team zusammen, Ersatzmann Yannick Ohler macht ein starkes Spiel. Symbolisch für diese Saison des KSC: Am Ende setzte es trotzdem ein 0:2-Niederlage.

Das Highlight der Saison: Der souveräne Auftritt gegen den direkten Konkurrenten Marl-Hüls zuhause auf dem Sportplatz an der Kobbendelle. Mit 5:0 fegte der KSC die Gäste vom Platz, sicherte sich wie schon im Hinspiel (3:2) drei wichtige Punkte und polierte das Torverhältnis ordentlich auf. Aber auch dieser Lichtblick währte nicht lange. Marl-Hüls zog die Mannschaft zurück, die 6:2-Tore und 6 Punkte waren dahin.

Der Wendepunkt der Saison: Die 0:1-Niederlage gegen den FC Iserlohn in der Hinrunde am 6. Spieltag. Bis dahin hatte Kirchhörde (inklusive der Partie gegen Marl-Hüls) aus fünf Spielen ordentliche 8 Punkte geholt. „Danach ging es bergab“, kommentiert Trainer Lothar Huber. Der KSC verlor sieben Spiele in Serie und holte bis zum Saisonende nur noch mickrige 10 Punkte.

Kuriosum der Saison: Im Winter kam mit Marcel Stiepermann vom Hörder SC jemand zum KSC, der die Wende hätte bringen können. Im ersten Spiel für Kirchhörde machte Stiepermann sofort sein erstes Tor im KSC-Dress, im zweiten sein zweites und im dritten sein drittes, „ein richtiger Führungsspieler“, lobte Huber. Dann zog Stiepermann sich allerdings eine Schambeinentzündung zu, bei seinem Comeback ein paar Wochen später verletzte er sich an der Wade. Und wieder war ein Rettungsanker beim KSC versunken.

Das Lowlight der Saison: In einer Saison mit so vielen Tiefpunkten ist es schwer, den schlimmsten Moment auszuwählen. Was die fußballerische Leistung angeht, ist aber vielleicht die 1:4-Niederlage beim Lüner SV der traurige Gewinner. Fünf Wochen vor Saisonende wurde innerhalb weniger Minuten aus einem 1:1 ein 1:3-Rückstand und schließlich eine 1:4-Niederlage. „Das war arm, das war zu wenig, um die Klasse zu halten“, wütete Lothar Huber nach Abpfiff - damit sollte der KSC-Trainer recht behalten.

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Tiefpunkt neben dem Platz: Mitten in der Saison wurden die Abgänge der Leistungsträger Christian Wazian und Mittelfeldspieler René Richter zum Saisonende bekannt - was bestimmt nicht für bessere Stimmung beim gebeutelten KSC gesorgt hat.

Der Spieler der Saison: Michael Sievers. Der Mittelfeldspieler war als einer der wenigen Kirchhörder über die Saison konstant, stopfte hinten Löcher und gab immer alles, was er hatte. Lothar Huber konnte sich zu 100 Prozent auf Sievers verlassen. „Hätten wir mehr von seiner Sorte gehabt, hätten wir wahrscheinlich zwei, drei Spiele mehr gewonnen“, sagt Huber.

Die Maschine der Saison: Viele verletzte Spieler (unter anderem Christian Wazian, Oliver Roll, Marcel Stiepermann und René Richter), fehlende Einstellung. Wer in so einer Saison die Maschine in Kirchhörde war, ist ganz eindeutig: Trainer Lothar Huber. In seiner dritten Saison beim KSC hat der 67-Jährige, der schon lange aufhören wollte, wieder einmal alles gegeben. Mit seiner Wutrede kurz vor Saisonende rettete er den KSC 2018 noch vor dem Abstieg, 2019 hätte er es fast wieder hinbekommen. Nach seiner Ansage in Lünen gewann sein Team sogar nochmal gegen Schüren.

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Die Saison als Film oder Serie: Der Fluch (aus dem Jahr 2004). Egal, was Kirchhörde auch versuchte, der KSC wurde immer wieder zurückgeworfen. Es war wie verhext: Anullierte Siege gegen Marl-Hüls, neue Spieler, die sich sofort verletzten, starke Auftritte wie in Meinerzhagen, die nicht belohnt wurden. Am Ende sollte es vielleicht einfach der Abstieg sein - für einen Neuanfang in der Landesliga.

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