Derbyzeit in Brackel: Kirchhördes Viktor Schumacher will seinem Ex-Klub am Sonntag wehtun

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Wenn der SV Brackel den Kirchhörder SC empfängt, kehrt mit Viktor Schumacher ein alter Bekannter zurück. Sein Herz schlägt auch für seinen Ex-Klub. Am Sonntag aber will er ihm im Derby wehtun.

Dortmund

, 06.09.2019, 20:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wenn Viktor Schumacher am Ende dieser Saison eine Zwischen-Karrierebilanz zieht, lebt er mit einem Unentschieden gut: 3:3! Drei Jahre SV Brackel 06 und drei Jahre Kirchhörder SC. Es gefiel ihm überall gut.

Der temperamentvolle Offensivspieler will im jetzt anstehenden Landesliga-Derby in Brackel am Sonntag um 15 Uhr an der Oesterstraße 66 aber alles für einen Sieg tun – und zwar für seinen aktuellen Verein, zu dem er im Sommer zurückkehrte, für den Kirchhörder SC.

„Ich gönne den Brackelern viel, sie dürfen mich auch gerne weiter zu Mannschaftsabenden einladen, freue mich auf die Rückkehr und sie dabei alle zu sehen, aber im Spiel zählt für mich nur der KSC. Wir wollen Tabellenführer bleiben.“ Er sei gewechselt, weil ihn das Kirchhörder Konzept überzeugt habe. „Da gab es überhaupt kein böses Blut.“

Torgarant in Derbys

Geht es nach der Historie, müssen sich die Brackeler auf einiges gefasst machen. Sei es in den Jahren 2014 bis 2016 im Dress des KSC oder zwischen 2016 und 2019 für den SV traf er in den Derbys gegen die Klubs, die ihm sympathisch sind, regelmäßig. „Ja, das ist wohl so. Ich hätte nichts dagegen, das fortzusetzen.“

Bis auf ein Jahr beim Dorstfelder SC als junger Senior hat der bei Westfalia Wickede und Hombrucher SV groß gewordene Schumacher nur beim KSC und dem SVB gespielt.

Schumacher kennt die Brackeler also bestens. „Sie haben einen guten Kader, der mit Mirza Basic und Patrick Sacher erheblich verstärkt wurde. Das ist nicht gerade leicht. Zudem haben sie einen guten Trainer, der seine Mannschaft stark einstellt.“

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Aber nicht nur der gemeinte Giovanni Schiattarella setzt auf fußballerische Impulse, auch KSC-Coach Sascha Rammel lässt gerne Fußball spielen. „Das ist auch gut so. In ein Derby gehört aber auch Aggressivität. Und wer das mehr annimmt, hat die besseren Chancen zu gewinnen“, kündigt Schumacher eine 90-minütige Freundschaftspause an.

KSC arbeitet Fehler vom 2:2 gegen Wattenscheid auf

Er selbst darf sich noch nicht mal sicher sein, große Teile des Derbys mitzugestalten. Doch dafür hat er Verständnis: „Ich war während der letzten Vorbereitungswoche im Urlaub. Da musste der Coach zunächst auf andere setzen. Und die haben es dann ja auch gut gemacht, wie unser Tabellenstand zeigt. Daher beklage ich mich nicht.“

Zum vorigen Spiel: „Das 2:2 gegen DJK Wattenscheid nach drei Siegen haben wir aufgearbeitet, die Fehler analysiert und uns vorgenommen, diese nun zu vermeiden.“ Schumacher könnte in Brackel eine Alternative für die offensive Außenposition sein, da hier gegen Watten-scheid nicht die Stärke lag – eher in der Zentrale.

Hinten muss Rammel hier auf den gesperrten Philipp Kremer verzichten. Zudem fehlen die Urlauber Fabian Doyscher und Simon Bank. Mustafa Yüksel ist angeschlagen: „Wir hoffen, dass es für ihn reicht. Wir bedauern aber viel mehr, dass sich Sebastian Schürnann das Wadenbein gebrochen hat und wünschen ihm nur das Beste“, sagt Rammel.

Kirchhörde sah selten gut aus in Brackel

Der Trainer erinnert daran, „dass wir mit Kirchhörde in Brackel nie gut ausgesehen haben. Das wollen wir ändern, in dem wir das Selbst-vertrauen aus den vergangenen Spielen mitbringen. Ich mag Giovanni sehr, aber wir können ihnen die Saison fast schon verderben.“

Unvergessen ist ein Auftritt vom damaligen Trainer Lothar Huber, der nach einer Derbypleite seiner Kirchhörder ungewohnt heftig reagiert hatte. Der sonst so ausgewogene Trainer sprach der Mannschaft die Mentalität ab.

Längst vergessen: Mittlerweile besucht Huber als Zuschauer die Kirchhörder Spiele. Ihn freut, was sein Nachfolger Sascha Rammel im Verbund mit seinem „Co“ Karim Bouasker hinbekommt: „Es macht Spaß, den Jungs zuzusehen.“

Brackel erlaubt sich zu viele Fehler in Bövinghausen

Ein solches Vergnügen hatte der von Schumacher gelobte Schiattarella zuletzt nicht. Beim 1:5 seiner Brackeler beim TuS Bövinghausen, das auch noch eine einwöchige Sperre für Niklas Rybarczyk zur Folge hat, sah der Trainer „zu viele Fehler.“ Die Begründung: „Die Jungs sind noch zu grün.“ Der Trainer fand es bestimmt nicht prickelnd, seine Jungs unter die Räder kommen zu sehen, aber er kann das einordnen: „Es ist alles okay bei uns. Gegen die routinierten Bövinghauser war es auch sehr schwierig.“

Ergebnistechnisch ist Brackel noch nicht richtig in der Liga angekommen. Ein Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage bedeuten Mittelmaß, was aber laut Schiattarella nichts heißen muss. „Da brauchen auch einige Jungs etwas Zeit.“ Und wenn Marcel Stratmann seinen Studienaufenthalt in der Fremde beendet und Rybarczyk seine Sperre abgesessen hat, sind die Brackeler bald komplett.

„Sie dürfen ja auch gerne klettern, nur nicht sofort“, schiebt Schumacher ein.

Die Kirchhörder stellen im Gegensatz zu Bövinghausen eine Mannschaft, in der Schumacher mit seinen 25 Jahren beileibe nicht der Jüngste ist. „Gegen starke Kirchhörde müssen wir da aber aufmerksamer sein - gerade, wenn ich an das starke Kirchhörder Umschaltspiel denke“, sagt Schiattarella. Und damit womöglich an Schumacher, der seine Derbytorbilanz aufpolieren will.

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