Die Handballerinnen von Westfalia Hörde dürfen mit weißer Weste ganz nach oben gucken

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Zehn Spiele, zehn Siege- die Handball-Damen von Westfalia Hörde sind das einzige überkreislich spielende Dortmunder Handballteam, das in dieser Saison bisher alle Partien gewonnen hat.

Dortmund

, 19.12.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Mit weißer Landesliga-Weste geht es für die Handball-Damen von Westfalia Hörde in die kurze Winterpause. Und man möchte meinen, die Weihnachtsunterbrechung kommt gerade zum falschen Zeitpunkt.

Denn die Mannschaft von Trainer Tobias Liedschulte hat einen lupenreinen Lauf. Zehn Spiele, zehn Siege - so darf es weitergehen. Trotzdem gönnt der Trainer seinem Team die Pause. „Für Körper und Kopf ist das ganz wichtig“, sagt Liedschulte. Aber letzlich sei der Break ja auch nicht besonders lang. Am 2. Januar ist schon wieder Training, für den 4. Januar ist ein Kurzlehrgang angesetzt. „Wir tun alles, damit wir gestärkt und fokussiert aus der kurzen Pause kommen.“

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Denn immerhin geht es als Tabellenführer und Aufstiegskandidat ins neue Jahr. 20:0 Punkte stehen derzeit zu Buche. Zudem hat Westfalia aktuell die beste Abwehr der Liga. Nach Platz vier in der vergangenen Saison war so ein Höhenflug nicht zwingend zu erwarten. Liedschulte nennt drei Gründe, warum es trotzdem geklappt hat:

1. „Wir haben eine fortgeschrittene, eine geistig sehr reife Mannschaft. Alle Spielerinnen sind sehr fokussiert, behalten immer die Ruhe.“

2. „Wir sind personell breiter aufgestellt. Breiter, was unsere Spielerprofile betrifft, durch Spielerinnen, die wir gesucht haben, die zum Teil aber auch durch glückliche Fügungen vor der Saison zu uns gewechselt sind.“

3. „Wir können ganz verschiedene Systeme abrufen. Die Mannschaft spielt immer wieder andere Deckungssysteme. Stellt sich klug darauf ein, was der Gegner macht.“

Dabei hat es zum Beginn der neuen Saison gar nicht den ganz großen personellen Umbruch gegeben. Mit Torhüterin Maria Weber und Miriam Pohl kehrten zwei ehemalige Hörderinnen zurück. Beide geben mit ihrer Erfahrung aus Sicht des Trainers der Abwehr zusätzliche Stabilität. „Mit Tatjana Peters haben wir eine erfahrene Landesliga-Spielerin reaktiviert, die mit 36 für unser Spiel eine echte Bereicherung ist“. Und dann ist da noch Sandra Lanari, die als Spielerin und neue Co-Trainerin ein „enorm wichtiges Bindeglied“ zwischen Trainer und Mannschaft ist.

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Diese Verbindung ist extrem wichtig, denn der Trainer hat immer viel zu sagen, weiß Kapitänin Lisa Leimbrink. „Der Coach ist ein echter Taktik-Trainer. Er bereitet uns in den Einheiten vor den Spielen ganz akribisch auf den Gegner vor und ist natürlich auch selbst auf jedes Spiel super vorbereitet.“ Und in der Halle? „Er kann auch schonmal lauter werden“, weiß Leimbrink. „Er ist voll im Spiel und nimmt die Emotionen voll mit. Und das passt einfach sehr gut zu uns.“

Diese gelungene personelle Kombination trägt aus Sicht des Trainers auch dazu bei, dass in Hörde trotz der unangefochtenen Tabellenführung niemand die Nase hoch trägt. „Die Mannschaft weiß sich ganz reell einzuschätzen. Jede Spielerin weiß, dass der Tag kommen wird, an dem wir auch wieder Punkte lassen werden. Und als Trainerteam mahnen wir immer dazu, mit jedem Gegner, egal wie gerade dessen aktueller Tabellenplatz ist, respektvoll umzugehen. Weil alle in der Liga ihre Stärken haben.“

Und diese Stärken, damit rechnet Liedschulte fest, werden in der Rückrunde mehr zum Tragen kommen. „So eine Liga muss sich an den ersten Wochen ja erstmal setzen. Die frühen Spieltage sind oft mit Blick auf Ergebnisse und Platzierungen sehr wüst. Mittlerweile hat sich das etwas gefestigt. Aber jetzt kommt die Rückrunde, und alle Mannschaften kennen sich. Da müssen wir damit rechnen, dass sich andere Trainer gegen uns was einfallen lassen. Es wird für uns garantiert schwerer als in der Hinrunde.“

Aber Ziel ist schon der Aufstieg, oder? „Sagen wir mal so, wir wollen eine bessere Platzierung als in der letzten Saison“, sagt Liedschulte. „Aber ansonsten sind wir da ganz unaufgeregt.“

Die Zukunft der Mannschaft macht Liedschulte allerdings nicht nur am sportlichen Erfolg fest. Nachwievor ist auch Westfalia Hörde von der angespannten Hallensituation in Dortmund gebeutelt. „Wir trainieren dienstags in der Seekante, das ist richtig gut. Aber am Donnerstag sind wir in der Halle 2 in Asseln - und das ist eine Katastrophe. Eine richtige Heimhalle haben wir ohnehin nicht, weil die Halle in Hörde gesperrt ist.“ Dem Verein schade vor allem die Heimhallen-Problematik, weil es so immer schwieriger werde, Sponsoren zu gewinnen. „Wir tingeln bei unseren Heimspielen zwischen Hacheney und Renninghausen. Sind quasi ständig auswärts unterwegs. Aber vielleicht,“ sagt Liedschulte lakonisch“, sind wir ja gerade deshalb so stark, wenn wir wirklich auswärts spielen.“

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