Die Seuche des FC Brünninghausen geht weiter: „Wir wissen nicht, woran es liegt“

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Das haben sich alle beim FC Brünninghausen ganz anders vorgestellt. Nach sechs Spielen hat der Oberliga-Absteiger erst sechs Punkte auf dem Konto und muss schon wieder erstmal nach unten gucken.

Dortmund

, 23.09.2019, 19:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hendrik Brauer hat in dieser Woche den Blick auf die Tabelle gemieden: „Ich habe mich gar nicht getraut, draufzuschauen“, sagt der Defensiv-Chef des FC Brünninghausen. Sechs Punkte hat der FC Brünninghausen nach sechs Spielen gesammelt. Das macht Rang 13, einen über dem Relegationsplatz.

„Erstmal Punkte holen“

„Natürlich haben wir uns das alle anderes vorgestellt“, sagt Geschäftsführer Klaus-Dieter Friers, „wenn wir mit diesem Start glücklich wären, wäre was falsch.“ Nach dem Abstieg aus der Oberliga wollten die Brünninghauser sich eigentlich nicht allzulange mit der Akklimatisierung in der Westfalenliga beschäftigen.

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So kühn, den direkten Wiederaufstieg auszurufen, waren sie zwar nicht beim FCB, aber eine gute Saison im oberen Drittel sollte es schon sein. Doch davon ist nicht mehr viel übrig geblieben: „Wir müssen erstmal Punkte holen“, sagt Brauer, „Punkte holen, um nicht nach unten schauen zu müssen.“

Die Seuche hält an

Denn damit hatten sie in der vergangenen Saison schon genug zu tun: „Die Seuche hält ja nun schon seit Monaten an“, sagt Friers. Es sollte alles besser werden, vor allem: Positiver. „Das ist schon bitter momentan - und für mich auch ein bisschen unerklärlich, dass diese Fehler passieren.“

Denn es ist ja selten so, dass der FCB über 90 Minuten unterlegen ist und hinterher dem Gegner zu einem verdienten Sieg gratulieren muss: „Das größte Problem ist, dass wir uns von einer Kleinigkeit von unserem Plan abbringen lassen“, sagt Brauer. Am Sonntag gegen Lennestadt „spielen wir eine gute erste Halbzeit und führen 2:1. Doch dann macht der Gegner irgendwas anders, sie laufen höher an oder stehen kompakter und wir spielen plötzlich vogelwild“, sagt Brauer.

Gemeint ist: Statt ungefährliche Chip-Bälle hinter die gegnerische Abwehrkette zu spielen, wird der flache Pass in den Fuß gesucht. Wird dieser abgefangen, kann der Gegner den Konter fahren: „Sowas macht dann sauer, wie viel wir investieren und wie viel andere investieren, um ein Tor zu erzielen“, sagt Brauer.

„Das sind immer Ausreden“

Mit Unerfahrenheit oder fehlendem Selbstbewusstsein habe das wenig zu tun, meint der 23-Jährige: „Das sind immer Ausreden. Ich spiele meine sechste Senioren-Saison, das gilt für viele um mich herum auch. Ich kann es nicht erklären, warum wir plötzlich komplizierte Bälle spielen und die Mitspieler dadurch in Bedrängnis bringen“, sagt Brauer.

Das Trainerteam - das betonen eigentlich alle, die man fragt - bereite die Mannschaft so akribisch wie möglich auf alle Eventualitäten vor: „Ohne despektierlich klingen zu wollen: So akribisch, mit so viel Eigeninitiative, mit so viel Bock so individuell gut, kann uns keiner in dieser Liga vorbereiten, wie Max (Borchmann, Anm. d. Red.) und Jan (Schneider, Anm. d. Red.)“, sagt Brauer.

„Einfache Fehler abstellen“

Friers sagt: „Wir müssen einfach die Fehler abstellen, weil wir sonst keine Spiele gewinnen.“ Die Qualität seiner Spieler sei vorhanden, auch die offensiven Möglichkeiten seien gegeben: „Es ist schon sehr frustrierend momentan.“

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Ein Lichtblick war der erste Saison-Einsatz vom etatmäßigen Kapitän Florian Gondrum - auch wenn sich im Gegenzug Nils da Costa Pereira verletzt abmeldete: „Man hat in den 15 Minuten schon Flos Präsenz gemerkt“, sagt Friers, „aber ein einzelner Spieler wird es nicht alleine drehen können. Wichtig ist für mich, dass die ganze Mannschaft mitmacht und daran arbeitet, diese Fehler abzustellen.“

Gute Stimmung und eine gute erste Hälfte

Die Mannschaft habe die spielfreie Woche für einen Team-Abend genutzt: „Wir hatten die ganze Woche gute Stimmung und die erste Hälfte gegen Lennestadt war dann ja auch gut“, sagt Brauer. Einige hätten sie als beste erste Hälfte der Saison bezeichnet.

Doch das bringe eben nichts, wenn darauf dann so eine zweite Hälfte folge: „Wir müssen jetzt erstmal kleine Brötchen backen“, sagt Brauer. Heißt: Punkten. Egal wie. Und am besten schon am kommenden Sonntag in Wiemelhausen.

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