Die verrückteste Fußballliga in Westfalen: Wer soll denn hier aufsteigen?

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Was ist das bitte für eine verrückte Liga? Mindestens sieben Fußballklubs kämpfen um den Aufstieg, haben noch beste Chancen auf den Titel. Nun müssen sie bangen, wie der FLVW entscheidet.

Dortmund

, 26.04.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dichter und enger geht es kaum noch: Aktuell trennen den Tabellenführer (33 Punkte) vom Siebtplatzierten (30) drei Punkte. Dabei hat der Siebte (18 Spiele) eine Partie weniger als der Spitzenreiter (19) absolviert. Dazwischen liegen fünf weitere Teams mit 32 oder 31 Zählern auf dem Konto - ein spannender Kampf um den Aufstieg, bis das Coronavirus kam und alles veränderte.

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Die Rede ist von der Fußball-Westfalenliga 1. Mindestens sieben Mannschaften liefern sich seit Saisonbeginn einen verrückten Kampf um die Meisterschaft und somit um den Aufstiegsplatz in die Oberliga Westfalen. Wie soll der Verband sich da nur entscheiden? Eine überwältigende Mehrheit der Klubs sprach sich im Fragebogen, den der FLVW kürzlich an die Vereine verschickt hatte, gegen eine Fortsetzung der Saison aus. Die Klubs befürworten einen Abbruch der Saison - auch in der Westfalenliga 1.

Tendenz der Vereine gegen Annullierung

Nur, wie wertet der FLVW die Liga dann? Alfred Link, Staffelleiter der Westfalenliga 2, sagte erst kürzlich im Gespräch mit dieser Redaktion: „Eine deutliche Mehrheit der Verein stimmte gegen die Annullierung. Daher spielt die Option erstmal keine Rolle mehr in unseren Überlegungen.“

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Damit blieben nur noch die Lösungen, die Saison abzubrechen, um dann entweder den aktuellen Tabellenstand oder die Hinrundentabelle zu werten. Damit würde es keine Absteiger, dafür aber Aufsteiger geben. Nur, wie viele?

„Wertung nach der Hinrunde“

Christoph Kondring ist Vorsitzender beim Tabellenführer SpVgg Vreden. Er sagt: „Unsere favorisierte Lösung ist ganz klar die Wertung der Saison nach der Hinrunde. Dadurch hätte man eine gerade Tabelle, in der alle gleich viele Spiele absolviert und gegen jeden Gegner einmal gespielt haben. In unseren Augen ist das der fairste Weg.“ Eine Fortsetzung der Saison hält Kondring für unmöglich. Die Hinrunde beendete die Spielvereinigung natürlich auf dem ersten Tabellenplatz.

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Tabellendritter mit nur einem Punkt weniger auf dem Konto als Vreden ist aktuell Victoria Clarholz. Die Victoria hat allerdings auch eine Partie weniger absolviert - ebenso wie der punktgleiche Tabellenvierte Borussia Emsdetten. Frank Topmöller ist Abteilungsleiter bei Clarholz, gibt sich allerdings zurückhaltend. „Wir haben die Entscheidung ja nicht selbst in der Hand. Es ist eine schwierige Zeit für den Verband. Wir würden die aktuelle Tabelle werten, befürworten dann aber auch eine Quotientenregelung“, sagt Topmöller.

Fairness durch Quotientenregel?

Die Quotientenregel hat bereits im Handball Anwendung gefunden. Hierbei werden die erzielten Punkte durch die Anzahl der Spiel geteilt. Dieser Wertung wird dann mit 100 multipliziert. So könne man Ungerechtigkeiten aus dem Weg gehen, da Teams eine unterschiedliche Anzahl an Partien hinter sich gebracht haben.

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Der Delbrücker SC mischt ebenso im Kampf um den Oberliga-Aufstieg mit. Die Mannschaft liegt momentan allerdings auf Rang sieben - mit 30 Punkten und einem Spiel weniger als Vreden. „Unsere Liga ist sicher die komplizierteste Liga in Westfalen. Wir befürworten einen Abbruch mit Aufsteigern. Die Handballlösung mit der Quotientenregel würde alles berücksichtigen“, sagt Carsten Johanning und hofft auf die Möglichkeit einer Wildcard.

Tabelle würde sich verschieben

Ziehe man nun also die Quotientenregel in Betracht, dann würde sich das Bild der Tabelle ein wenig verändern. Plötzlich stünde Victoria Clarholz mit dem Quotientenwert 177,8 (auf die erste Nachkommastelle gerundet, Anm. d. Red.) auf Rang eins, gefolgt von Emsdetten (ebenfalls 177,8), das ein schlechteres Torverhältnis hat. Auf Rang drei würde Vreden folgen (173,7), Vierter wäre der TuS Hiltrup (172,2). Auf Platz fünf stünde dann erst der aktuelle Tabellenzweite SV Rödinghausen II (168,4), Delbrück wäre Sechster (166,7) und SC Roland Siebter (163,2).

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Wie der Verband die Saison genau wertet und wie viele Aufsteiger es geben könnte, entscheidet sich allerdings erst im Juni. Dann soll der Verbandstag stattfinden. Einen konkreten Termin gibt es dafür noch nicht.

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