Dortmunder Junge vom TuS Eving-Lindenhorst: Jan-Pascal Reckert steht vor zehnter Saison beim BVB

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BVB-U23-Torwart Jan-Pascal Reckert ist ein echter Dortmunder Junge, seit 2011 läuft er für Schwarzgelb auf. Bei der U23 ist er schon lange nur Ersatz-Keeper, trotzdem soll er verlängern.

von Leon Elspaß

Dortmund

, 27.02.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Am vergangenen Samstag beim 2:2-Auswärtsremis gegen den VfB Homberg befand sich Jan-Pascal Reckert da, wo er sich im Auftrag von Borussia Dortmund meistens befindet: auf der Ersatzbank. Erst machte der 23-Jährige beim Aufwärmen mit, dann setzte er sich zu den übrigen Reservisten – und schaute von außerhalb zu.

An dieser Lage hat sich seit langem nichts geändert. Im Sommer 2016 stieß Reckert zur U23 des BVB, konnte sich von den verschiedensten Konkurrenten nie gänzlich absetzen – und soll seinen im Juni 2020 auslaufenden Vertrag trotzdem verlängern. Thomas Feldhoff, seinerseits BVB-II-Torwarttrainer, bestätigt: „Ihn wollen wir über den Sommer hinaus bei uns halten.“

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Für diese Entscheidung gibt es verschiedene Gründe. Zum einen sei Reckert torwarttechnisch „gut ausgebildet und kann so auch die Profiabteilung im Training unterstützen“, betont Feldhoff. Zum anderen nennt dieser Trainer die charakterliche Eignung seines Schützlings. Reckert, im Mannschaftsrat etabliert, sei ein „ganz wichtiger Bestandteil“ des Teams.

Reckert wechselte vom TuS Eving Lindenhorst zum BVB

„Jan-Pascal“, fügt wiederum U23-Manager Ingo Preuß hinzu, „ist ein Ur-Dortmunder.“ Vom TuS Eving Lindenhorst wechselte er 2011 zum BVB, wurde jeweils mit der B- und A-Jugend Deutscher Juniorenmeister, um dann in die Dortmunder Zweitvertretung aufzusteigen. Unter seinem Bilanzstrich der vergangenen dreieinhalb Spielzeiten stehen 20 Regionalliga-Einsätze.

„Wir gehen davon aus, dass wir ihn langfristig halten können“, sagt U23-Teammanager Ingo Preuß über Jan-Pascal Reckert.

„Wir gehen davon aus, dass wir ihn langfristig halten können“, sagt U23-Teammanager Ingo Preuß über Jan-Pascal Reckert. © Stephan Schuetze

„Da waren ganz tolle Serien dazwischen“, sagt Preuß. Allerdings kann er sich auch an manchen Wackler erinnern. Mit den sechs Einsätzen in dieser Saison, in denen Reckert zuweilen unsicher bis fehlerhaft agierte, „ist er selbst nicht so zufrieden. In Lotte vor Weihnachten (1:1, d. Red.) hat er es aber wieder super gemacht“, so Dortmunds Kaderplaner, der weiß: „Als Torwart ist es kaum möglich, sofort Bestleistungen abzurufen, wenn man nur ab und an reingeworfen wird.“

Exakt das jedoch ist eben seit Jahren der Fall. Zunächst kam Reckert nicht an Hendrik Bonmann (jetzt bei 1860 München) vorbei, dann wurde ihm Dominik Reimann (Holstein Kiel) vorgezogen, später Eric Oelschlägel. Und kürzlich übernahm der knapp vier Jahre jüngere Luca Unbehaun das Nummer-eins-Mandat bei Dortmunds U23. Reckert hat sich mit alldem arrangiert.

Reckert unterstützt so oft es geht die BVB-Profi-Mannschaft

Anfang dieser Saison erklärte er im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten: „Auch wenn ich wieder in die zweite Reihe gestellt werde, macht mir das nichts aus.“ Für ihn, der die Profi-Belegschaft so häufig wie zeitlich möglich im Signal Iduna Park unterstützt, sei es „eine große Ehre“, seit Jahren den Dress des BVB tragen zu dürfen. In der ihm auferlegten Ersatzrolle versuche er, „der Mannschaft zu helfen, in dem ich meinen Charakter einbringe.“

Reckert trainiert engagiert, ist keiner, der genervt herumplärrt, weil er nicht zu den auserwählten ersten Elf gehört. Er macht seinen Job auf dem Rasen – und zählt es ebenso zu seinem Aufgabengebiet, die anderen Keeper bei ihrer Arbeit zu unterstützen, also neben dem Platz zu wirken. Dies, meint Dortmunds Torwartbeauftragter Feldhoff, mache ihn gleichfalls wichtig. Reckert könne dabei helfen, die jüngeren BVB-Talente „zu formen“.

Jan-Pascal Reckert 2014 in einem Spiel für die BVB-U17.

Jan-Pascal Reckert 2014 in einem Spiel für die BVB-U17. © Ludewig

Einerseits sei dafür natürlich der Torwarttrainer in hauptamtlicher Tätigkeit zuständig, bekräftigt er, „andererseits ist es aber auch gut, wenn innerhalb des Torwartteams ein erfahrener Keeper dabei ist. Einer, der mal Tipps geben kann, der mal helfen kann. Exakt das macht Jan-Pascal jetzt schon.“ Und soll es auch über den Sommer hinaus in Dortmunds Dienstkleidung tun.

U23-Torhüter Eric Oelschlägl wird den Verein verlassen

„Wir gehen davon aus“, sagt Manager Preuß, „dass wir ihn langfristig halten können.“ Final entschieden sei zwar noch nichts, bekennt er. Erste Gespräche über eine erweiterte Zusammenarbeit indes hätten bereits stattgefunden. „Recht hoch“ sei demnach die Wahrscheinlichkeit, so Preuß, dass Reckert seinen Vertrag bei der Borussia noch mal verlängert – und sein Glück nicht woanders sucht.

Der BVB II, der im Sommer wie üblich viele Ab- und Zugänge wird moderieren müssen, hätte somit zumindest schon das passende Torwartduo für die Runde 2020/21 beisammen. Was mit den übrigen aktuell im erweiterten Aufgebot stehenden Torleuten passieren wird? Oelschlägels Vertrag läuft aus, der 24-Jährige wird den Verein nach dann zwei persönlich guten Jahren verlassen.

Bei Jonas Hupe und Lucien Hawryluk, mit 20 und 19 Jahren deutlich jünger, ist die Situation etwas undurchsichtiger. Hupe, der sich weiterhin von einem Kreuzbandriss erholt und laut Torwarttrainer Feldhoff „vielleicht Mitte März wieder dabei sein wird“, hat ebenso ein auslaufendes Arbeitspapier wie Hawryluk.

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Für beide Keeper findet Feldhoff zwar nur lobende Worte. Dass sie künftig allerdings die Chance besitzen, sich im Regionalliga-Pflichtspielbetrieb zu präsentieren, ist nahezu ausgeschlossen. Die Plätze eins und zwei gehören schließlich dem Toptalent und heute 19 Jahre alt gewordenen Unbehaun sowie Reckert, diesem so hochangesehenen Ersatzmann, den sie beim BVB noch deutlich länger beschäftigen wollen.

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