Dortmunder Klub schickt zwei Teams in die A-Liga - die gehen sich aus dem Weg

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Die Erste bleibt in der Kreisliga A, die Reserve steigt in die Kreisliga A auf. Ein Dortmunder Klub stellt in der neuen Saison also zwei A-Liga-Teams. Die werden sich aber nicht in die Quere kommen.

Dortmund

, 23.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ab der kommenden Spielzeit schickt ein Dortmunder Fußballverein gleich zwei Teams in der Kreisliga A ins Rennen. Während die erste Mannschaft wohl die Klasse vorbehaltlich des Verbandstages hält, steigt die Reserve des Dortmunder Vereins wahrscheinlich auf.

Guter Fußball, Bodenständigkeit, Vielfalt und ein bekannter Name – vier Bestandteile sollen die Mischung ausmachen, mit der zwei Teams des VfR Kirchlinde in den Kreisligen A nicht nach unten blicken wollen.

Damit die rein tabellarischen Pläne geklärt sind: Die erste Mannschaft schafft, sollte es beim Saisonabbruch bleiben, den Ligaerhalt in der A1, die Reserve steigt aus der B1 in die A2 auf. Markus Ottenberg peilt mit seinem Team, der Ersten, einen Mittelfeldplatz an.

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Hasan Günduz, Coach der Zweiten, will in der zweiten Gruppe den ungefährdeten Ligaerhalt. „Wir sind uns im Verein einig, dass jede Mannschaft ihren Weg geht. Wir bleiben in unserer Liga, die Zweite geht daher in die andere Liga“, kommentiert Markus Ottenberg den bereits feststehenden Plan.

VfR Kirchlinde will die Spieler untereinander nicht tauschen

Was am Ende an Tabellenplätzen herumkommt, lässt sich vielleicht ins Auge fassen, aber eben nie planen. Die Voraussetzungen schaffen beide Teams selbst für ihre Ziele: „Obwohl wir ein Verein sind, uns gut verstehen und auch Kontakte pflegen, fahren wir gut damit, dass wir die Spieler nicht tauschen. Die Jungs fühlen sich in ihren Mannschaften auch wohl“, fasst Ottenberg zusammen.

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Also zunächst zu Team eins: Hier hat sich Ottenberg namhafte Verstärkung geholt. Dominic Seelig (37), dreifacher Hallenkönig mit Mengede 08/20 und Leistungsträger bei Westfalia Wickede in der Westfalenliga, kehrt an die Seite seines Kumpels aus jungen Tagen zurück.

Dominic Seelig: „Der Kontakt ist nie ganz abgerissen“

Ottenberg und Seelig, zwei Kinder des Dortmunder Westens, kickten einst für Germania Westerfilde, einem Vorgängerverein von RW Germania. „Da der Kontakt nach der Westerfilder Zeit nie ganz abgerissen ist, helfe ich Markus gerne“, sagt der neue Mit-Trainer.

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Seelig, unter dem Spitznamen „Krake“ bekannt, hatte sich verletzt, musste seine Karriere beenden, selbst wenn es ab und an noch im Fuß juckt. „Ich hatte über die Jahre viele Einblutungen und Schwellungen, die ich nie richtig auskuriert habe. Sie führten zu einer Arthrose im Kniegelenk. Ja, ich hätte manchmal noch Lust, beschränke mich dann eben auf den Trainerjob“, erklärt er.

Sohn Mika zockt jetzt in Waltrop

„Zuletzt war ich bei RW Germania eingespannt. Da habe ich meinen mittlerweile elf Jahre alten Sohn Mika trainiert.“ Der Junge aber möchte ambitionierter spielen, bei RW Germania habe der Juniorenfußball nicht den so hohen Stellenwert wie beim VfB Waltrop. Da zieht es den Filius hin, der Papa hat wieder Zeit. „Ich habe jetzt auch die B-Lizenz. Daher denke ich, den Kirchlindern helfen zu können.“

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Gemeinsam will das Trainerduo eine ruhigere Saison erleben, Seelig half drei Partien vor der Coronapause schon aus. Jetzt ist das Engagement gefestigt.

Ottenberg sagt: „Wir halten unsere Mannschaft, sie fühlt sich wohl. Mit zwei, drei hochkarätigen Neuen vermelden wir bald Vollzug, sobald die letzten Details geklärt sind. Dann haben wir eine Mannschaft, die auch den nächsten Schritt machen kann. Jeder trainiert momentan individuell. Wir alle hoffen, dass wir uns bald alle wiedersehen können. Und dann darf es auch gerne wieder um Punkte gehen. Zu lange nur trainieren, macht auch keinen Spaß.“

Geld spielt keine Rolle beim VfR Kirchlinde

In regem Austausch mit seinen Jungs ist auch Hasan Gündüz, Trainer der Reserve. Vier Spieler darf er jetzt sogar sehen, denn seine Söhne Enes und Emre sowie seine Neffen Baris und Ibrahim Gülen kicken im Team.

„Aber natürlich hätten wir unseren Aufstieg, an dem hoffentlich nichts mehr zu rütteln ist, gerne gemeinsam gefeiert. Ich weiß ganz sicher, dass sich jeder nicht nur über diesen Erfolg, sondern auch unsere Entwicklung als Mannschaft gefreut hat.“

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Es ist schon beachtlich, wie das Team des TSC Huckarde, das vor vier Jahren komplett zum VfR wechselte und da als dritte Mannschaft in der C-Liga startete, jetzt nach wenigen Spielzeiten den Sprung in die oberste Kreisliga schaffte: „Wir sind zum Großteil zusammengeblieben, sind eine Einheit. Für uns geht es darum gemeinsam, Spaß zu haben – ob Türke, Deutscher oder Litauer. Geld spielt gar keine Rolle. Das gibt es bei uns nicht.“

VfR Kirchlinde geht mit Multikulti in die neue Liga

Mit Multikulti, wobei der Großteil aus der Türkei stammt, geht es jetzt in die neue Liga. Nur Lukas Gutzeit und Kenan Avci verlassen das Team. Neu dazu kommen Mustafa Karatas und Emre Kement, die Gündüz von früher kennt. Beide kickten zuletzt für Ay Yildiz Derne.

Gündüz geht abschließend noch einmal ausführlicher auf die Erwartungen ein: „Zunächst mal muss der Ligaerhalt das Ziel sein. Wir haben bestimmt auch das Potenzial für das Mittelfeld, aber in der Gruppe A2 treffen wir auf starke Konkurrenz.“ Zwei Teams, ein Ziel: Sie feiern ihre Erfolge, gönnen sich das Beste, ohne sich dabei in die Quere zu kommen.

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