Dortmunder Trainer zum Testspielverbot: Ich finde die Entscheidung merkwürdig

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Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen hatte kürzlich Fußball-Testspiele wieder erlaubt, der Kreis Dortmund nun aber bis auf Weiteres wieder verboten. Die Dortmunder Trainer äußern sich.

Dortmund

, 29.06.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst kürzlich - genau genommen am 25. Juni - veröffentlichte der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) eine Pressemitteilung, in der der Verband darüber berichtete, dass Fußball-Testspiele ab sofort wieder erlaubt sind. Natürlich unter den entsprechenden Hygiene-Vorschriften. Der Kreis Dortmund macht jetzt jedoch einen Rückzieher. Am Wochenende teilte der Kreis - ebenfalls über eine Pressemitteilung - mit, dass Fußball-Testspiele im Dortmunder Raum verboten sind. Jetzt äußern sich die ersten Trainer und Vorsitzenden.

Antonios Kotziampassis ist Coach beim höchstklassigsten Dortmunder Amateurfußballklub - dem ASC 09 Dortmund. Der Trainer des Oberligisten wusste bei unserem Anruf am Sonntagabend noch nichts von dem Verbot, zeigte sich überrascht. „Wir halten uns natürlich an das, was uns vorgegeben wird, aber ich finde es persönlich ein bisschen merkwürdig. In Mengede dürfte man kein Testspiel veranstalten, direkt daneben in Castrop aber schon, das ist schon komisch“, sagt Kotziampassis.

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Der ASC-Trainer verweist darauf, dass es - beispielsweise in einer Nachbarstadt wie Castrop-Rauxel, dessen Teams nicht zum Fußballkreis Dortmund gehören - möglich sei, ein Testspiel zu verabreden. Auch Dortmunds Kreisvorsitzender Jürgen Grondziewski bestätigt das: „Das können die Vereine machen.“

ASC-Testspiele sind auswärts

Der ASC hat allerdings „Glück im Unglück“, denn der Oberligist hat fast all seine Testspiele, die er bisher geplant habe, auswärts angesetzt. „Wir starten am 20. Juli mit der Vorbereitung und am 26. Juli haben wir dann unser erstes Testspiel in Erkenschwick, die letzten zwei sind Ende August zuhause geplant. Wir haben jetzt erstmal mit dem Saisonstart Anfang September geplant. Da hatten wir echt Glück mit der Planung, sonst hätte ich jetzt wieder viel telefonieren müssen“, sagt Kotziampassis und lacht.

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Der frischgebackene Westfalenliga-Aufsteiger TuS Bövinghausen hat bislang noch keine Testspiele fix vereinbart. Lediglich eine mündliche Absprache habe es mit dem Oberligisten Westfalia Herne gegeben. Die Partie hätte Mitte Juli in Bövinghausen stattfinden sollen, fällt nun aber aus. Ajan Dzaferoski, Vorsitzender des Klubs, bleibt ob der Coronakrise auch skeptisch. „Wir haben mit den ganzen Testspielen sowieso erst einmal abgewartet, weil die Situation noch nicht klar ist. Wir müssen uns dem Kreis beugen“, sagt er. Im Fokus stehen für den TuS nun erst einmal die Trainingseinheiten, auf die der Verein viel Wert lege. Dzaferoski: „Die Jungs waren ja quasi drei Monate eingesperrt. Deswegen ist es wichtig, dass man jetzt wieder trainieren darf.“

Hombruch plant keine Extra-Auswärtsspiele

Alexander Enke, Coach beim Hombrucher SV, plant nicht, seine Testspiele nun extra auf auswärtige Plätze zu verlegen. „Ich habe mir eigentlich abgewöhnt, mir über die Sinnhaftigkeit von Corona-Maßnahmen Gedanken zu machen. Aber wir würden jetzt nicht extra auswärts testen, weil wir ja nunmal nicht wissen, wann es genau weitergeht. Wir trainieren aktuell noch einmal die Woche mit unserem Hygienekonzept. Einen Vorbereitungsplan haben wir schon, wir wollen ab 14. Juli starten und hatten auch für Mitte/Ende Juli Testspiele geplant. Aber wir bleiben wie bisher einfach flexibel“, sagt der Coach der Hombrucher.

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Auch beim neuen Landesliga-Aufsteiger Türkspor Dortmund sind bislang keine Testspiele geplant. Erst im August wolle Reza Hassani, Coach von TSD, mit den ersten Testspielen beginnen. „Primär würden wir aber erst auswärts testen. Wenn Testspiele in Dortmund wieder erlaubt sind, dann natürlich auch hier“, so Hassani.

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