Ein Dortmunder Team steht auf Platz eins - und weiß gar nicht warum

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Der Start war fast perfekt: Nur fast, weil neben den drei Siegen auch ein Unentschieden zu Buche steht. Doch ausgerechnet dieser Punkt sorgte für einen positiven psychologischen Effekt.

03.10.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zehn Punkte aus vier Spielen - der Start des Dortmunder Fußballklubs ist mehr als gelungen. In der Liga steht er auf Platz eins, dabei war die Vorbereitung alles andere als gelungen. Zahlreiche Niederlagen ließen Schlimmes befürchten, doch der Ligastart belehrt alle Zweifler eines Besseren.

Als einer von drei Vereinen ist Landesliga-Spitzenreiter Hombrucher SV vor dem fünften Spieltag bei BW Langenbochum (Sonntag, 15.30 Uhr) noch ungeschlagen. Das soll auch so bleiben. Doch warum der Hombrucher SV die Kurve nach der schwachen Vorbereitung bekommen hat, darüber rätselt selbst der Trainer.

Jan Hennig rangiert mit dem HSV auf Platz eins.

Jan Hennig rangiert mit dem HSV auf Platz eins. © Nils Foltynowicz

Vieles deutete auf eine schwierige Landesliga-Saison hin. Nur eins von acht Testspielen gewann der HSV. Gegen Schüren (1:5), Obercastrop (0:6) und RW Germania (0:5) setzte es echte Klatschen für die Hombrucher in der Vorbereitung. „Zehn Punkte ist eine Top-Ausbeute“, sagt Trainer Alex Enke (32), „nach der Vorbereitung wäre es vermessen gewesen, wenn wir das erwartet hätten.“ Das sieht auch Spieler Niklas Orlowski (25) so: „Nach der Vorbereitung hat man nicht unbedingt auf uns gesetzt.“

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Woran es in der Vorbereitung gelegen hat und woher die Leistungssteigerung nun kommt, weiß Coach Enke nicht, auch wenn der Verein in der Vorbereitung Rückschläge einkalkuliert hatte. „Es ist natürlich gut, dass die Mannschaft den Schalter von jetzt auf gleich umlegen kann. Da muss sich jeder einzelne aber auch hinterfragen. Unverdient waren die zehn Punkte jedoch auch nicht“, so der HSV-Trainer.

Testspiel-Pleite war ein Wachrüttler zur rechten Zeit

Die Pleite gegen Germania eine Woche vor dem Landesliga-Auftakt war wohl ein Wachrüttler zur rechten Zeit. Torwart Jan Henning hatte gewarnt, dass seine Mannschaft mit so einer Leistung in der Liga nicht weit kommen werde. Mittelfeldspieler Orlowski sagt: „Wir haben uns nach dem letzten Testspiel zusammengesetzt und eine gute Trainingswoche hingelegt.“ Einen genauen Punkt für die Kehrtwende benennen könne man allerdings nicht.

Gegen Firtinaspor Herne gelang Hombruch dann ein knapper 1:0-Sieg. „Wir haben gesehen, dass wir in der Lage sind, auch einmal eine Führung zu behalten. Das sorgt für positive psychologische Effekte“, findet Enke.

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Nicht weniger psychologisch wertvoll war, dass die Hombrucher zuletzt zweimal spät noch punkteten und bereits vier Zähler nach Rückständen holten: Gegen den SV Horst-Emscher glich Christian Wazian spät aus, im Derby gegen den SV Brackel drehte der HSV den Halbzeitrückstand in der Schlussphase. „Das zeigt, dass wir auch zurückkommen können“, sagt Orlowski.

Das Spielglück ist zurück

Das „Spielglück“, findet Enke, habe sich die Mannschaft erarbeitet. „Wir spielen konstanter, verglichen zur Vorbereitung“, sagt Enke. Und noch etwas beobachtet der Trainer: „Wir haben es zwar noch nicht über 90 Minuten geschafft, aber die Phasen, in denen der Gegner die Überhand gewinnt, werden kleiner.“ Das heißt: Enke zufolge ist Hombruch zunehmend besser im Spiel, lässt den Gegner immer seltener zur Entfaltung kommen und verliert seltener die Kontrolle.

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Das gilt vor allem für die Defensive, wo sich Innenverteidiger Benjamin Bielmeier zu einer Stütze entwickelt hat und das Abwehrzentrum dicht macht. „Die Verteidigung macht es aber auch ziemlich gut im Gesamtpaket“, sagt Enke vor dem Spiel gegen Schlusslicht Langenbochum.

Auch wenn hier der Letzte den Ersten empfängt, will Enke nicht voll auf den Angriff setzen. „Wir wissen nicht, ob wir da oben hingehören, und die Langenbochumer wissen nicht, ob sie da unten hingehören. Wir müssen noch zwei bis drei Spieltage abwarten“, sagt Enke, der abwartend spielen lassen will: „Wir fahren da nicht hin, um das Spiel in der ersten Viertelstunde zu entscheiden.“ Fehlen wird ihm nur Außenspieler Jannik Tipkemper. Gewarnt ist der Favorit trotz der klaren Ausgangslage. Vor zehn Monaten unterlag Hombruch schon einmal Langenbochum

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