Eine Option als Rechtsverteidiger? BVB II testet Zagadou-Bruder Dressy

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Der Name Zagadou ist bei Borussia Dortmund kein unbekannter. Dan-Axel ist fester Bestandteil des Bundesliga-Teams. Nun lief sein Bruder Dressy für die U23 auf - um Eigenwerbung zu betreiben.

von Oliver Brand, Leon Elspaß

Dortmund

, 27.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein bisschen überraschend war der Name schon, der da am Mittwochabend beim Testspiel der BVB-U23 gegen Preußen Münster auf dem Spielberichtsbogen stand. Neben Lars Bünning, Dominik Wanner, Marco Hober und Hüseyin Bulut tauchte plötzlich Zagadou auf. Nicht Dan-Axel, um den sich aktuell Gerüchte um einem möglichen Abschied von Borussia Dortmund ranken, sondern dessen Bruder Dressy Zagadou.

Ingo Preuß wollte am Donnerstagvormittag dann auch gar keine allzu große Sache daraus machen. „Er war als Testspieler da, und wir haben ihn uns einfach mal angeschaut“, sagte der Teammanager der U23. Er werde nun in Ruhe mit Trainer Mike Tullberg über die Personalie sprechen. „Aber eigentlich suchen wir derzeit nicht nach Neuzugängen.“

Zagadou zuletzt in Portugal aktiv

Während Dan-Axel Zagadou, 20 Jahre alte und fester Bestandteil des Deutschen Vizemeisters, längst den Sprung in den Profifußball vollzogen hat und als vielversprechendes Innenverteidiger-Talent für die Zukunft gilt, hielt sich die Karriere seines vier Jahre älteren Bruders bislang in einem überschaubaren Rahmen.

Zuletzt stand Dressy Zagadou beim portugiesischen Drittligisten AD Oliveirense unter Vertrag, kam dort aber kaum zum Einsatz. Zuvor spielte der 24-Jährige in der zweiten Mannschaft von US Créteil Lusitanos in Frankreich. Zwischenzeitlich war der Franzose über eine längere Zeit auch vereinslos.

Zagadou gibt gegen Münster den rechten Verteidiger

Tullberg hatte Dressy Zagadou am Mittwoch beim 3:2-Sieg gegen Preußen Münster im 4-3-3-System auf der Position des rechten Verteidigers positioniert, wo er die Räume hinter Tashreeq Matthews, der nach seiner Leihe zum FC Utrecht wieder zurück in Dortmund ist, besetzen sollte. 45 Minuten lang durfte sich der 24-Jährige gegen Münster beweisen. Allzuviel Eigenwerbung konnte Zagadou bei seinem Einsatz allerdings nicht für sich betreiben.

Offensiv setzte der Franzose kaum Impulse, wirkte dabei in seinen Aktionen oft hektisch, auch sein Passspiel war bisweilen unsauber und ungenau. In der Defensive verteidigte Zagadou, der über eine gute Grundschnelligkeit und ein gutes Kopfballspiel verfügt, neben Innenverteidiger Maximilian Hippe und erledigte seine Aufgaben zumindest solide.

Verpflichtung gilt als unwahrscheinlich

Eine echte Alternative dürfte Zagdaou für den BVB wohl nicht darstellen. Zumal sein Alter von 24 Jahren „eine Verpflichtung ohnehin schwer machen würde“, wie Preuß erklärte. Der BVB darf gemäß der DFB-Spielordnung maximal nur drei Spieler gleichzeitig in einer Partie einsetzen, die am 1. Juli das 23. Lebensjahr vollendet haben.

Und so werden die Schwarzgelben ihre Toplösung auf der Position des rechten Verteidigers weiter innerhalb des eigenen Kaders suchen müssen. Nach dem Abschied von Philipp Hanke, der künftig für den Regionalligisten TSV Steinbach Haiger auflaufen wird, wäre Haymenn Bah-Traoré, derzeit verletzt, ein Kandidat. Gegen Preußen Münster spielte zudem Linksfuß Dominik Wanner in den zweiten 45 Minuten auf der rechten Seite, der aber auf links besser aufgehoben sein dürfte.

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