Eiskalter Neuling bringt Derbysieg für Kirchhörde - Hombrucher SV kommt nicht vom Fleck

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In einem umkämpften Derby dreht der Kirchhörder SC das Spiel gegen den SV Brackel und siegt, weil ein Spieler die Nerven behält. Der Hombrucher SV bleibt dagegen in der Rückrunde sieglos.

Dortmund

, 09.03.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Derbysieger, Derbysieger“, hallte es aus der Spielfeldmitte des Sportplatzes Kobbendelle: Die Spieler des Kirchhörder SC wagten nach der Partie gegen den SV Brackel einen Siegestanz und ließen ihrer Freude freien Lauf. Und dazu hatten sie auch allen Grund: Verdient gewann der KSC am Sonntagnachmittag vor 123 Zuschauern mit 2:1 (0:1) im Derby gegen den SVB.

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„Wir haben es leider nicht geschafft, an die Leistung gegen Bövinghausen anzuknüpfen. Wir waren nicht wirklich im Spiel – von der Körpersprache her, aber auch in den Zweikämpfen hat die Intensität gefehlt“, meinte SVB-Coach Andres Toetz, der den gesperrten Giovanni Schiattarella erneut auf der Trainerbank vertrat. KSC-Trainer Sascha Rammel sprach nach dem Sieg seines Teams von einer „riesigen Erleichterung.“

Lupfer von Leon Franke nicht gut genug

Das Spiel brauchte keine Anlaufzeit. Nach drei Minuten wurde ein Kopfball von Brackel-Innenverteidiger Tobias Hartmann auf der Linie geklärt. Wenig später war der Kopfball von KSC-Kicker Fabian Doyscher zu schwach, um SVB-Keeper Viktor Theisen ernsthaft in Schwierigkeiten zu bringen. Danach tauchte KSC-Mittelfeldmann Alexander Bernhard frei vor Theisen auf, doch der blieb lange stehen und klärte stark.

Nach der Anfangsviertelstunde übernahmen die Gastgeber immer mehr die Spielkontrolle. „Leider hat es uns oft an Passgenauigkeit gefehlt. Darunter hat das Spiel im letzten Drittel gelitten“, meinte KSC-Trainer Rammel. Nach 20 Minuten bekam Leon Franke den Ball nach einem Fehlpass von Theisen auf dem Silbertablett serviert, doch sein Lupfer war nicht gut genug.

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Beide Mannschaften waren körperlich sehr präsent, viele Zweikämpfe im Mittelfeld prägten das Spiel. Brackel versuchte vor allem über den schnellen Malcolm Ferro zum Zuge zu kommen, doch die Abwehr der Gastgeber hatte ihn meistens im Griff. Kurz vor Halbzeit legte Brackel-Torjäger Patrick Sacher den Ball an KSC-Keeper Florian Ernst vorbei, schaffte es dann aber nicht, das Spielgerät aus spitzem Winkel aufs Tor zu bringen.

Sascha Rammel: „Das Gegentor bekommen wir natürlich in einem bitteren Moment“

Besser machte Sacher es dagegen kurz vor dem Halbzeitpfiff: Nach einem Konter kam der Pass in die Schnittstelle im richtigen Moment, Sacher blieb eiskalt und die Gäste führten überraschend – gleichzeitig der Halbzeitstand. „Das Gegentor bekommen wir natürlich in einem bitteren Moment. Trotzdem wussten wir, dass wir trotz des Rückstandes zur Halbzeit unsere Chancen bekommen werden“, sagte Rammel.

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Und er sollte recht behalten: Der KSC schaffte es, in der zweiten Hälfte noch dominanter zu sein und Brackel in dessen Hälfte einzuschnüren – nur gelegentlich machten die Gäste durch Konter auf sich aufmerksam. „Da haben wir meist die falschen Entscheidungen getroffen und die Konter schlecht ausgespielt“, befand SVB-Trainer Toetz.

Gerade der eingewechselte Marcel Stiepermann sorgte bei den Gastgebern für neuen Schwung im Angriff. Mit seiner Präsenz und seiner Robustheit brachte er neue Impulse und leitete so die Wende ein. „Die Mannschaft hat sich an Marcel hochgezogen“, sagte KSC-Trainer Rammel, der auch meinte, dass mehr als 30 Minuten Einsatzzeit für Stiepermann wegen seiner aktuellen gesundheitlichen Situation nicht möglich sind.

Simon Rudnik zweimal eiskalt

Zwei Foulelfmeter sollten dann das Spiel zugunsten der Gastgeber drehen: Zunächst wurde Leon Franke von den Beinen geholt (70.) – Simon Rudnik verwandelte sicher. Wenig später trat Rudnik erneut an, nachdem er selbst im Strafraum gefoult wurde. Der Mittelfeldspieler traf erneut souverän. In der Schlussphase gab es noch Chancen auf beiden Seiten – trotz Führung handelte sich der KSC noch zwei Konter der Gäste ein.

Die Spieler des KSC freuen sich mit dem Doppeltorschützen Simon Rudnik (2. v. r.).

Die Spieler des KSC freuen sich mit dem Doppeltorschützen Simon Rudnik (2. v. r.). © Folty

„Da hat uns die Präzision gefehlt. Insgesamt müssen wir an unserer Konstanz arbeiten“, meinte Toetz. Rammel sagte trotz des Sieges: „Die Ansprüche ans Team sind gestiegen. Wir müssen es schaffen, solche Spieler souveräner zu gestalten.“

Kirchhörder SC: Ernst - Yüksel, Doyscher, Mendes, Rous - Bernhard (90. Heintzmann), Sievers, Sahin (85. Dapes), Djordjevic (58. Stiepermann) - Rudnik - Franke (89. Bouasker).

SV Brackel: Theisen - Lange, Hartmann, Langfeld, Cakirlar - Sacher, Rybarczyk, Coleman, Rath - Seidel - Ferro.

Tore: 0:1 Sacher (44.), 1:1, 2:1 Rudnik (70., 77., beides Foulelfmeter).

SuS Kaiserau - Hombrucher SV 2:2 (0:0).

Als das abstiegsbedrohte Kaiserau innerhalb von nur drei Minuten das Spiel drehte und aus einem 0:1-Rückstand eine 2:1-Führung machte, rutschte bei Hombruchs Trainer Alexander Enke kurzzeitig das Herz in die Hose. „Das war extreme Unachtsamkeit“, monierte der HSV-Coach nach der Partie. Immerhin rettete Christian Wazian nach einer Einzelaktion noch das 2:2-Unentschieden.

Alexander Enke: „Es war von beiden Seiten ein schlechtes Fußballspiel“

Den 1:0-Führungstreffer erzielte Tim Schrade, nachdem er einen Diagonalball annahm, nach innen zog und einmal mehr seinen guten Torabschluss unter Beweis stellte. Nach dem Spiel wusste Enke nicht, ob der Punkt gegen „einen direkten Konkurrenten“ oder die „vielen Fehlpässe“ schwerer wiegen. „Es war von beiden Seiten ein schlechtes Fußballspiel“, nahm Enke kein Blatt vor den Mund.

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„Beide Teams arbeiteten defensiv schlecht, beide Seiten standen sehr offen. In der ersten Hälfte hatten wir Glück und waren froh, mit einem Remis in die Pause zu gehen. Schlussendlich kann man mit dem Unentschieden aus emotionaler Sicht leben. Aber wir kommen nicht vom Fleck.“

HSV: Hennig - Haake, Watermann, Nesaraj, Bienewald (81. Geist) - Schrade, Orlowski (68. Büth), Bielmeier, Martins (75. Wazian) - Cevirme (78. Akinci), Bednarek

Tore: 0:1 Schrade (62.), 1:1 Milcarek (67.), 1:2 Barry (69.), 2:2 Wazian (85.)

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