Erst den Trainer selbst gecoacht, dann sein Partner an der Seitenlinie

Basketball

In einer kleinen Serie stellen wir die Aufgaben und Charaktere von Co-Trainern vor. Wer sind die Coaches hinter den Übungsleitern, die eigentlich im Fokus stehen? Es geht los mit Basketball.

Barop, Dortmund

, 10.05.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 3 min
Jürgen Heckers (l.) und Johannes Grothe (3.v.l.) trainieren zusammen die Basketballer des TVE Barop in der 2. Regionalliga.

Jürgen Heckers (l.) und Johannes Grothe (3.v.l.) trainieren zusammen die Basketballer des TVE Barop in der 2. Regionalliga. © Andreas Gövert

Sie sorgen für die gute Stimmung im Team, sind näher dran an den Spielern und kümmern sich um volle Wasserflaschen, ein trockenes Handtuch und weitere kleinere Erledigungen. Alles nur Mythen über Co-Trainer? Was macht eigentlich ein Assistent und was sind seine Aufgaben? Wir sind der Sache auf den Grund gegangen und durchleuchten hierbei verschiedene Sportarten in diversen Ligen.

Wir fangen an beim TVE Barop, der in der 2. Basketball-Regionalliga spielt. Das Team wird betreut von Trainer Johannes Grothe und seinem Co-Trainer Jürgen Heckers.

Jürgen Heckers: „Wir verfolgen dieselbe Philosophie auf dem Spielfeld. Ich denke, wir passen gut zusammen“

Das Gespann kennt sich schon lange, sehr lange. „Als ich noch in der U20 war, habe ich unter Jürgen beim TSG Schüren auch gespielt. Daher wissen wir, wie der andere tickt“, beschreibt Chefcoach Johannes Grothe. Auch Jürgen Heckers kann das bestätigen. „Wir verfolgen dieselbe Philosophie auf dem Spielfeld. Ich denke, wir passen gut zusammen.“

Damit ist Heckers vom Trainer von Grothe zum Partner an der Seitenlinie geworden – und der 28-Jährige weiß das sehr zu schätzen. „Jürgen war während der Saison eine große Unterstützung für mich. Es ist das erste Jahr für mich als Coach auf solch einem Niveau. Da war es gut, einen erfahrenen Mann an der Seite zu haben. Jürgen war auch ein ruhiger Gegenpol für mich. Wir haben uns gut ergänzt.“

Jürgen Heckers ist Co-Trainer des TVE Barop, der in der 2. Basketball-Regionalliga spielt.

Jürgen Heckers ist Co-Trainer des TVE Barop, der in der 2. Basketball-Regionalliga spielt. © Folty

Der 50-Jährige Heckers hat in seiner Basketball-Laufbahn schon vieles gesehen. Alles fing an bei einem Jugendteam des ASC 09. „Danach übernahm ich die Damen des TVE Barop und wir stiegen innerhalb von vier Jahren zweimal auf – von der Kreis- in die Landesliga.“ Aber auch Mannschaften des TSC Eintracht, bei der TSG Schüren des TVG Kaiserau und BC Soest trainierte er schon.

Vor einem Jahr wollte er eigentlich eine Pause machen. Doch dann kam die Anfrage, ob er nicht Lust hätte, den Posten des Co-Trainers zu übernehmen. „Ich kenne Jo schon sehr lange und habe auch einige Spiele des Teams besucht. Auch ein Teil des Teams war mir nicht unbekannt. Wir hatten dann ein paar Gespräche und dann habe ich zugesagt“, erklärt Heckers.

Was sind eigentlich die Aufgaben als Co-Trainer im Basketball?

Neben dem Spielfeld: Chefcoach Grothe meint: „Jürgen ist näher dran als ich. Er hat einen guten Blick für die Spieler, was sie brauchen, wie man mit ihnen sprechen muss. Durch die Erfahrung, die er gesammelt hat, besitzt er ein gutes Feingefühl.“

Darauf angesprochen, war Heckers etwas überrascht. „Ich hätte nicht gedacht, dass Johannes das so sieht. Ich denke, als Co-Trainer muss man einerseits ein Kumpel-Typ, andererseits muss man auch konsequent sein. Wichtig ist, dass man seine Entscheidung gut begründen kann. Ich versuche den Spielern mitzugeben, dass sie sich bei manchen Entscheidungen auch in unsere Lage hineinversetzen sollen. Dann wird es für die meisten verständlicher“

Im Training: Hier waren die Rollen klar verteilt: Heckers war der Schleifer und Grothe eher für die taktischen Aufgaben zuständig. „Ich habe mich mehr um das Warm Up gekümmert. Ich denke, die Spieler müssen laufen können. Das Warmmachen sollte fordernd sein, aber auch nicht zu anstrengend. Schließlich müssen die Spieler danach noch aufnahmefähig für taktische Anweisungen sein“, erklärt Heckers, der im Besitz einer Leistungssportlizenz ist.

Aber auch im taktischen Bereich wirkte der Co-Trainer mit. „In der vorigen Saison war die Offensive der große Knackpunkt. Die Gefahr ist, dass man sich als Chefcoach zu sehr auf das Thema einschießt. Daher ist es gut, wenn jemand von außen noch einen Blick aufs große Ganze wirft“, findet Grothe, der als Spieler auch einige Partien in der 2. Bundesliga absolvierte. Daher freute er sich über anderen Input.

Johannes Grothe ist Chefcoach des TVE Barop.

Johannes Grothe ist Chefcoach des TVE Barop. © Stephan Schuetze

Im Spiel: Während einer Partie hatte der Chefcoach mehr das gesamte Geschehen im Blick, sein Co-Trainer mehr einzelne Spieler: „Er hat den Spielern Rückmeldungen gegeben, was sie besser machen können. Auch hat er die Spieler vorbereitet und ihnen die Stärken und Schwächen des Gegners mit auf den Weg gegeben. Auch bei der Verteilung von Einsatzzeiten hat mir Jürgen sehr geholfen“, sagt Grothe.

Ähnlich beschreibt auch Heckers, der auch als Schiedsrichter aktiv ist, die Rollenverteilung. „Manchmal muss man im Spiel harte Entscheidungen treffen. Mein Aufgabe war es, den Spielern diese Entscheidungen zu erklären. Dabei ist es mein Ziel, stets offen zu kommunizieren.“

Profil: Und welche Eigenschaften sollte seiner Meinung ein Co-Trainer im Basketball haben? „Ich glaube, wichtig ist, dass das Trainerteam die selbe Idee vom Spiel verfolgt und dass man offen miteinander kommunizieren kann. Man sollte seinen Standpunkt offen sagen können“, sagt Heckers, der seinen Chefcoach auch gerne mal „Balu, der Bär“ nennt.

Auch in seiner x-ten Saison als Mann an der Seitenlinie hat der 50-Jährige noch neue Erfahrungen gesammelt: „Man lernt immer was dazu. Ich denke, beim Basketball ist vieles in den Mannschaften und in Ligen gleich, nur die individuelle Klasse der Spieler wird besser. Damit muss man dann umzugehen wissen.“

Und wird es das Trainergespann auch in der kommenden Saison geben? „Wenn der Barop mich behalten möchte, bleibe ich. Barop wird definitiv mein erster Ansprechpartner sein“, meint Heckers.

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