Brünninghausens Coach Rafik Halim im Interview: Mit dem Anruf hatte ich gar nicht gerechnet

hzFußball-Westfalenliga

Der FC Brünninghausen hat ein neues Trainer-Duo. Dass der Klub auf Kapitän Florian Gondrum setzen könnte, war zu erwarten. Dass aber Rafik Halim an seiner Seite stehen würde, ist eine Überraschung

Dortmund

, 04.11.2019, 18:34 Uhr / Lesedauer: 3 min

Er selbst war auch überrascht, als Brünninghausens Geschäfstführer Klaus-Dieter Friers ihn kontaktierte. Welchen Trainertyp Halim bevorzugt und warum er auf dem Weg in den Urlaub Trainerbücher gelesen hat, erklärt der ehemalige Kapitän des Fußball-Oberligisten ASC 09 Dortmund (35 Jahre) im Interview.

Waren Sie überrascht, als Sie der FC Brünninghausen kontaktiert hat?

Logisch. Total überrascht sogar. Mit dem Anruf hatte ich gar nicht gerechnet.

Wissen Sie, wer Sie empfohlen hat?

Ja, das ist witzig. Ich hatte Miguel Moreira bei einem Junggesellenabschied getroffen und ihm gesagt, dass ich gerne mal etwas mit ihm im Trainergeschäft machen möchte. Dazu ist es jetzt nicht gekommen, er hat mich aber dann beim FC Brünninghausen empfohlen.

Haben Sie sich schon bei ihm bedankt?

Ja, das habe ich wirklich gemacht.

Jetzt lesen

Wie lange mussten Sie überlegen, den Job anzunehmen?

Es war schon ein Prozess. Auf dem Platz war ich immer ein Bauchmensch. Bei der Trainerfrage bin ich rational an die Sache gegangen, weil es nicht mein Plan war, jetzt ins Trainergeschäft einzusteigen. Ich habe dann mit meiner Frau, Vertrauten, Klaus-Dieter Friers und Florian Gondrum gesprochen. Und es gab nur positives Feedback.

Ist es mutig, einem 29- und einem 35-Jährigen einen Westfalenligisten anzuvertrauen?

Florian hatte gute Trainer und ich auch. Er ist Kapitän beim FCB und ich war es lange beim ASC. Um Kapitän zu sein, musst du Führungsqualität besitzen. Und keiner ist als Trainer geboren, jeder musste den ersten Schritt gehen. Ich glaube, Florian und ich werden es draufhaben.

Sahen es Ihre Planungen überhaupt vor, jetzt ins Trainergeschäft einzusteigen?

Es war nicht mein Ziel, jetzt Trainer zu werden. Nach meiner Hüftarthrose musste ich mit dem Spielen ja aufhören, deshalb habe ich in diesem Jahr den Trainer-Schein gemacht. Ich wollte erst in der kommenden Spielzeit in das Trainergeschäft einsteigen. Vielleicht als Co-Trainer in den Job hineinschnuppern. Aber manchmal bekommt man halt die Chance, zwei Stufen zu überspringen.

Jetzt lesen

Wie teilen Sie sich den Job mit Florian Gondrum?

Wir sind da noch in der Findungsphase. Am Dienstag gehen wir ins Detail. Klar ist, dass ich das Team von außen coache. Ich werde natürlich immer mit Flo in Kontakt stehen. Aber als Stürmer ist es halt schwer, den kompletten Platz zu überblicken. Er wird es nicht immer sehen, dass der Außenverteidiger nicht richtig einrückt. Das muss ich dann sehen.

Bisher waren Sie ja eher Konkurrenten auf dem Feld. Wie gut kennen Sie sich?

Wir kennen uns erstmal nur vom Feld. Hier sind wir häufig direkt aufeinandergetroffen. Vor allem bei Ecken, weil wir ungefähr gleichgroß sind. Die Duelle waren immer hart. Er war aber immer ein Gentleman.

Brünninghausens Geschäftsführer Klaus-Dieter Friers kann sich eine lange Zusammenarbeit mit Ihnen und Florian Gondrum vorstellen. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Das würde ich gerne. Ich bin ein Typ, der für Kontinuität steht. Ich war ja zum Beispiel zehn jahre lang beim ASC. Jetzt denke ich aber erstmal kurzfristig. Schritt für Schritt. Als Trainer ist es nicht immer planbar, wie lange man bei einem Klub bleibt.

Jetzt lesen

Wann haben Sie Ihre B-Lizenz gemacht?

Im März erst. Zusammen mit Brünninghausens Kapitän Hendrik Brauer. Wir hatten sogar eine Fahrgemeinschaft, wir haben uns super verstanden.

Stimmt es, dass Sie sogar auf dem Weg in den Urlaub noch fleißig für die Trainerprüfung gelernt haben?

Wer hat denn da gepetzt? Aber es stimmt. Ich habe viel aus dem Lehrgang mitgenommen. In der Prüfung mussten dann einige Fragen beantwortet werden, deshalb musste ich gut vorbereitet sein.

Sie waren damals auf dem Weg, sich Spiele von Liverpool und ManCity anzuschauen. Jürgen Klopp oder Pep Guardiola – welcher Trainertyp gefällt Ihnen besser?

Gute Frage. Es sind beides hervorragende Trainer mit einem außergewöhnlichen Spielstil. Guardiola hat den Ballbesitzfußball perfektioniert. Aber ich liebe den Fußball von Jürgen Klopp. Egal ob bei Dortmund oder jetzt bei Liverpool. Die Spiele seiner Teams sind nie langweilig. Klopp zeigt es, dass man nicht nur mit Taktik alleine weit kommt, sondern auch mit Emotionen.

Lesen Sie jetzt