Für Westfalia Wickede ist künftig auch „schmutzig“ erlaubt

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Alles kann, nichts muss - vor dem richtungsweisenden Westfalenliga-Spiel gegen YEG Hassel versucht Westfalia Wickedes neuer Trainer Marko Schott vor allem eines: Seiner Mannschaft den Druck zu nehmen.

Dortmund

, 22.02.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Allerdings hat die verpatzte Generalprobe vom Donnerstagabend gegen Türkspor im Pokal diese Aufgabe nicht gerade leichter gemacht. Am Ende hatte der zwei Klassen niedriger spielende Bezirksliga-Tabellenführer das Spiel mit 3:0 für sich entschieden.

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Trotzdem nimmt Schott auch Positives aus dem Pokalabend mit. „Türkspor ist einfach brutal gut. Mit ihrer Qualität gehören die nicht in die Bezirksliga. Wir haben also gegen eine sehr starke Mannschaft verloren und bis zur 60. Minute ein ordentliches Spiel gezeigt. Und alle Beteiligten haben mit mir das Gefühl gehabt, dass wir giftig und unangenehm waren, dass wir auch gut verteidigt haben. Die Gegentore fielen dann einmal durch Glück für den Gegner und zweimal durch individuelle Fehler von uns. Aber das ist nichts, woran wir nicht arbeiten können.“

An der Defensive wird bei Westfalia Wickede gearbeitet

Die größte Baustelle im Wickeder Team ist auch aus Schotts Sicht die Verteidigung. 47 Gegentreffer in 17 Ligaspielen - mehr hat kein Konkurrent bislang zugelassen. Reaktionsmöglichkeiten sieht der Trainer auf zwei Ebenen: „Erstens können wir natürlich personell etwas verändern. Zweitens, und darum geht es aber jetzt erstmal, müssen wir die Spieler wieder aufbauen, um die Quote der Fehler, vor allem die der leichtsinnigen, deutlich zu verringern. Und wenn doch Fehler passieren, müssen wir zusehen, dass sie weiter vorne passieren und nicht tief in unserer eigenen Hälfte, wo sie in der Vergangenheit so oft zu Gegentoren geführt haben.“

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Das ist aus Schotts Sicht allerdings keine Kurzzeitaufgabe, sondern etwas „woran wir die nächsten drei bis vier Wochen arbeiten werden. Zaubern kann ich auch nicht.“ Insofern sei auch das Spiel gegen Hassel am Sonntag (Pappelstadion, Fränkischer Friedhof, 44319 Dortmund) nicht entscheidend für den restlichen Saisonverlauf. „Wir bauen da jetzt keine Riesendruck auf die Mannschaft auf. Das Ergebnis wird eine Richtung weisen, aber nicht den weiteren Saisonverlauf vorwegnehmen.“

Gegen die Lethargie

Gleichwohl und trotz aller Aufbauarbeit will der Tabellen-14. Wickede die drei Punkte gegen den Tabellenletzten sichern. „Das wird kein Selbstläufer, das ist klar“, sagt Schott. „Hassel hat sich in der Winterpause auch noch verstärkt. Und wir gehen deshalb auch nicht mit dem Bewusstsein eines sicheren Sieges in die Partie.“

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Bis Sonntag werde es auf jeden Fall noch mehrere Gespräche mit den Spielern geben, um die Köpfe wieder frei zu bekommen. „Und vielleicht müssen wir manche der Jungs einfach dahin schubsen, dass sie es manchmal erlaubt ist, den Ball schmutzig nach außen zu spielen oder auch einfach nur nach vorne aus der Gefahrenzone. Keiner muss hier Schönheit sterben“

Die Ansprache werde bei den Gesprächen durchaus unterschiedlich sein. „Ist doch klar, dass ich etwa Spieler wie Anil Konya, Lukas Homann oder Marcel Großkreutz, die ich schon seit Jahren kenne, ganz deutlich im Gespräch in die Pflicht nehmen kann. Für andere Spieler geht es hingegen eher darum, ihnen erstmal Mut zu machen und sie wieder aufzubauen. Unterm Strich muss aber allen klar sein, dass von der Lethargie der letzten Wochen spätestens am Sonntag nichts mehr übrig sein darf.“

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