Als letztes gekommen und gleich durchgestartet: ASC-Talent träumt weiter vom Profi-Fußball

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Mit späten Verpflichtungen verbindet der Fußball-Oberligist ASC 09 gute Erfahrungen. In der vergangenen Spielzeit kam Paul Stieber zuletzt. Auch jetzt hat sich der späteste Transfer durchgesetzt.

Dortmund

, 28.11.2019, 15:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nette Worte waren es nicht, die Ennepetals Routinier Abdullah El Youbari auf dem Platz Richtung Florian Rausch losließ. Übersetzt: Er sprach ihm das fußballerische Können ab. Aplerbecks 18-jähriger Außenverteidiger ließ sich aber nicht beeindrucken und gewann einfach den nächsten Zweikampf gegen den 32-Jährigen.

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„Wenn meine Gegenspieler mich beleidigen, schalte ich einfach ab“, sagt Rausch. Dessen Trainer Tim Schwarz hält das für den richtigen Weg: „Es bringt doch nichts, mit dem Schiedsrichter oder dem Gegenspieler zu diskutieren. Der Fokus liegt auf dem Spiel.“ Der ASC-Trainer beschreibt Rausch als entspannten Typen, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt.

ASC 09 Dortmund verpflichtet zwölf Spieler

Der Außenverteidiger war die zwölfte und letzte Verpflichtung des ASC im Sommer. Ausgebildet wurde Rausch beim BVB. In der U17 stand er mit dem Klub im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen Werder Bremen, schied damals aber aus. Sein letztes A-Junioren-Jahr schloss er beim Junioren-Bundesligisten Preußen Münster ab.

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Mit dem Wechsel zum Senioren-Oberligisten ASC 09 Dortmund ist sein Traum vom Profifußball nicht beendet. „Das halte ich immer noch für machbar“, sagt Rausch. Er ist aber kein Träumer, lebt im Hier und Jetzt. Für ihn sei es wichtig, sich erstmal beim ASC durchzusetzen und ein guter Oberliga-Spieler zu werden. „Der nächste Schritt wäre der in die Regionalliga. Dann schaue ich mal weiter. Aber klar ist, dass ich höher spielen möchte als Oberliga.“

ASC-Talent Florian Rausch hat die nötige Grundschnelligkeit

Schwarz hält das für realistisch. „Florian hat die nötige Grundschnelligkeit, ist technisch stark und hat auch einen guten Abschluss“, sagt Schwarz, „und gut finde ich, dass er Schritt für Schritt plant und nicht zwei Schritte auf einmal machen möchte.“

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Rausch hat aber ein paar Wochen benötigt, um sich einen Stammplatz beim ASC zu erkämpfen. Der später entlassene Coach Daniel Sekic probierte ihn erst im Mittelfeld aus, mit mäßigem Erfolg. Auf der Position des linken Außenverteidigers gab es weiter eine Vakanz. Jannik Marth, Ermias Simatos, Okan Saritas, Jasper Stojan – sie alle stopften nicht das Loch, das Nico Wolters Abgang nach Haltern hinterlassen hat.

Florian Rausch hält die linke Seite dicht

„Dann kam Daniel Sekic auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich mir diese Position hinten links für mich vorstellen könne“, erzählt Rausch. Er sagte schnell und überzeugend Ja. Er hat seine komplette Jugend auf dieser Position gespielt. „Das ist die Position, auf der ich mich am wohlsten fühle.“

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Das war von Beginn an zu sehen. Rausch hielt die linke Seite dicht. Was aber fehlte, waren die punktuellen Ausflüge in die Offensive. „Für mich war erstmal wichtig, Sicherheit zu gewinnen und keine Tore über meine Seite zuzulassen.“ Erst Sekic und später Nachfolger Schwarz forderten immer mehr von ihm ein, sich offensiv einzuschalten. Was ihm immer besser gelingt.

Die Baustelle ist geschlossen

„Ja, das sieht jetzt schon gut aus. Er muss aber noch mutiger werden und seinen Mitspielern vertrauen. Er muss in den Kopf bekommen, dass die linke Seite zu ist, auch wenn er mal in der Offensive auftaucht“, sagt Schwarz. Der Coach glaubt fest daran, dass das sich schnell einspielen wird. Schwarz sieht in Rausch einen selbstkritischen Spieler, der sich immer weiterentwickeln will. „Aber manchmal ärgert er sich zulange über einen Fehler. Das muss er noch abstellen.“

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In Aplerbeck sind sie aber einfach nur froh, eine Baustelle geschlossen zu haben. „Seit Florian hinten links spielt, mache ich mir hier keine Sorgen mehr. Für mich ist die Position optimal besetzt“, sagt der Sportliche Leiter Samir Habibovic. Er hat wieder das richtige Händchen gehabt. Im vergangenen Jahr war Paul Stieber die letzte Sommerverpflichtung, diesmal war es Florian Rausch. Stieber avancierte zu einem der besten Oberliga-Spieler. Mal schauen, wie weit Rausch kommt.

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