Fußballkreis Dortmund vermarktet den Namen einer Liga

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Dass Namensrechte von Ligen oder Stadien vergeben werden, erhält auch im Amateur-Fußball immer mehr Einzug. Eine Dortmunder Liga hat jetzt einen anderen Namen bekommen.

Dortmund

, 09.10.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich ist die Vermarktung von Namensrechten eine Sache, die aus dem Profi-Sport bekannt ist. In Österreich gibt es seit der Saison 2014/2015 die tipico Bundesliga, vorher hieß sie tipp 3-Bundesliga powered by T-Mobile. Auch das Stadion in Dortmund heißt seit Ende 2005 nicht mehr Westfalenstadion, sondern anders. In Dortmund trägt jetzt auch eine Jugend-Liga den Zusatz eines Sponsors im Namen.

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Seit dieser Saison heißt die höchste Dortmunder Jugend-Liga von der E- bis zur A-Jugend „Sparbau-Sonderklasse“. Antreiber dieser Idee ist eigentlich die Corona-Pandemie. Wegen dieser sind in diesem Jahr die Hallenstadtmeisterschaften der Jugend ausgefallen.

Der Spar- und Bauverein, der das Turnier unterstützt und noch im Jahr davor für jedes geschossene Tor gemäß der 33. Auflage 33 Cent an den Verein Kinderlachen gespendet hat, wollte den Jugend-Fußball weiter unterstützen.

2500 Euro für die fünf Sonderklasse-Meister

Man habe sich deshalb zusammengesetzt und überlegt, was man stattdessen machen kann, sagt Andreas Edelstein, Vorsitzender des Kreis-Jugendausschusses im Fußballkreis Dortmund. Gemeinsam sei dann die Idee entstanden, bei der Sonderklasse den Zusatz „Sparbau“ zu ergänzen. „Für den Spar- und Bauverein hat das natürlich eine tolle Werbewirkung und die Meister des jeweiligen Jahres werden gefördert“, sagt Edelstein.

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Der Kreis verdiene dabei kein Geld, sagt er. „Das Geld geht zu 100 Prozent an die Meister-Mannschaften.“ Die können sich über 500 Euro für die Mannschaftskasse freuen, wenn sie in der Sonderklasse Meister werden. Insgesamt zahlt der Spar- und Bauverein in den fünf Altersklassen 2500 Euro aus.

„Ich wusste anfangs gar nicht, dass die Meister nur eine Urkunde bekommen und keine Prämie“, sagt Sparbau-Pressesprecher Björn Malcharczyk. „Sie haben über die gesamte Saison Leistung gebracht. Die wollen wir belohnen.“

Jugendmannschaften haben häufig keinen Sponsor

Man habe sich anfangs Gedanken gemacht, welche Reaktionen man bekommen würde, sagt Malcharczyk. „Wir dachten, es kommt vielleicht so etwas wie: Jetzt versaut ihr auch schon die Zwölfjährigen mit dem Geld. Aber die Reaktionen waren durchweg positiv“, sagt der Pressesprecher.

„Ich finde es schön, dass der Jugendfußball auf diese Art Unterstützung findet“, sagt Edelstein. Dieses Projekt sei ein Anreiz, um die Idee weiterzuspinnen. Jugendmannschaften hätten häufig gar keine Sponsoren, so könne man sie fördern. Dass der Kreis dabei mit verdiene, sei auch in Zukunft nicht angedacht, sagt Edelstein. „Das ginge ja auch an der Sache vorbei.“

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