Gänsehaut-Dramatik

Galopp: Conillon gewinnt Wambeler Sparkassen-Preis vor Antek und Lovely Tiger

19.05.2007 / Lesedauer: 3 min

«Galopprennsport vom Feinsten», fachsimpelten zwei langjährige Rennbahnbesucher und freuten sich ebenso über die Dramatik wie den Ausgang. Auf der Zielgeraden übernahm der Acatenango-Sohn Conillon mit Eddy Pedroza im Sattel das Heft und verteidigte seinen Vorsprung knapp vor dem immer stärker werdenden Röttgener Antek. Der Kallisto-Nachkomme schien 100 Meter vor der Ziellinie fast im Vorteil zu sein und den Sieger zu überflügeln, doch fightete Conillon innen an den Rails liegend erfolgreich zurück. Einen ausgezeichneten dritten Platz belegte der Jahresdebütant Lovely Tiger aus dem Stall von Peter Schiergen, den er sich vor dem lange führenden Favoriten Next Style sicherte. Der ebenfalls hoch eingeschätzte Persian Storm folgte schon deutlicher zurück hinter Monreale. Siegtrainer Andreas Wöhler, der in diesem Jahr alle wichtigen Dreijährigen-Rennen in seinen Ravensberger Stall entführt, freute sich: «Zuletzt hatte Conillon etwas Pech, heute hat er alle in ihn gesetzten Hoffnungen erfüllt. Als nächstes werden wir in der Union laufen.» Anteks Betreuer befand, dass für ihn die Distanz noch weiter sein müsste und die Union eine Option auf dem Weg nach Hamburg ist, welches auch von Conillon angepeilt wird. Dass der Sparkassen-Preis eine der wichtigsten Derby-Prüfungen ist, hat sich unlängst 1999 mit dem anschließenden Derby-Triumphator Belenus und Boreal im Jahr 2001 gezeigt. Sie waren zuvor in Dortmund in die Platzierung gelaufen, und so lebt auch der Traum vom weiteren Derbysieg des Dortmunder Präsidenten Hugo Miebach mit dem Next Desert-Bruder Next Style weiter. Die Fährhofer Lateral-Schwester Limeira (Peter Schiergen) und der Longridge-Bruder Longville (Mario Hofer) legten jeweils auf Anhieb ihre Maidenschaft in ihren Rennen für dreijährige sieglose Pferde ab. Beide Pferde sollten in Zukunft für Schlagzeilen sorgen, denn ihre Rennen waren bärenstark besetzt. Weitere Siegerin war die dreijährige Diktat-Stute Banderella, die überlegen vor Lost Breeze und Roseninderin gewann. Das am stärksten gewettete Pferd des Tages (11:10), der wenig geprüfte Ittlinger First Point, beherrschte seine Gegner im Ausgleich IV nach Belieben und bildete für Jockey Andreas Suborics eine Triplette. Dank der sportlich hochwertigen Rennen, gepaart mit dem wieder einmal hervorragend inszenierten Rahmenprogramm der Sparkasse Dortmund, wurde ein erfreulicher Umsatzanstieg von 7 Prozent bei den Wetten verzeichnet. Jörn Brattke

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