Hannibal-Kicker Brahim Chalha (39): „Die Jungs nennen mich scherzhaft immer Onkel“

hzFußball-Bezirksliga

Mit knapp 40 in der Bezirksliga? Kein Problem für Brahim Chalha. Im Interview spricht er unter anderem über seine Rolle auf dem Platz und ob er noch eine Saison dranhängt.

Dortmund

, 03.04.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der älteste Dortmunder Bezirksligaspieler kickt beim TuS Hannibal. Es handelt sich dabei um den 39-jährigen Innenverteidiger Brahim Chalha. Wir führten deshalb ein Interview mit dem Sympathieträger des TuS Hannibal, der am 9. September dieses Jahres seinen vierzigsten Geburtstag feiert.

Jetzt lesen

Der Abwehrspieler begann seine Karriere in der E-Jugend von TSC Eintracht. Danach kickte er sechs Jahre – von der D- bis zur B-Jugend bei Teutonia Lanstrop. In der A-Jugend wechselte Chalha dann zu Preußen Lünen, ehe er in der U23 des Lüner SV und bei der SG Gahmen sein Glück versuchte.

Nach einer sechsjährigen Fußballpause wechselte Chalha 2012 zum TuS Hannibal, wo er, lediglich unterbrochen von einem sechsmonatigen Gastspiel bei Viktoria Kirchderne, heute immer noch spielt. Der flexible Akteur kann sowohl als Innenverteidiger, als Außenverteidiger oder auch als Sechser eingesetzt werden.

Waren Sie schon immer Abwehrspieler?

In der Jugend bei Preußen Lünen war ich Linksaußen. Erst beim TuS Hannibal bin ich zum Abwehrspieler bzw. Sechser umfunktioniert worden.

Fallen Ihnen als fast 40-jähriger die wöchentlichen Trainingseinheiten schwer?

Ich halte beim Training ohne große Probleme mit den jüngeren Spielern mit. Lediglich an den Tagen nach dem Training oder Spiel quietschen die Knochen ein wenig.

Jetzt lesen

Fühlen Sie sich aufgrund Ihres Alters als „Vater“ der Mannschaft?

Die Jungs nennen mich scherzhaft immer „Onkel“. Mein Neffe Ayoub Boulila, der mittlerweile beim FC Brünninghausen spielt, hat damit angefangen. Die anderen Jungs haben es dann übernommen.

Ob aufgrund des Coronavirus die Saison zu Ende gespielt wird ist mehr als fraglich. Hängen Sie noch eine Saison als Spieler dran?

Ich wollte vor zwei oder drei Jahren bereits kürzertreten und nur noch in der A-oder B-Liga kicken. Ich werde mich spontan entscheiden, ob ich noch eine Saison dranhänge.

Seit 2012 kickt Brahim Chalha mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung für den TuS Hannibal.

Seit 2012 kickt Brahim Chalha mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung für den TuS Hannibal. © Dortmunder Sportfotografie / Schulze

Welcher Spielertyp sind Sie auf dem Platz?

Eigentlich bin ich ein eher ruhiger Typ. Manchmal kann ich aber auch sehr emotional sein. Neben Noureddine El Yahyaoui, Mustapha Hamdaoui und Ibrahim Berro gehöre ich zu den Führungsspielern im Team. Ich respektiere sowohl meine 18-jährigen Mitspieler, als auch meine Mannschaftskameraden jenseits der Dreißig.

Hatten Sie mal Ambitionen höher zu spielen?

Natürlich habe ich damals gehofft – als Spieler der U23 des Lüner SV –, vielleicht mal eine Chance im Oberligateam zu erhalten. Nach meiner sechsjährigen Fußballpause hatten sich die Ambitionen Richtung einer höheren Liga erledigt.

Macht es mehr Spaß um den Aufstieg oder gegen den Abstieg zu spielen?

Beides hat einen besonderen Reiz. Am schlimmsten ist, wenn es in einer Saison weder gegen den Abstieg, noch um den Aufstieg geht. Ich finde eine Saison im gesicherten Mittelfeld ziemlich langweilig.

Jetzt lesen

Haben Sie während Ihrer Laufbahn schwere Verletzungen erlitten?

Bis auf ein paar kleinere Wehwehchen hat es mich nur zwei Mal richtig böse erwischt. Ein Knorpelschaden im Knie, sowie ein Innenmeniskusriss waren meine einzigen schlimmen Verletzungen.

Wir haben natürlich auch Hannibals Trainer Hamsa Berro um eine Einschätzung zu seinem „Oldie“ gebeten: „Brahim gehört zu den absoluten Führungsspielern im Team. Die Mitspieler respektieren ihn und profitieren von seiner Erfahrung. Er quält sich in der Vorbereitung vorbildlich. Er ist noch ein Spieler der alten Garde, der immer Bock auf Fußball hat, egal ob es regnet oder schneit“, sagt Berro.

Hamsa Berro: „Brahim Chalha verfügt über ein gutes Stellungsspiel“

„Sein gutes Stellungsspiel und sein genaues Passspiel im Spielaufbau sind seine Stärken. Bedingt durch sein Alter fehlt ihm bei eins gegen eins Situationen natürlich etwas das Tempo“, benennt Trainer Hamsa Berro die Stärken und Schwächen des Ligaoldies.

Lesen Sie jetzt